Aus der Erinnerung

Mein Lieblingsort als Kind befand sich auf einer größeren Waldlichtung, ein gutes Stück von meinem Elternhaus entfernt. Man brauchte das Fahrrad, um dorthin zu kommen und der Weg hatte so einige schweißtreibende Steigungen. Am Ziel gab es einen flachen See, dazu ein paar Teiche - ich zähle zwei in meiner Erinnerung. Mit großen Fischen, mit Fröschen. Ich glaube, es war eine aufgegebene Lehmgrube. Spuren von Baumaschinen, in denen sich Regenwasser gesammelt hatte.

Es gab dort auch Goldfische, die jemand ausgesetzt hatte. An Ochsenfrösche kann ich mich auch erinnern, die hatten dort wirklich nichts zu suchen. Das war alles natürlich nicht richtig und ich habe mich etwas darüber geärgert.

Was hatte ich dort immer für Spaß! Einfach herumlaufen, Sachen und Tiere anschauen. Bis es einen Regenschauer gab, was oft passierte. Nicht dass die mich großartig störten.

Ich glaube, ich war niemals dort, ich weiß nicht einmal wo genau sich dieser Ort befindet. Wenn ich so darüber nachdenke, weiß ich genau wo es sich befindet, nur das ich den Weg nicht mehr finde: Es gibt diesen Platz nur in meinem Kopf. Wenn es zu regnen anfing, haben nicht etwa meine Eltern gerufen und wir sind nach Hause gefahren, ich wachte auf.

Ich habe ein paar mal davon geträumt und dann den Weg dorthin vergessen. Das ist meine Vermutung, aber richtig sicher bin ich mir nicht.

Ich schreibe diese Zeilen im Zug, etwa eine Stunde nach dem Aufwachen. Eben war die Erinnerung wieder da. Es ist ein merkwürdig unwirkliches Gefühl.

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