In diesen Zeiten ist der Himmel grau und oft regnet es; man sieht manchmal die Hand vor Augen nicht vor lauter Nebel. Man schlägt den Kragen hoch und hofft, doch noch unbehelligt am Ziel anzukommen. Ohne diese Sorte fieser Wassertropfen, die einem hinter den Kragen laufen und dann leider den Nacken hinab.
Es ist diese besondere Sorte Regen, die Farbe aus dem Leben wischt wie ein nasser Schwamm eine kunstvoll beschmierte Schultafel.
Du schiebst die Hände in die Taschen und duckst dich hastig unter dem Grau hinweg, ein paar Schritte schneller als du sonst angenehm findest. Vielleicht nicht atemlos. Aber es geht in die Richtung, vielleicht weil man die Lippen aufeinander presst und die Zähne zusammenbeißt.
Manchmal geht man aus dem Haus und wundert sich, welchen Hundehaufen das Leben wohl für den nächsten Schritt platziert hat oder ob man – wie man eigentlich nach all den Jahren erwarten sollte – bereits in eben diesem Moment drinsteht.
Aber ich kann nicht einfach die Hoffnung aufgeben. Ziemlich sicher wartet nicht das Goldene Zeitalter hinter der nächsten Ecke. Ziemlich sicher kommen die Sonne und die Farben und das spannende Leben nicht in der nächsten Sekunde dort heraus, wo irgendwer sie gefangen gehalten hat, all die Jahre. Wenn dem nicht so wäre, dann wären Geschichte und Geschichte nichts wert. Sind sie aber.
Aber ziemlich sicher nicht bedeutet auch, dass es vielleicht doch kommt. Du kannst es nicht ausschließen. Vielleicht nicht an der nächsten Ecke, aber dann nach der übernächsten oder der überüberübernächsten Biegung.
Die Sonne wird in dein Gesicht scheinen und dich nicht blenden, sie wird dich nur wärmen und aus einem langen Schlaf wecken. Du wirst dich ruhig und ein wenig schläfrig fühlen und zufrieden und neugierig und das zweite wird bald vergehen und einem leisen Lächeln Platz machen, welches für niemanden außer dir selbst bestimmt ist.
Du brauchst keine Schritte zu hören; du spürst ihre warme Präsenz selbst wenn sie gerade nicht im Raum ist, ihren leichten Geruch, den nur du wahrzunehmen scheinst.Du spürst noch ihr Lächeln des letzten Abends. Wie sie dir in die Augen geschaut hat. Es kribbelt noch.
Selbst wenn dir niemand das Frühstück ans Bett bringt, du Pascha. Selbst wenn sie gerade mit dem Hund unterwegs ist, dann ist das ganz sicher ein wohlerzogener und freundlicher Hund, der dir keine Haufen auf den Weg legt. Außer aus Versehen natürlich.
Dies ist dann wohl das Goldene Zeitalter, denkst du dir und wartest auf ihre Rückkehr.

*umarm*