Kishon in meiner Jackentasche.

Kishon Eben habe ich meine Sommerjacke für den Winter eingemottet und bei dieser Gelegenheit fand ich einen meiner seltenen Glücksrad-Preise in der linken Tasche: Eine Hörbuch-Version von Ephraim Kishons Paradies neu zu vermieten - unpraktischerweise auf Kassette, gewonnen bei Jubiläumskonzert der Kulturgruppe. Es war ein dreißigjähriges Jubiläum und etwa genau so lange sind wohl die großen Zeiten des Autors her. Mein Vater hat etwa einen Meter Kishon in seinem Regal angesammelt - irgendwann ist ihm sein Lieblingsautor langweilig geworden, glaube ich. Ich kann mich noch gut erinnern, dass der Autor fast allgegenwärtig war - jeder hat ihn gelesen oder doch zumindest etwas einen Meter Kishon im Regal gesammelt; es muss enorme Verkaufszahlen gegeben haben.

Heute fällt mir nur ein, dass ich schon seit vielen Jahren nicht mehr an ihn gedachte habe und dass ich eigentlich auch gar keine Lust habe, meine altes Kassettendeck anzuwerfen und mir das Hörbuch zu geben.

Wie schnell Satire verstaubt.

War der eigentlich gut, der Kishon? Ich habe ein, zwei der ziemlich dünnen Taschenbücher angelesen. Meistens ging es um die Unbillen des israelischen Alltags, insbesondere Störungen durch moderne Kunst oder Bürokratie waren die Themen. Ich kann mich besonderes an eine Geschichte erinnern, in der die finanziellen Vorteile einer besonders pompösen Beschneidung für den jungen Mann durchdiskutiert wurden. Das hat mich damals durchaus beeindruckt, auch weil ich selbst so eine kleine OP… oh, lassen wir diese unangenehmen Details doch lieber ruhen, liebe Leserinnen und Leser. Ich kann mich plötzlich viel besser an Kishon erinnern.

Hm. Vielleicht hör ich es mir das Ding doch an.

P.S.: Dabei mag ich gar keine Hörbücher.

Kommentare sind geschlossen.