Drei Wochen im neuen Job… und ich lebe immer noch.

Das hätte ich eigentlich nicht erwartet: Ich fuchse mich viel schneller in eine radikal andere Arbeit ein als ich mir je träumen ließ.  Zwar bin ich immer noch Sozialarbeiter und habe immer noch mit benachteiligten Menschen zu tun, aber das waren auch die einzigen Gemeinsamkeiten. Allerdings, wenn man es genauer betrachtet... ein übergänge sind schon fließend: Früher hatte ich in erster Linie mit Kindern und Jugendlichen zu tun, die Förderschulen besuchen - heute habe ich mit Leuten zu tun, die aus Förderschulen (und so weiter...) kommen und beim Eintritt ins zauberhafte, funkelnde Regenbogen-Arbeitsleben begleitet werden.

Ach ja, ich muss sie auch unterrichten.

Ohne die Chance, meine Tagespläne fast jedes Mal mit einem unterrichtsgestählten Profi gegenzuchecken, wäre ich tausend Tode gestorben. Einfach nur um zu hören "ob das ok ist". Heute mache ich das auf eigene Faust und sterbe meistens ... tausend Tode - da ich aber immer wieder  aufs Neue den Tag überlebe, gewinne ich allmählich mehr Sicherheit. Was ich so alles kann... erstaunlich.

Vielleicht sollte ich erwähnen, dass all meine Teilnehmer in der einen oder anderen Form lernbehindert sind ... so wahnsinnig viel Stoff kann ich mit denen gar nicht durchnehmen und das was ich schaffe, geschieht sehr langsam. Das kommt meiner eigenen Lernkurve gerade ganz gelegen. In ein paar Wochen fange ich an, sie in Praktika zu vermitteln - dort werde ich sie dann weiter begleiten, besuchen und für ein paar Tage im Monat auch noch beschulen.

Das also geht leichter als erwartet. Weniger lässig ist der Papierkram, der ganz klassisch auf Papier in zig dicken Leitzordnern in streng festgelegter Art und Weise vonstatten geht - die muss ich alle anlegen und bestücken. Nebenbei läuft alles natürlich auch noch parallel am PC. Und ich dachte, Berichtswesen wäre meine Stärke...

Aber das schaffe ich auch noch, liebe Leute.

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