Number 13 Baby.

Der Doctor und Clara. (Quelle: BBC)

Der Doctor und Clara. (Quelle: BBC)

Ich habe den neuen Doctor gesehen und es war gut. ich jedenfalls habe mich großartig mit Freunden, Getränken und Chips amüsiert. Die Episode selbst… nun, darüber kann man streiten. Ich werde versuchen, massive Spoiler zu vermeiden, aber ihr solltet vielleicht "Deep Breath" selbst anschauen, bevor ihr weiterlest.

Es ist vielleicht wert zu bedenken, dass Doctor Who immer noch eine Familienserie ist und gewisse Albernheit ganz sicher immer wieder vorkommen müssen. Die 8jährigen bekommen ihren Sauriersabber, die Großen bekommen die Restaurant-Szene. Ich beklage mich nicht, Sauriersabber amüsiert mich. Das sagt vermutlich einiges über mich aus, aber hier geht es ja nicht um mich, richtig?

Man merkt ziemlich gut, dass die Serie in den USA mit Matt Smith einen ganz ordentlichen Sprung in der Popularität gemacht hat und man sich ganz, ganz große Mühe gegeben hat, den Übergang für ein riesiges Publikum mit relativ wenig Regenerations-Erfahrung erträglicher zu machen. Es gab also viele Auftritte von eingeführten Charakteren und eine Menge Witze und Anspielung auf bereits Geschehenes. Das tat der Geschichte nicht unbedingt gut, aber, hey, ich sehe die ersten Folge jedes neuen Doctors immer als so eine Art Pilot-Episoden an: Traditionell immer die konstruiertesten Teile von Doctor Who - nein, eigentlich jeder Serie, mit großem Erklärbär-Anteil.

Was ich nicht so ganz nachvollziehen kann, ist eine gewisse Abneigung gegenüber der derzeitigen Begleiterin des Doctors, Clara Oswald. Ganz sicher ist mir bewusst, dass sich an den "Companions" immer schon die Geister geschieden haben. Manche Leute mochten Amy Pond nicht. Man stelle sich das einmal vor! Aber Clara - auch ihre Darstellerin Jenna Coleman, war ganz grandios, vor allem jedoch in den letzten drei Folgen. Sie muss sich an einen ganz anderen Doctor gewöhnen, genauso wie der regenerations-typisch aufgewühlte Fandom. Ich finde, ihre Reaktion ist ziemlich glaubwürdig. Sie ist auch wirklich kein nutzloses "Anhängsel" für den Timelord, der nun… wie alt genau ist?… auf jeden Fall keine leichte Aufgabe ist. Ich mag Clara.

"I have a horrible feeling I am going to have to kill you. Thought you might appreciate a drink first."

Und der zwölfte Doctor selbst? Peter Capaldi kann nun zunächst keine schlechte Arbeit abliefern; dazu scheint er in gewisser Hinsicht nicht in der Lage zu sein. Ich befinde mich im Moment noch in der Lernphase, die schottisch-stämmige Doctor-Darsteller mir immer wieder abverlangen und kann nicht behaupten, 100% seiner Dialoge verstanden zu haben, üblicherweise habe ich das aber in ein paar Folgen erledigt und kann ihm weitgehend folgen. Er ist lustig und gelegentlich ein wenig knurrig, aber die Erwartung, dass er nun automatisch "düsterer" und "ernster" als seine sei… nun, ich sehe das bisher nicht erfüllt. Das könnte auch daran liegen, dass er einen Großteil seiner Szenen in einem zunehmend schmuddeligeren Nachthemd absolvierte. Ich hatte das Gefühl, dass die Sache ab der Restaurant-Szene an Fahrt aufnahm und es jetzt richtig losgeht. Wir werden sehen; wir kennen diesen Doctor noch nicht. Oh, vielleicht bringt er jemanden um. So ein paar Fragezeichen haben wir ja doch...

Clara, be my pal. Tell me, am I a good man?

Clara kennt ihn nicht mehr. Er selber kennt sich auch noch nicht so recht, nur dass er ausdrücklich nicht Claras 'boyfriend' ist. Nachdem das geklärt ist, können wir ja weitermachen. Also sage ich: Gut so, Doctor Who war längere Zeit nicht mehr so unberechenbar und ich kann kaum erwarten, die nächste Episode zu sehen und mehr zu erfahren.

P.S.: Ja, ich weiß - da steht "13" in der Überschrift. Ich hatte zunächst den "War Doctor" mitgezählt und nicht darauf geachtet, dass er offiziell nicht gezählt wird. Nehmen wir also an, dass ich die 13 Regenerationen meinte und nicht etwa einen peinlichen Fehler gemacht habe.

2 Kommentare

  1. Ich fühle mich mal angesprochen, wenn es um Personen geht, die Clara nicht mögen. Eine Abneigung würde ich es nicht nennen und ich habe mir auch inzwischen Gedanken, wieso ich mit ihr nichts anfangen kann:

    1. Die Figur ist flach. Artie und Angie, ihre Eltern und Großmutter an Weihnachten, der Job als Lehrerin… das hat alles irgendwie keine Substanz. Anders als die Bindungen zwischen Rose und Jackie, Donna und Wilfred, wo es einen richtigen familiären Background gab. Sogar Amy und Rory hatten so etwas, als sein Dad später ins Spiel kam und natürlich durch die kleine Amelia. Clara hat ein Ahornblatt.

    2. Zu viel wibbly wobbly timey wimey. Lassen wir jetzt mal außen vor, dass ich noch immer nicht weiß, wie der Doctor und Clara aus seiner Timeline rausgekommen sind. Aber jedes Mal, wenn die Figur droht sich weiterzuentwickeln, lässt Moffat sie alles wieder alles vergessen. Journey to the Centre of the Tardis hat sie einfach nur dumm dastehen lassen und der Blick in das Buch über den Time War war ein großes Ällabätsch! von Moffat.

    3. He was the Oncoming Storm. The Destroyer of Worlds. Predator of the Daleks. Demons run when a good man goes to war. Er heiratete Queen Elizabeth I, trieb wer weiß was mit Madame De Pompadour und bekam einen Heiratsantrag von Marilyn Monroe. Er hatte sicherlich nicht wenig Spaß mit River. Und dann ist das alles vorbei und er muss sich in einer Tour von Clara retten lassen. Nicht vor sich selbst, wie Ten(nant), sondern sogar vor Cybermen und vor alten, durchgeknallten Frauen mit Aliens auf der Brust.

    Clara hat gute Momente. Ich mochte die Szenen mit ihr und John Hurt und auch mit Madame Vastra gibt es gute Dialoge. Aber dann wurde sie wieder zickig und der Doctor wurde zickig und alles irgendwie lächerlich. Ich hoffe sehr, dass Capaldi wieder die Souveränität mitbringt, die der Doctor bis zum Ausscheiden der Ponds ausstrahlte. Vielleicht mag ich Clara ja auch einfach nur deshalb nicht, weil ich den Doctor selbst am Ende nicht mehr mochte.

  2. Also, du hast mich zwar durchaus inspiriert, aber deine Ansicht ist ja nicht gerade exotisch unter den Whovians 🙂

    Es gab da eine Short Story im WWW, in der erklärt wurde wie Clara wieder „rauskam“ aus der Timeline – sie kann sich kaum an etwas erinnern. DW ist keine „harte“ Science Fiction und sollte sich daher auch nicht mit solchen super-esoterischen Themen beschäftigen, wenn man sich am Ende „einfach so“ wieder herauswindet – Storylines zu einem befriedigenden Ende zu bringen ist nicht gerade Moffats große Stärke.

    Ich hab so das Gefühl, dass Moffat und Co. wirklich allmählich dämmerte, dass der Doctor nur sehr bedingt als Flirtobjekt geeignet ist – exakt aus den Gründen, die Madame Vastra so wenig dezent äußerte. Da haben sie wirklich mit dem Holzhammer die Charakterisierung der letzten beiden (!) Doctors abgeschossen und einen anderen Kurs eingeleitet.

    Ich bin also schon nicht nur ein wenig deiner Meinung, dass Clara am Ende der Charakter ist, der von Quasi-Love Interest Ecke in eine Deus-Ex Machina Rolle gepackt wurde, die auch jede noch so obskure Wendung der Handlung am Ende auflösen musste. Der Glaubwürdigkeit der Figur tat das imho nicht so gut und geschicktere Plotarbeit hätte das verhindern können: Die Ponds hatten beide eine klare Entwicklung und eine ganz interessante Handlung.

    Ich finde ganz gut, wie Clara immer wieder ein paar gute Szenen hat und J. Coleman das Beste aus dem Skript macht, das ihr als Schauspielerin relativ wenig Raum lässt- umgekehrt empfand ich es bei Matt Smith so, dass seiner Neigung zum.. ähem.. ungebremsten Chargieren auch kaum noch Einhalt geboten wurde. Eigentlich war er am besten, wenn er *ein wenig* runtergeschaltet hat und da hätte man evtl. mehr eingreifen müssen.

    Ruhigere Momente gab es in der ziemlich wechselhaften, unebenen ersten Folge jedenfalls wieder eine Menge. Das gibt mir Hoffnung… mal sehen, wohin es geht.