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Das Team hat gewonnen, die Nachspielzeit ist vorbei und ich höre schon seit Minuten, wie sie draußen hupen und tröten und singen. Es wird lauter und lauter und meine Freude verwandelt sich eine leise vor sich hin köchelnde miese Laune.

Also setze ich mich vor den Computer und überlege, was ich schreiben soll, aber dafür bin ich zu stinkig und weiß nicht einmal warum. Die Blökerei vor meinem Wohnzimmerfenster macht es jedenfalls nicht besser.

Der Hund nebenan beginnt jämmerlich zu weinen und läßt sich gar nicht mehr beruhigen. Ich empfinde eine jähe Seelenverwandtschaft mit ihm und muss gleich noch einmal das Bild mit einer Frau und ihrem Hut anschauen, das ich immer noch im Browser geöffnet habe.

Dann kommt das Gewitter doch noch und wäscht den die Hitze, den Lärm und die Flaggen von den Straßen. Mein neuer Bruder im Geiste winselt ganz laut, dann höre ich ihn nicht mehr. Alles ist nur noch Donner und Wolkenbruch und Rauschen und kühl.

Ich bleibe an diesem Abend trotzdem lieber und lass mich von meinem überforderten Kreislauf ins Sofa drücken.

Das gibt sicher einen Abdruck. Eine Kreislaufkuhle.

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