Das Grauen, das zur Theke kam.

Astra. Das waren die guten Zeiten dieses Abends.

Astra. Das waren die guten Zeiten dieses Abends.

Gar nicht so selten gehe ich demonstrieren. Meistens geht es gegen irgendwelche rechten Umtriebe und weil ich in Bielefeld lebe, sehe ich die die andere Seite gar nicht, einfach weil es hier im traditionell eher „roten“ Bielefeld eine sehr, sehr ausgeprägte Tendenz zur anderen Seite gibt. Das ist gut so, finde ich. Ich fühle mich relativ sicher in Bielefeld, zumindest was die ganze Nazigeschichte angeht.

Ich gehe nach so einer Demo dann immer nach Hause und denke, die komischen Leute mit den scheußlichen Ansichten habe auch eine ähnliche Entscheidung getroffen – es handelt sich ja in weiten Teilen sowieso um Auswärtige, auch wenn wir natürlich auch ein paar stadtbekannte Rechte haben – aber um die Teilnehmerzahlen zweistellig zu bekommen, wird halt gern zu uns gereist.

Nun gut. Ihr kennt das ja vielleicht auch: Man ist ein wenig ausgegangen, hat ein, zwei, drei Drinks gedrunken und beschließt, den Abend so gegen Mitternacht ausklingen zu lassen und die kurze Wanderschaft nach Hause anzutreten. Du nimmst deinen Deckel und begibst dich an die gewohnte Stelle an der Theke um zu zahlen und dann…! Dann passiert das Unvermeidliche: Da sind Leute, die du bisher noch gar nicht gesehen hast und die du schon seit langem mal wieder sehen wolltest! Das sind Leute, die dich schon lange nicht mehr gesehen haben und dich sogar auch immer mal wieder sehen wollten! Natürlich ist es in einer solchen Situation – Müdigkeit hin oder her – komplett ausgeschlossen, der Vernunft zu folgen und heim zu gehen. Ihr unternehmt etwas ganz anderes: Ihr geht gemeinsam zum anderen Ende der Innenstadt und sucht Tanzlokal auf, in dem du noch nie warst und bislang auch nie auch den Ansatz eines Interesses hattest, dort einmal einzukehren. Aber, hey, die Gesellschaft ist viel zu nett und die Nacht ist plötzlich viel zu jung.

Man amüsiert sich tatsächlich gut, auch wenn dort recht wenig Gäste anwesend sind – genauer gesagt sind wir die einzigen Menschen dort, die nicht für ihre Anwesenheit bezahlt werden. Wir sind natürlich gut darin, uns auf jeden Fall zu amüsieren. Die Musik ist auch gar nicht so schlimm. Warum ich meistens Cola und sonst höchstens einmal das zweifelhafte Becks Lemon trinke, kann ich mir aber auch nicht so richtig zusammenreimen. Vermutlich, weil mein Unterbewusstsein vom Verderben ahnt, das über den unterbesuchten Laden kommen wird, genau wie damals über Sarnath beim ollen Lovecraft 1.

Du stehst also an der Theke und versuchst, dich nicht mit dem volltrunkenen Typen zu unterhalten, der das exakte Gegenteit mit dir vorhat, bevor du drei Getränke für deine Leute und dich bekommst und dich aus dem Staub machen kannst. Du bestellst nichts Böses ahnend und du spürst einen Arm, der sich fast zärtlich um dich legt und ein nicht unbeträchtliches Gewicht das auf dir lastet…das alles erst nach der vernehmlichen Fahne des Neuankömmlings.

„Du.“

„Ja? Was ist denn?“

Er schaut mir tief in die Augen und erhebt die Stimme.

„Ich liebe meine Tochter.“

Er lässt sich auf einen Hocker sinken, lehnt aber weiter auf mir. Ich war schon lange nicht mehr so innig umarmt worden, aber ich hatte das durchaus angenehmer in Erinnerung.
Der Typ trägt schwarz und Glatze und war ganz schön groß und ganz schön breit. Er will wissen, wie ich mit Vornamen heiße und ich sage es ihm, er sagt mit seinen. Er umarmt mich erneut.

„Ich liebe meine Tochter und ich liebe Deutschland.“

„Ah. Das ist ja gut, dass du deine Tochter liebst. Das freut mich.“

„Trinkst du einen mit mir? Liebst du Deutschland auch so?“

Was sagt man denn das so ein einem solchen Moment? „Liebst du deine Tochter auch so wie du Deutschland liebst?“ wäre wohl nicht ideal, nehme mal ich an. Mein leicht beeinträchtigtes Hirn arbeitete auf Hochtouren. Jetzt bloß keine Szene, denke ich – der soll einfach alle hier und insbesondere jetzt gerade mich in Ruhe lassen. Aber auf gar keinen Fall werde ich mit dem Typen anstossen. Das Gekuschel darf auch gern aufhören.

„Nein, ich liebe Deutschland nicht so wie du, glaube ich.“

Ich sage es einfach und wundere mich über meine Courage. Ich lächle, klopfe ihm auf die Schulter und sage, dass ich nicht mit ihm trinken möchte. In diesem Moment bringt der Barmann meine Bestellung und ich empfehle mich, vielleicht ein klein wenig eiliger als ich das sonst getan hätte. In meinem Kopf wirbeln die ganzen Sätze durcheinander, die ich hätte sagen sollen und…die vermutlich nicht so gesund gewesen wären2.

Der Typ hat an diesem Abend noch buchstäblich jeden der inzwischen zahlreicheren Gäste angesprochen, bis er von einem wirklich peinlich berührten Türsteher ganz sicher nicht weißer und westeuropäischer Herkunft sanft hinausbegleitet wurde, der sich danach bei (buchstäblich) jedem der Gäste entschuldigte.

Im Nachtleben trifft man Menschen, denen man sonst niemals begegnen würde. Leider eben auch bisweilen die Sorte, die man auch niemals treffen wollte.


  1. H.P. Lovecraft: Bekanntlich selbst arger Rassist und Antisemit und auch sicher nicht die angenehmste Gesellschaft. 
  2. Im Nachhinein denke ich, dass ich da vielleicht ein wenig überreagiert habe, konkret bedroht hat er mich ja nun überhaupt nicht. Ich wollte schlicht nicht da bei ihm sitzen und ein kumpeliges Gespräch mit einem Menschen fühlen, der mir in vielerlei Hinsicht zuwider war. 

Pieps.

Wir nähern uns einer Kommode und sehen hinab. Darauf steht gläserner Kasten, abgedeckt mit Gaze, darüber eine gleißend helle Lampe die dem Sonnenlicht nahe kommen soll. Wir schauen durch die Scheiben und sehen: Eine bräunliche Wurzel, einen großen Stein, eine flache Schale mit Wasser und eine Menge Rindenmulch. Darin behaglich eingerollt sehen wir eine Schlange von mittelmäßiger Größe und Zeichnung. Eine weiße Ratte ist soeben von weiter oben eingeworfen worden und ist dabei, sich mit der neuen Situation vertraut zu machen. Soeben hat sie die Schlange bemerkt.

Wenn wir nun ganz leise sind, dann können wir sie vielleicht belauschen.

„Pieps?“

„Hrm. Hrmrrrm?“

„Pieps.“

„Hör mal, ich versuche hier zu verdauen. Wenn du also bitte ein wenig Respekt…“

„Ähem!“

„… hättest, du kommst auch noch dran. Vielleicht Morgen? Nein. In einer Woche oder so. Ich versuche, ein wenig abzunehmen. Hab ein einfach bisschen Geduld. Nag’ solange am Mulch oder so.“

„Piiieps!“

„Na schön. Na schön. Was ist denn los?“

„… oh. Also, ich habe ja noch nie eine gesehen, aber ich vermute es mal: Du bist… eine… Schlange, ja?“
„Ein Python.“

„Ich dachte, das heißt ‚die Python‘.“

„Fachsprachlich ist es „der Python“ und ich bin ja wohl Fachkraft für Pythons, wenn ich mal so unbescheiden sein darf.“

„Oh. Nein, das sollte keine Kritik an deiner Qualifizierung sein. Ich bin eine Ratte. Fachsprachlich „Die Ratte“, umgangssprachlich auch „Die Ratte“.“

„Ich weiß, dass du eine Ratte bist. Ich, äh, habe ziemlich häufig mit euch zu tun. Wenn du verstehst, was ich meine…“

„Ich heiße Roy. Roy die Ratte. Haha.“

„Hör mal, ich möchte nicht unbedingt mit dem nächsten Mittagessen auf eine persönliche Ebene wechseln…



Die Schlange macht ein Geräusch welches an einen Fahrradschlauch erinnert, aus dem die Luft sehr langsam entweicht. Bestimmt würde sie mit den Augen rollen, wenn Schlangen dazu anatomisch in der Lage wären.

„Schön. Ich bin Cynthia. Cynthia, der Python.“

„‚Der?‘ Das klingt aber merkwürdig.“

„Die letzte Ratte die mir mit dem kam Spruch habe ich gegessen.“

„Oh.“

“ Die vorletzte ebenfalls, die davor auch. Ich habe alle Ratten gegessen, Spruch oder kein Spruch, die hier reingeworfen wurden. Ich mache da keine besonderen Unterschiede.“

„Das beruhigt mich jetzt aber.“

„Bitteschön, keine Ursache. Ihr werdet auf die Dauer übrigens etwas fade, wenn ich das mal äußern darf. Das is auch nicht persönlich gemeint.“

„Tut mir leid. Ich würde mich da ganz gern für die Internationale Rattenschaft entschuldigen.“

„Ich habe noch nie etwas anderes gegessen als Ratte. Nicht einmal am Schlüpftag gab es etwas Abwechslung…“

„Das tut mir leid. Wir essen ja eigentlich alles, Abwechslung ist da gar kein Problem. Außer wenn man wie ich als Futtertier arbeitet, selbstverständlich. Ich verstehe dich da schon, ganz ehrlich.
Ich hätte da noch eine etwas ungewöhnliche Frage. Wenn das erlaubt ist.“

„Da ich dich sowieso – wie gesagt, das ist nicht persönlich gemeint – demnächst essen werde, sind wohl ein paar ehrliche Antworten angemessen. Ich langweile mich hier sowieso nicht wenig – in einem Terrarium passiert wenig Unterhaltsames. Stell deine Frage.“

„Das klingt jetzt vielleicht etwas komisch, aber… gut, ich spreche es einfach aus. Wie fühlt sich das so an, eine Ratte zu… verschlingen?“

„Ohhhh. Es ist nicht nur einfach stumpfes Schlingen. Es ist zunächst das Würgen… bis das kleine Tier den Kampf aufgibt und noch ein wenig zuckt… sich in sein Schicksal ergibt. Das hat schon was.“



Roy die Ratte atmet tief durch und setzt sich ein wenig bequemer hin.

„Red weiter. Bitte, red einfach weiter.“

„… Du machst dich gaaanz locker, renkst dir den Unterkiefer aus, wenn die Ratte schön fett ist… du schiebst sie dir ganz rein… du musst manchmal echt aufpassen, um nicht zu ersticken, aber du machst laaangsam weiter… du musst geduldig sein und schlucken, schlucken, schlucken, schlucken…“

„… nicht aufhören… bitte nicht aufhören…“

„Die Ratte rutscht deinen Schlund hinab und du ziehst die Muskeln zusammen… allein der Gedanke an das leise… Knicks! der kleinen, zarten Rippen, wenn sie brechen… oh, allein bei der Vorstellung daran stellen mir die Schuppen auf.“

„Cynthia, ich.. ich bin sehr erregt.“

„Roy.“

„Cynthia.“

„Roy.“

„Pieps.“

Fast so langweilig wie Lokalpatriotismus.

Da komm ich wech.

Da komm ich wech.

Nein, wirklich: Eigentlich interessiere ich mich nicht besonders für eure Heimat. Natürlich gehe ich davon aus, dass es sich um eine sehenswerte Ortschaft handelt, in einem durchweg unterschätzten Landstrich gelegen, der seine Schönheit nicht jedem oberflächlichen Beobachter offenbart. Die Ansässigen aber wissen sehr gut, warum sie ansässig sind: Diese Ortschaft in dieser Landschaft ist selbstredend die Beste und daraus folgernd sind die anderen Ortschaft in derselben oder anderen Landschaften höchstens gerade noch erträglich.

Lokalpatriotismus ist in kleinen Dosierungen eine charmante Sache, solange man die Angelegenheit nicht ernst nimmt.

Da wir gerade beim „nicht ernst nehmen“ sind, wage ich eine kühne These zu verkünden: Es wäre denkbar, dass eine größere Anzahl der Bewohner Berlins durchaus ganz angenehme Zeitgenossen sein können, solange sie nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit versuchen so zu klingen, als seien sie tatsächlich Bewohner Berlins und zu erzählen, wie viel unvergleichlich schöner, größer und natürlich weniger provinziell Weltstadt Berlin ist. Keine Sorge, liebe Berliner: Dergleichen ermüdende Monologe führen auch andere Gruppen ins Feld, sogar Hamburger, Schwaben und – man mag es kaum glauben – sogar wir Bielefelder. Ihr seid damit nicht allein. Ist das ein gutes Gefühl? Ich bin mir da nicht so sicher.

Manchmal finde ich es schade, wenn man sich so lange über die möglichen Eigenheiten verschiedener Regionen unterhalten muss und wie überlegen (oder alternativ auch außerordentlich bescheuert) die eigene Ecke des Planeten sei.

Dann doch lieber das Wetter, das haben wir wenigstens gemeinsam. Wobei, bei uns in Westfalen regnet es ja doch immer, das macht uns natürlich erst zu diesen sturen, zuverlässigen Charakteren… nicht so wie die leichtlebigen Rheinländer, die können dafür besser feiern, die Westfalen sitzen ja nur herum…

Beipackzettel

Vor einer Weile kam ich auf die Idee, dass es so eine sinnvolle Sache wie den gesetzlich vorgeschriebenen Beipackzettel für Medikamente eigentlich auch für Menschen geben sollte und um etwas genauer zu werden, insbesondere für mich.

Ich weiß – eine mächtig dämliche Idee. Aber dennoch ( = gerade deshalb) dachte ich immer wieder darüber nach. Ein richtiges, umfassendes Handbuch hätte sicher den Umfang einiger Aktenschränke – ich bin old school und würde niemals meine Bedienungsanleitung auf einer Festplatte oder gar in der Cloud speichern, wo kommen wir denn da hin und so weiter und so fort. Außerdem wären 98% der Seiten sorgfältig geschwärzt, weil die darin enthaltenden Geheimnisse die Weltsicherheit oder doch zumindest meine unschätzbare persönliche Würde zu gefährden drohen.

Dann doch lieber das hier.

Beipackzettel: Denis von Gorgmorgistan

Was ist Denis von Gorgmorgistan und wofür wird er angewendet?

Er ist sich da auch nicht ganz sicher. Er ist jedenfalls von Beruf Sozialarbeiter.

Was sollten sie vor der Einnahme von Denis von Gorgmorgistan beachten?

Denis darf nicht eingenommen werden

  • Wenn Sie Hunger haben
  • Wenn Sie nur ein wenig Hunger haben
  • Wenn Sie großen Hunger haben
  • Wenn Sie keinen Hunger haben

Beachten Sie bitte, dass Denis es tatsächlich nicht besonders nicht schätzt, eingenommen zu werden – tatsächlich sieht er dem Eingenommenwerden mit größerem Argwohn entgegen. Sehen Sie bitte von einer Einnahme seiner Person ab.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Anwalt, Arzt oder Apotheker und möglichst auch Denis von Gorgmorgistan bevor Sie Denis von Gorgmorgistan einnehmen. Wenn Sie an einer eingeschränkten Nierenfunktion leiden, fragen Sie bitte Ihren Arzt um Rat; wenn nötig, werden Sie eine niedrigere Dosis einnehmen. Ihr Arzt wird die neue Dosis festlegen.

Es wurden keine klinisch bedeutsamen Wechselwirkungen zwischen Alkohol (bei einem Blutspiegel von 0,5 Promille [g/l], entspricht etwa 1 Glas Wein) und Denis bei empfohlenen Dosierungen beobachtet. Allerdings liegen keine Daten zur Sicherheit vor, wenn höhere Denisdosierungen und Alkohol zusammen eingenommen werden.

Wenn bei Ihnen ein Allergietest durchgeführt werden soll, fragen Sie bitte Ihren Arzt, ob Sie die Einnahme von Denis für einige Tage vor dem Test unterbrechen sollen, da dieses Arzneimittel das Ergebnis verfälschen können.

Außerdem: Nehmen Sie Denis nicht ein. Warum wollen diese Leute ihn essen? Langsam wird es gruselig, ganz ehrlich.

Anwendung von Einnahme von Denis von Gorgmorgistan zusammen mit anderen Personen

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker und nehmen sie Kontakt zu einer leistungsfähigen Therapiestelle auf, wenn Sie andere Person einnehmen/anwenden wollen, kürzlich andere Personen eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Personen einzunehmen/anzuwenden. Kannibalismus ist hierzulande und in vielen anderen zivilisierten Staaten nicht gestattet.

Dosierung und Gegenanzeigen

Mehrmals wöchentlich, bei Magenbeschwerden absetzen. Übermäßige Sonneneinstrahlung während der Anwendung vermeiden. Regelmäßige Fütterung stellt einen ordnungsgemäßigen Betrieb sicher.

Wenn Sie eine größere Menge Denis von Gorgmorgistan eingenommen haben als Sie sollten

Erwarten Sie etwa Mitleid von mir, Sie Monster?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Nach einer Überdosierung können die unten beschriebenen Nebenwirkungen mit erhöhter Intensität auftreten. Über unerwünschte Wirkungen wie Verwirrtheit, Durchfall, Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Pupillenerweiterung, Juckreiz, Ruhelosigkeit, Sedierung, Schläfrigkeit, Benommenheit, beschleunigter Herzschlag, Zittern, Panikattacken, Schlaflosigkeit, unkontrollierbare Wutanfälle, schreckliche unerklärliche Todesfällen, spontane gräßliche Mutationen, plötzliche unerklärliche Explosionen, Aufspringen von Toren zu Den Erschreckenden Dimensionen Der Widerlichkeit und erhöhter Handrang wurde berichtet, neben einer Menge entsetzlicher Vorkommnisse, die mir gerade nicht einfallen wollen, aber ganz sicher ebenfalls todsicher eintreten werden.

Ein offensichtlich investigativer bis äußerst listiger Interviewstil zwecks Herauskitzelung von Informationen kann bisweilen zum Stillstand des Dialogs und in seltenen Fällen zu nicht zu unterschätzenden Abstoßungsreaktionen führen. Direkte Fragen führen viel öfter zu einer direkten Antwort. Denis ist beruflich vorgeschädigt und wittert bekannte Fragetechniken in vielen Situationen schnell; bedauerlicherweise hat sich über die Jahre eine „Ich rede schon beruflich so, privat muss das nicht sein“- Allergie entwickelt. Lösungsvorschlag: Mit Denis sollte man trotz aller Gegenanzeichen so reden, als sei er tatsächlich so eine Art Mensch.

(Nehmen Sie Denis weiterhin nicht ein.)

Wie ist Denis von Gorgmorgistan aufzubewahren?

Wohltemperiert und kuschelig bis höchst luxuriös, mit einem angenehmen Seeklima. Artgerechter Auslauf sollte sichergestellt werden, ebenso wird eine Vergesellschaftung mit Artgenossen nahegelegt. Eine angemessene Versorgung mit Breitband-Internet ist dem Wohlbefinden zuträglich, ebenso eine nie endender Nachschub an:

  • Delikate Leckereien, gern auch wirklich teuer – unbedingt aber von bester Qualität.
  • Denken Sie unbedingt an Lakritz. Oh, außerdem bitte auch an Pistazien mit diesem leicht süßen Chiligeschmack.
  • Comics.
  • Bücher.
  • Filme.
  • Ein Bad mit Wanne.
  • Drinks. Denken Sie an die Drinks.
  • Das jeweils unverschämt teuerste, was an PC-Hardware zu beschaffen ist, vor allem aber laute mechanische Tastaturen.
  • Alles auf seiner Amazon-Wunschliste.
  • Spätestens alle zwei Jahre ein neues MacBook und/oder Smartphone.
  • Fez.

Der Nachschub darf niemals ins Stocken geraten oder gar enden (siehe auch: Welche Nebenwirkungen sind möglich?). Generell gilt: Der Denis hat es gern nett und wird eine angemessene Unterbringung mit guter Stimmung sowie langer Haltbarkeit honorieren und Ihnen über Jahre viel Freude bereiten, solange er nicht eingenommen wird. Bei Informationsbedarf zögern Sie nicht, höflich während der Geschäftszeiten in einer angenehmen Lautstärke zu fragen.

Packungshinhalt (Denis von Gorgmorgistan)

1 Denis von Gorgmorgistan

Alle 11 Minuten.

Das ist ganz schön schnell.

Das ist ganz schön schnell.

Ich frage mich manchmal, warum manche Unternehmen genau diesen Werbespruch gewählt haben.Parship.de wäre so ein Kandidat. Was bieten die mir eigentlich an? Ganz offensichtlich soll ich mich da verlieben, wobei ich – Single, der ich bin – aber noch nie in meinem Leben besondere Probleme dabei gehabt habe, mich zu verlieben. Ehrlich gesagt war genau dieser Sachverhalt gar nicht so selten eher ein Problem. Nein – was ich will, das wäre etwas ganz anderes: Ich verliebe mich einfach selber – dabei muss Parship gar nicht helfen, das kann ich hervorragend – und dann sollte mich diese Person auch noch mehr als ein wenig mögen und im Idealfall auch zurückverlieben. Wie, das ist nicht Teil des Angebotes? Diese Erkenntnis zu machen war betrüblich für mich, hatte ich doch schon neue Hoffnung geschöpft.

Erfolgreich!

Erfolgreich! (von parship.de)

Wie kommen die eigentlich auf dieses 11 Minuten-Ding? Ist man der Reihe nach dran und alle 11 Minuten verliebt sich exakt ein Single und dann ist wieder die genau 11 Minuten andauernde Wartezeit fällig, bis die nächste alleinstehende Person ihr Herz verschenken darf. Das hat seine Ordnung und ich beglückwünsche den Anbieter ausdrücklich zu seinem klaren, fairen System. Wenn sich aber nun ein Single außer der Reihe einfach so – ohne die Dienste von Parship.de in Anspruch zu nehmen, so unvorstellbar dieser Gedanke für uns auch erscheinen mag – zu verlieben wagt? Ist diese Möglichkeit ebenfalls Teil der „Benutzerbefragung von 2013“, die Parship bescheinigt „erfolgreich“ zu sein? Man weiß es nicht, genauer gesagt: Ich weiß es nicht. Zu gern würde ich mal einen Blick auf diese Befragung werfen, um mir endlich mal ein Musterbeispiel korrekter Auswertung einer empirischen Studie anschauen zu können. Man hört ja des Öfteren, dass gerade damit gern Schindluder getrieben wird. Aber Parship? Sicher nicht, schon gar nicht aus Werbegründen.

Hui! (von parship.de)

Hui! (von parship.de)

Aber es gibt ja noch mehr! Ganz ehrlich, ich weiß inzwischen selbst gar nicht mehr, warum ich nicht schon seit Jahren Kunde bin! Nicht nur kann man sich verlieben, „9 von 10“ Paaren bleiben zusammen. Das bedeutet, sie sind glücklich. Anders geht das ja auch gar nicht. „Zusammen“ ist dasselbe wie „glücklich“, „Single“ ist dasselbe wie „unglücklich“. Es kann sein, dass ich das etwas vereinfache. Das ist aber ok, denn Parship macht das ja auch, oder? Sicher, das ist in Ordnung. Immerhin haben die auch mit der Universität Duisburg-Essen kooperiert, da wird das wohl alles seine Richtigkeit haben. Wie lange die glücklichen Paare nun zusammen sein müssen, um als „zusammen bleiben“ durchzugehen, das erschließt sich mir noch nicht so recht. Sind drei Wochen genug? Ein Jahr? 27 Muinuten? Ist doch egal – Hauptsache, glücklich. Richtig? Richtig!

Wie man von „verliebt“ zu „erfolgreich“ und dann zu „zusammen“ und dann möglichst zeitgleich zu „glücklich“ kommt – egal in welcher Reihenfolge, inzwischen bin ich nämlich auch ein wenig verwirrt – das kann mir aber gerade auch niemand sagen, oder?

Vielleicht bleibe ich lieber Single und verzichte auf eine bestimmt wirklich preisgünstige Anmeldung: Ein paar Fragen weniger und trotzdem zu den unpassendsten Zeiten kostenlos verlieben.

Der Pickel vor dem Date – Die Legende kehrt zurück.

Damals, in grauer Vorzeit… einige Eiszeiten zurück… da begann ich mich für Mädchen zu interessieren. Manchmal hatte ich Dates, die man damals noch nicht so nannte. Damals verständigten wir uns noch über Knurrlaute, die ich hier mangels passender Lautschriftunterstützung nicht wiedergeben kann. Nennen wir diese Termine also ganz modern „Dates“.
Zu dieser Zeit lernte meinen Körper kennen und wie er auf Mädchen reagierte. Interessanterweise fiel mit neben einigen… angenehmeren Empfindungen auf, dass ich vor dem Date neben Herzklopfen, zitternden Händen und anderen klassischen Vorzeichen einer dem Untergang geweihten Verabredung eine weiteres, so ganz unerwartetes Symptom zeigte: Einen durchaus schmerzenden Pickel neben dem rechten Nasenflügel von der Größe eines Stecknadelkopfes. Ganz objektiv war mir nicht ganz sicher, ob mein Gegenüber dieses… winzige Ding überhaupt wahrnehmen würde, aber ich war mir rein subjektiv seiner Existenz überaus bewusst und meine natürliche, ganz und gar unsympathische Unsicherheit steigerte sich weit über die Stufe 10 auf der nach oben offenen Woody-Allen-Skala für Unsicherheit. Das machte es nicht einfacher für alle Beteiligten. Der Datepickel war ein verlässlicher Vorbote gescheiterter Verabredungen so wie eine Banshee totsicher den nahen Tod ankündigt.

Irgendwann funktionierte es dann doch mal mit dem cooleren Geschlecht und ich hatte die Hoffnung, dass der Pickel nun einfach… wegbleiben würde. Er blieb weg – bis zum ersten Vorstellungsgespräch und übernahm ab dann seinen neuen Job mit gewohnter Zuverlässigkeit. Mir blieb nichts übrig, als verschiedene mechanische oder kosmetische Gegenmaßnahmen zu ergreifen, die zu beschreiben einfach zu unerfreulich für dieses freundliche Blog wäre.

Der Pickel verschwand irgendwann und ich gewann die mir eigene charmante Gelassenheit, mit der ich seitdem meine GesprächspartnerInnen beeindrucke. Das mit den Dates ist kein Problem mehr – ich habe keine Dates. Das macht es einfacher und entspannt die Haut.

Gestern habe ich mit einer guten Freundin gefrühstückt und vorher war er wieder da. Die Legende ist zurück.

Was soll mir das nur sagen? Ich bin verwirrt. Bekomme ich nun Frühstückspickel?

Manchmal kommen sie wieder.

Wenn Leute aus meinem Leben verschwinden… dann kann das eine sehr, sehr erleichternde und angenehme Entwicklung sein. Meistens aber nicht – Ich hasse das unangekündigte Verschwinden. Wenig deprimiert mich so sehr, ehrlich. Vermutlich gebe ich mir sogar die Schuld an deinem Abgang. Ich kann das richtig gut, da könnt ihr wirklich größtes Vertrauen in meine Fähigkeiten im Selbstschuldgeben haben.

Nun, manchmal kommen sie eben doch wieder und das freut mich sehr. Im Moment wird es nicht nur vielleicht Frühling, ganz sicher kommen längst verschollen geglaubte und durchaus vermisste Menschen wieder zu Vorschein… tatsächlich nach viel längerer Zeit als nur ein endloser, so trostloser wie schneearmer Winter.

Die eine Person, die erst aus Facebook verschwand, dann ihr Handy kaputt geschmissen hatte und damit meine Nummer verlor 1. Der ich dann schrieb, sogar per Whatsapp… So einmal im Monat, weil ich diese unangekündigte Verschwinderei untragbar fand, erst recht nach einem letzten Satz wie „Wann gehen wir zwei mal wieder feiern?“ So geht das nicht. Nun, leider habe ich aber nicht daran gedacht, auch mal meinen Namen zu nennen, bis etwa nach einem halben Jahr… bis dahin war ich der so anonyme wie gruselige monatliche Spammer.

Die Dame, die einfach verschwand und ich dachte „Das liegt vielleicht an den Zwillingen, die sie und ihr Mann haben…“ und es lag an denen, sondern am, äh, Kind Nummer drei. „Das reicht dann aber doch mit den Kindern, fürs erste? Wollt ihr noch mehr?“ – „Ja sicha.“ Na gut. Da wäre ich dann vorgewarnt. Trotzdem, vor der nächsten Geburt eine kleine Nachricht wäre ja nett gewesen… ich hörte, das dauert ja ein paar Monate bis zur Auslieferung. Aber ich freue mich ja dennoch.

Die dritte Person, die ich möglicherweise ganz leicht besoffen ganz neu kennenlernte und großartig fand… nur damit wir irgendwann feststellen, eine enorme Anzahl gemeinsamer Freunde zu haben. Nur um danach festzustellen, dass wir uns eigentlich schon kannten und uns nur, äh, vier Jahre nicht gesehen hatten. Wir hatten eh dieses magische Gefühl, uns schon lange zu kennen… nun ja. Kannste keinem erzählen, außer vielleicht euch.


  1. Kinder, macht Backups. Schafft euch kleine schwarze Adressbücher an. Was auch immer, verliert keine Telefonnummern die ihr nicht auch verlieren wollt

PC-Selbstbau für einen (fast) Ahnungslosen

Das Phanteks Enthoo Evolv Case nach das Auspacken - und noch ohne Innenleben.

Das Phanteks Enthoo Evolv Case nach das Auspacken – und noch ohne Innenleben.

Ich habe in letzter Zeit einen PC gebaut und darüber geschrieben- genau, das habe ich also die ganze Zeit getrieben. Das geschah auf meinem Pants Blog. Die drei Teile sind stellenweise etwas technisch und vielleicht etwas trocken – ihr solltet aber meine Betrachtungen auch so verstehen können. Hier sind sie trotzdem: Teil 1, Teil 2, Teil 3.

So, inzwischen steht mein neuer Rechner bereits ein paar Wochen und ich muss sagen: Das mit dem Selbstbau ist insgesamt eine sehr positive Erfahrung gewesen. Am Ende etwas „ganz eigenes“ da stehen zu haben – das ist noch einmal ein anderes Gefühl als die ganzen Systeme die ich zwar selbst zusammengestellt habe, aber immer von Dritten montieren lassen habe. Ein paar Gedanken zum Ende möchte ich dann aber doch zusammenfassen, wenn ihr erlaubt.

Die Hardwarezusammenstellung könnt ihr im groben hier nachsehen – allerdings kannte die sonst feine PCPartPicker.com weder mein Netzteil, noch meinen Iiyama Monitor. Ich sollte vielleicht noch sagen, dass ich keineswegs alle Teile auf einen Rutsch gekauft habe – viel hatte ich aus meinem alten System. Ich bin ja nicht Krösus.

Das Gehäuse ist das Gesetz

Das Innenleben mit der GeForce 770 GTX.

Das Innenleben mit der GeForce 770 GTX.

Ich kann gar nicht genug betonen, wie sehr die Wahl eines ordentlichen – also relativ teuren – PC-Cases den Bau erleichtert hat. Gerade im Vergleich mit meinem bisherigen Midi-Tower von Antec (keineswegs ein „Schlechtes“) hat sich der Bau in dem wirklich ganz schön teuren Phanteks ganz erheblich leichter angefühlt als im alten einfach nur mal ein Laufwerk einzubauen. Die Kabelführung, leichter beidseitiger Zugang, werkzeugfreie Montage… das sind alles Faktoren, die mir am Ende die geschätzten 20€ lässig wert waren. Davon einmal abgesehen sieht es einfach verdammt lässig aus und es macht wenig Lärm bei guter Kühlung. Das hier ist ein Punkt, in dem ich ganz sicher auch in der Zukunft nicht allzu sehr sparen werde. Glücklicherweise hält so eine Kiste auch relativ lange und ist eine Investition in die Zukunft. Kauft keinen Scheiß.

Die Innereien

Die Intel Xeon CPU. Nicht besonders beeindruckend.

Die Intel Xeon CPU. Nicht besonders beeindruckend.

Beginnen wir mit dem Prozessor und ich sage: Schaut euch die Preise an. Verglichen mit Intels Core i5 und Core i7 bringt meine Xeon CPU ein Maximum an Leistung fürs Geld. Zwar ist keine eigene Onboard-Grafik für Notfälle dabei, aber die hat das Mainboard dafür selbst dabei. Gute Wahl.
Ich habe die „Boxed“ Version gekauft – die mit einem mitgelieferten Kühler also, im Unterschied zur „Tray“ Version. Die kostete dasselbe wie die „ohne“ und hat noch dazu eine deutlich längere Gewährleistung. Ich würde allerdings demnächst noch einmal nach einem anderen Kühler schauen, weil der von Intel doch ein wenig laut ist – keineswegs unangenehm, aber da ist noch Raum für Verbesserung.
Auf keinen Fall würde ich in Zukunft auf Solid State Drives (SSD) anstelle der günstigen, aber lauten und lahmen Festplatten alter Schule verzichten, auf jeden Fall nicht als Systemlaufwerke. Ein Traum, Leute. Dafür verzichte ich durchaus mal auf Unmengen von Speicher zugunsten von Speed und absoluter Stille im Betrieb. Für den puren Platz habe ich immer noch die Terabyte-Platte aus dem alten Rechner verbaut, die ich niemals komplett gefüllt bekommen habe.

Mac OS X und Windows 8.1 – endlich vereint

Ein Stück Arbeit: OS X auf einem PC.

Ein Stück Arbeit: OS X auf einem PC. Nicht ohne Grund versteckt es sich hinter meinem MacBook.

Meine Lieben: Was habe ich gelitten. Kurz habe ich auch die Sache mit dem OS-X Gebastel aufgegeben und mich auf eine reine Windows-Zukunft eingestellt – Windows 8.1. auf einem SSD-Laufwerk und mit ordentlich Rechenleistung erinnert nämlich irgendwann tatsächlich an diesen „Spaß“, von dem mir die Leute immer erzählen.
Am Ende habe ich es doch geschafft und tatsächlich schreibe ich diese Zeilen an meinem PC unter OS X Yosemite. Ich will kurz erwähnen, dass die ganze „Hackint0sh“ Sache natürlich weiterhin rechtlich keine ganz saubere Sache ist – aber ich bin immerhin Besitzer einer legalen Kopie von OS X und eines Macs… und… reden wir einfach mal darüber, wie ich es am Ende hinbekommen habe.
1. Der Clover Bootloader ist die moderne und saubere Methode. Vergesst die anderen Vorgehensweisen, wirklich. Auch wenn sie zuerst einfacher wirken.
2. Die passende Anleitung Install Mac OS X auf Rampagedev.com ist exzellent und die Autoren liefern sogar für verschiedene Mainboards angepasste Treiberpakete an. Wirklich gut gemacht!
3. Ich habe ein UEFI Bios auf meinem Mainboard und das Windows-Laufwerk sollte für Clover ebenfalls EFI-mäßig formatiert werden- und nicht nach dem altgewohnten MBR-Stil. Daran sind wochenlange Bemühungen gescheitert und ich habe natürlich erst viel zu spät daran gedacht. Kurz: Ihr wollt den „GPT-Partitionsstil“ unter Windows haben. Ich habe zuerst OS X und dann Windows installiert – auf eigenen SSD-Laufwerken. Dann klappt es auch mit dem Bootloader und ihr könnt beim Systemstart zwischen den Betriebssystemen auswählen.
4. Am besten vor dem Hardwarekauf nachforschen, ob der Kram auch Mac-freundlich ist. Ich würde von AMD CPUs abraten.

Ist es die Arbeit wert? Ich würde sagen: Für mich irgendwie schon, weil ich einfach schon Berge von mehr oder weniger geliebten Mac-Apps habe und gern sowohl mit meinem MacBook Air aber auch mit meiner geliebten mechanischen Tastatur tippen. Es ist bedeutend günstiger, als sich einen iMac mit richtig guter Ausstattung zu kaufen. Aber so gut wie ein „richtiger Mac“ ist die Sache auch nicht – es bleibt ein halbwegs brauchbares Stückwerk und immer wieder kommt man an genau die kleinen Ärgerlichkeiten, die einen eigentlich überhaupt erst von Linux oder Windows aus in Apples wartende Arme getrieben haben.

Ach je… ich brauche vermutlich doch irgendwann mal ein Keyboard mit einer „richtigen“ Mac-Tastenbelegung. So ist es auf Dauer wirklich nervig.

Zum Ende

Einen PC kann wirklich jeder bauen. Ihr solltet ein wenig Selbstvertrauen haben und vorher Leute fragen, die ein wenig Ahnung haben – wenn ihr keine greifbar habt, sind die einschlägigen Hardwareforen – auch gern bei den großen Händlern wie Alternate oder Mindfactory – richtig hilfreiche Anlaufstellen. Der Zusammenbau? Der macht einfach Spaß und ihr werdet am Ende mächtig stolz sein. Ihr werdet am Ende mehr PC für weniger Geld bekommen haben und dazu einen Haufen Wissen.

Es fällt bedeutend leichter, wenn man eine Wissende Person an der Hand hat, die notfalls ein wenig helfen kann, wenn man sich unsicher ist. „Fragen“ und „Nachforschen“ bevor man irgendwelche wilden Sachen probiert – das ist eigentlich meine eine große Lehre aus dem Projekt.

Die andere Sache? Der Traum, einen Mac auf handelsüblicher PC-Hardware zu bauen und je nach Wunsch Windows oder OS X zu benutzen – das hingegen kostet Zeit und Nerven und Plan. Wer sich darauf einlässt, sollte sich darüber im klaren sein, für die nächsten Absehbaren Wochen ein neues Hobby zu haben. Am Ende habt ihr ganz sicher keinen Mac, aber ein absolut einsetzbares, mächtig schnelles System mit dem man ganz sicher gut arbeiten kann.

Kaputtgehzeit.

Man sollte sich immer ein wenig Geld für größere Anschaffungen bereit legen, finde ich. Nicht, dass ich großartig dazu käme, besagte „große Anschaffung“ wirklich zu kaufen, aber es geht garantiert immer wieder etwas unglaublich wichtiges kaputt, was dann unglaublich teuer zu reparieren ist.

Zum Beispiel die Heizung. Zum Beispiel der Reißverschluss meines einzigen warmen Wintermantels – natürlich passend zum einzigen Schneeregen mit unbarmherzigen Gegenwind seit Wochen. Zum Beispiel der dezent vergessene TÜV-Termin des Autos, an den man per Strafzettel erinnert wird und der dann schnell mal knapp einen halben Tausender an „kleinen, aber notwendigen Reparaturen und Ersatzteilen“ kostet. Ich kann Sätze wie „das ist nunmal ein Verschleißteil“ im Moment nicht so gut hören, versteht ihr?

Interessanterweise passieren solcherlei Katastrophen nicht nur immer wenn man gerade genug Geld für eine neue Spielkonsole oder superdringenden PC-Kram oder einen superguten Urlaub zusammen hat, sie finden auch stets in der Zeit von November bis einschließlich Februar statt. Das ist die Zeit, in der ich eh ein gewisse Neigung zur Melancholie habe und genau so einen Mist wirklich gar nicht brauchen kann.

Wir schließen also mit der Erkenntnis, dass das Universum ganz offensichtlich ein Problem mit meiner fortschreitenden Existenz hat, mich das aber ganz sicher nicht aufhalten wird… beizeiten einen neuen PC zu bauen oder weiterzuleben.

Verdammt noch mal.

Danke „Einkaufaktuell“ ein Briefkasten voller aktueller Informationen!

Ich habe mich noch nie sonderlich daran gestört, dass es kommerzielle Postwurfsendungen gibt, abgesehen von einer: Der tatsächlich von der Post verantworteten plastikumhüllten Monstrosität namens Einkaufaktuell 1. Damals gründete sich mein Missfallen eher an der unsinnigen und umweltschädlichen Plastikhülle, die auch schon zu diversen anderen Protesten führte – zuletzt wollte die Post „über die Umhüllung nachdenken“. Das war im November letzten Jahres, sie haben wohl ein wenig nachgedacht und lieber am Plastik festgehalten. Nun, da ich so ein höflich formuliertes „Keine Werbung, bitte!“-Schild am Briefkasten befestigt hatte, wähnte ich mich bislang nicht als Teil der Zielgruppe des Post’schen Pamphlets. Wie sich herausstellte, war man seitens der Post anderer Ansicht. Ich füge an dieser Stelle wohl besser eine erläuternde Illustration ein.

Briefkasten

Mein Briefkasten nach dem Besuch marodierender Horden.

Ein zuvor beschriebenes Detail fehlt seit gestern, wie dir als aufmerksam lesender Person sicher aufgefallen ist: Das Schild mit dem Hinweis, dass ich doch lieber keiner Werbung im Briefkasten haben möchte. Ich kann dir jedoch versichern, dass sich im Briefkasten durchaus Werbung befindet, namentlich gleich mehrere Ausgaben von… genau, Einkaufaktuell. So ein Zufall!2

Ich würde natürlich niemals auf die Idee kommen, die auch bisher immer besonders angenehm, höflich und zuvorkommend aufgetretenen Zustellenden der Einkaufaktuell zu verdächtigen. Aber man könnte wirklich auf die Idee kommen, oder?

Jedenfalls bin ich nun bestens informiert und ihr könnt nun wieder mit der Zustellung aufhören. Diese Schild, das ich da am Briefkasten hatte? Störte eh nur. Vielen Dank, liebe Post.


  1. Ja, das Ding heißt wirklich so. Ohne Leerstelle. 
  2. Eine noch größere Anzahl der Hefte landete übrigens auf den Stufen des Hauses, aber das sind wir ja inzwischen gewöhnt. Geht wohl nicht anders. 
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