“Ich bin weg” und warum man sich dafür interessieren sollte.

Nun bin ich schon eine ganze Weile online unterwegs und bald landete ich auch in verschiedenen sozialen Netzwerken, Foren, Spielecommunities und so weiter und so fort. Ich kann allerdings nicht behaupten, solche Zusammenrottungen von Menschen vollständig oder auch nur ansatzweise zu verstehen. Ich habe so viele Fragen, auf die ich wohl niemals eine Antwort finden werde.

Ich finde beispielsweise nur selten Geschichten über die Gründe, warum jemand einer Community beigetreten ist – aber ganz viele mit zahlreichen Begründungen für einen Austritt. Bei Spieleforen kann ich ja noch halbwegs nachvollziehen, warum man sie verlassen sollte: Man hat keine Lust mehr auf das Spiel – oder auf die Leute. Kein Problem, in aller Regel sind diese Menschen ja auch nicht Teil des Privatlebens.

Das ist in Facebook, Path, Google+, Twitter, Foursquare, MeinVZ, Lokalisten (haha! Ihr erinnert euch?) doch entschieden anders, oder? Oh, die emotionalsten “ich schmeiße hin!”-Botschaften kommen doch aus genau diesem mehr (Path) oder weniger (Twitter) persönlichen Umfeld. Warum schreibt man so etwas und vor allem – wie kommt man darauf, dass es irgendwer lesen will?

  1. Vielleicht will man den Leuten mitteilen, dass man einfach im Gegensatz zu ihnen so etwas wie ein richtiges Leben hat und man kann so seinen Freunden (?) mal so ganz konkret mitteilen, was man von ihnen hält.
  2. Vielleicht hat man alle Funktionen ausprobiert, seinen kompletten Freundeskreis rekrutiert und beginnt sich zu langweilen, weil man nämlich rein gar nichts kreatives produziert, das sich zu verbreiten lohnen könnte.

Kurz: Die vermutlich recht unangenehme Erkenntnis, selbst einfach zu langweilig für ein derartiges Netzwerk zu sein. Das frustiert und am besten teilt man allen mit, dass man nun vernünftig geworden ist und sein Leben endlich – im Gegensatz zu den Lesern – auf die Reihe bekommt und ordentlich durchstrukturiert.

Im nächsten Netzwerk sind besagte Menschen natürlich wieder dabei, ist doch klar – und dann laden sie dich auch gleich wieder ein.

Ist das Leben nicht schwer?

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