
Als Kind habe ich mir einmal den Arm gebrochen und das hat mich schon enorm gestört. Nicht nur tat das ganz schön weh; der eingegipste linke Arm war sehr schwer und obwohl ich nur vom Schulsport befreit war, konnte ich kaum alles Wichtige erledigen, was man so als Grundschüler zu tun hat: Auf Bäume klettern, das Lineal beim Zeichnen festhalten, Frösche fangen oder jemanden durchkitzeln. Man könnte sagen, dass meine Lebensqualität entschieden eingeschränkt war.
Nun habe ich einen ausgesprochen faulen Urlaubssonntag hinter mir und an diesem Tag habe ich mir nur ganz leicht mit dem Brotmesser in den kleinen Finger geschnitten. Diese Brotmesser hat wohl etwas gegen mich, denn es hat schon einmal mein Blut gekostet, als ich nämlich mit einem 9jährigen Hamburgerbrötchen durchschneiden wollte. Aber das ist eine ganz andere Geschichte und das Messer ist gar nicht so wichtig, auch nicht das Blut – vielmehr ist es das kleine Pflaster um den kleinen linken Finger. Derzeit kann ich die flache Macbook Tastatur nur eingeschränkt handhaben, denn immer wieder komme ich mit dem nun ungelenken Kleinfinger auf die falschen Tasten und muss mich als zeitweilig tippeingeschränkt einordnen. Eigentlich gar nicht so anders, als ein kleiner Junge mit Gipsarm, oder? Man ist nicht wirklich behindert, aber man kann nur noch mühsam all den täglichen Erledigungen nachkommen. Diese Erledigungen bestehen aus… Dateneingaben und tatsächlich nicht viel mehr.
Je länger man darüber nachdenkt, desto alberner kommt es einem vor. Früher habe ich einfach mehr unterschiedliche Sachen gemacht. Damals, vor dem Internet.
Außerdem gehörte damals mindestens ein sichtbares Pflaster irgendwo am Körper unbedingt zum normalen Erscheinungsbildes eines Dorfkindes. Es war ein echtes Fashion-Statement und heute hindert es mich am kommunizieren.
P.S.: Dieser Qualitätstext wurde mit der Nasenspitze getippt.

Wie konntest Du denn trotz dieser schweren Verletzung diesen langen Text verfassen? Bist halt doch noch einer der letzten echten Kerle
Sagen wir es mal so: Ich war noch nie so froh, keine winzige Stupsnase zu haben…