Books in Boxes

Meine charmante Chatpartnerin ist wohl von widrigen Umständen davon abgehalten worden, weiter mit mir zu plaudern – ich werde also nicht viel länger meine eigentliche Aufgabe für heute aufschieben können: Meine Regale zu leeren und die Inhalte – soweit ich diese nicht als ‘nutzlos’ und gleichzeitig ‘ohne jeglichen sentimentalen Wert’ klassifiziere – in Umzugskartons.

Fast nichts ist für mich ohne sentimentalen wert und so werde ich wohl bald noch einen oder drei Kartons kaufen müssen, aber am merkwürdigsten ist es, die alten Comics zu verpacken, von denen ich mich sicher noch nicht trennen kann.

Ich habe schon lange nichts mehr über Comics geschrieben, aber ich lese sie noch, wenngleich nicht mehr oft, schließlich komme ich selbst kaum noch dazu, selbst etwas zu Papier zu bringen und Bücher passen einfach besser ins Bett, meinen bevorzugen Leseort nach dem Sessel am sonnigen Fenster, an Mittagen.

Wenn Comics, dann war das am liebsten in Heftform, der unpraktischten und kostspieligsten Sorte, von kundiger Fachfreundeshand importiert. Monatlich oder öfter ging es zum Comicladen und dort mehr oder weniger schlechten Gewissens viel zu viel Geld auszugeben; jede Ausgabe verbindet sich mit dieser Zeit deines Lebens und manchmal, beim vorsichtigen Wiederlesen, kommen die Erinnerungen und Bilder zurück.

Comics sammeln mit der Zeit einen ganz besonders feinen fiesen Staub an, der -unvorsichtigerweise aufgewirbelt – mir in die Nase steigt und mich niesen läßt. Comicstaub ist gefährlich, darum ruhe ich die alten erinnerungsschwangeren Hefte lieber gar nicht an.

Morrissey singt meinen Soundtrack und umarmt an meiner statt ganz Paris.

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