Heimwegsommer

Es ist nach Mitternacht und ich bin unterwegs, nach Hause.

Ein haariges Blatt streift durch mein Gesicht und läßt die Haut eine Kreuzung lang kribbeln, bis es langsam vergeht und vergessen wird. Es ist warm, fast schwül, ich fühle den rauhen Stoff meines Hemdes auf der Haut, spüre wie es sich bei jedem Schritt bewegt.

Wie warm die Nacht ist, wie sie dich umfängt und nichts mehr so hart und grell aussieht wie am gnadenlosen Tag.

Ein Bulli startet neben mir und fährt nach einigem Lenkradkurbeln davon, der kleine Bildschirm des Navigationsgeräts spiegelt sich im Heckfenster wider.

Das Motorengeräusch stört die Stille nur eine kurze Weile, dann ist das leise Rauschen wieder da, es verstummt niemals in dieser Stadt.

Für den Moment bin ich ganz da und denke an die Stadt und den Sommer und an ein Herz und an ein Lachen neben mir.

Ich trinke die Farben der Nacht.

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