Die Sache mit dem Mails

Habe ich nicht viel zu oft beschrieben, wie sehr ich Email diesen vielen neumodischen Nachrichtenzüchtungen der jüngeren Internetzeit vorziehe? Ich denke, das habe ich. Aber ich muss auch sagen, dass ich immer noch kein besonders kundiger Nutzer dieses Dienstes bin.

Nicht dass ich nicht wüsste, wohin die Emfängeradressen kommen und wohin der Text gehört und wie man das "@" einzugeben hat.

Das kann ich alles. Und zwar ganz und gar reibungslos, meine Freundinnen und Freunde, immer wieder. Man könnte mit einiger Berichtigung behaupten, ich sei ein routinierter Emailerschreiberundverschicker.

Vielmehr bin ich ein dankbarer Nutzer einer neuen Funktion, die Google Mail seit einiger Zeit anbietet - nämlich eine Chance, für ein paar Sekunden eine eigentlich bereits verschickte Nachricht noch einmal auszubremsen und einige dringens benötigte Änderungen vorzunehmen, bevor man einen erneuten Verschickungsauftrag erteilt, sich Schweiß von der Stirn wischt und sich für eine erfolgreiche Fernbetextung und gleichzeitige Abwendung einer fürchterlichen zwischenmenschlichen Katastrophe beglückwünschen kann.

Ich bin Herrn oder Frau Google recht dankbar und weiß mich durchaus gegenüber anderen Emailern im Vorteil. Ich will also nicht undankbar klingen.

Aber.

Es sollten nicht einige Sekunden sein, die an Gnadenfrist gewährt werden. Es sollte mindestens zwölf Stunden lang möglich sein, schreckliche Absätze zu ändern. Und wenn vielleicht die adressierte Person am an einem fernen Bildschirm die fürcherlichen, anmaßenden Fehlformulierungen bereits gelesen hat, dann wäre es wohl auch ganz angebracht, Teile des Adressatengedächtnisses geringfügig umzutexten. Es ist zu ihrem Besten. Freundschaften zu einer wundervollen Person könnten auf diese Weise vor Belastungen geschützt werden.

Was immer ich in den letzten Tagen an Mail geschrieben habe, es tut mir leid und ich habe es wirklich gar nicht so gemeint, wie es sich liest: Nämlich wie das Werk eines echten Arschlochs. Ich habe meinen Postausgang durchgesehen und noch einmal überblickt, was ich während der letzten Tage im Halbschlaf zusammengetippt habe - ich war nicht erfreut. Vor allem über eine, die ich euphorisiert am Mittwoch verfasst habe - vielleicht war ich unangemessen. Ich bin mir nicht sicher, aber ... herrje, wenn das nicht gut aufgenommen wird, dann wird das nicht gut enden. Äh, Das wollte ich eigentlich nur sagen.

Und ihr von Google: Das mit dem Gedächtnis, nun, das ist vielleicht doch keine so gute Idee. Meistens.

2 Kommentare

  1. manchmal muss man schlimme sachen verschicken. meine besten mails waren auch gleichzeitig meine schlimmsten (super spruch fürs aphorismenalbum)

    • Da hast du wohl nicht ganz unrecht, aber ich will ja diesem Menschen nichts Schlimmes schicken. Davon ist wohl schon genug vorhanden.