Ausgeschlossen.

Da wollte ich nur schnell mal zur Post und schon in dem Moment des krachenden Tür-hinter-mir-zufallens ist mir bewusst,  dass mir soeben ein Fehler unterlaufen ist:

Meine Wohnungsschlüssel sind in Sicherheit, nämlich in meiner Wohnung selbst aufgehängt. Direkt hinter der Tür die ich eben so entschlossen wie gedankenlos hinter mir ins Schloss gezogen habe.

Ich versuche meinen Schlüsselmeister zu erreichen - jenen würdigen Vertreter einer heiligen Gesellschaft, die den Nachschlüssel zu meinem Sanktum bewachen. Aber der ist nicht da, auch sein Handy scheint abgeschaltet oder gar abgeschafft.  Das werde ich bei seinem Meister erwähnen müssen. Der Gedanken daran schmerzt - nicht einmal mehr auf die Schlüsselritter kann man sich heute noch verlassen. Ich bin betrübt.

Auf die Post kann man sich auch nicht verlassen, stelle ich fest und knurre diese Information einer Katze zu, die das Pech hat in der Gegend herumzulungern. Ihr Blick trieft vor Verachtung.

Bevor ich mich auf den Rückweg mache, durchstöbere ich die Bahnhofsbuchhandlung. Ich finde zwei ungefähr zwei Meter große Leute, die sicher gute Chancen im Modelbusiness gehabt hätten. Wenn nicht diese schrecklick krumme Körperhaltung sie irgendwann dazu zwingen würde, in anderen Branchen Schaden anzurichten. Ich sah diese finstere Zukunftsvision kommen und beobachtete beide rein zufällig bei der Literaturauswahl.

-"Das soll voll gut sein."
-"Sieht aber komisch aus. So mit dem Bild da drauf."

Ich darf und kann nicht weiter zuhören. Aber nach einer Weile identifiziere ich das Buch: Generation Doof. Unter dem Titel steht: "Warum sind wir nur so doof?" (Oder so.)

"Ihr vielleicht", denke ich. "Ich jedenfalls nicht."

Dann wandere ich heim zu meiner Treppe um dort zu warten und per Handy was für mein Blog zu tippen.

3 Kommentare

  1. ich hab den schlüssel mal so blöd stecken lassen, dass wir durch das kellerfenster in den keller mussten. von dort dann weiter zur kellertür, das schloss ausbauen, über die stiegen in den vorraum und von innen die türe aufmachen. DAS merkt man sich dann aber auch!

  2. Fand die Geschichte noch einen glücklichen Ausgang oder muss man Dir Lebensmittel vorbeibringen?