Das sind auch Menschen, überraschenderweise.

Eigentlich bin ich nicht besonders gut darin, Jahresrückblicke zu schreiben und darum lasse ich es auch einfach dieses Mal gleich bleiben.

Mein 2014 war auch wirklich nicht so prachtvoll. Beruflich schon, aber sonst… das Beste an diesem Jahr waren meine wundervollen Freundinnen und Freunde. Muss ich da einen Unterschied machen, was "online" und "offline" angeht? Es sind tatsächlich meistens dieselben Personen und einige kamen dazu.

Genau, "online". Mir fiel zuerst auf Twitter auf. Wie merkwürdig man dort bisweilen miteinander umzugehen pflegt, solange man nicht Gefahr läuft, dem anderen in den nächsten Stunden auf der Straße zu begegnen. Das ist alles nichts neues und natürlich wissen wir allesamt Bescheid, dass wir uns benehmen sollen, richtig? Aber wir machen Unterschiede - oder besser gesagt: Ich selbst ertappe mich dabei, Unterschiede zu machen. Wenn Leute ganz, ganz viele Follower haben, dann sind die -gefühlt- sehr weit weg und sicher ist es daher einfach… okay , diesen Personen weise Ratschläge zu geben, ihre Leistung im letzten Spiel fachkundig zu beurteilen oder die neue Platte zu bekritteln. Es scheint für ganz viele Menschen ganz in Ordnung, jede einzelne Zeile zu kritisieren… Kritik, die sie ziemlich sicher niemals unwidersprochen über ihren eigenen perfekten Ergüssen dulden würden - nehme ich einfach einmal an. Oh, und wenn man jemand emotional wird, vielleicht sogar mal ein echtes Tief hat und den Mut hat, darüber zu sprechen? Manchmal geht das gut. Ganz oft habe ich das Gefühl, dass… eine ganze Reihe meiner Mitmenschen nicht damit klar kommt, wenn sie den Menschen hinter den 140 Zeichen allzu deutlich sehen. Wenn man zu groß wird, scheint die Zielscheibe mit zu wachsen. Ich muss daran denken, wie ich mich über die Art und Weise von DHL geärgert habe, als sie eines meiner essentiell wichtigen Pakete in Geiselhaft genommen haben. Das sind ja alles Profis, denen man wer-weiß-was an den Kopf werfen darf, richtig? Der Mensch, dem ich meine Verachtung über die miese Mannschaftsleistung nahe bringe, der ist ja auch nur ein Social-Media Mensch oder ein Support-Profi, richtig?

Ja, sicher. Aber das sind eben auch immer noch Menschen. Komplett egal, ob sie Pakete verbummeln oder ob sie Popstars irgendeiner Art oder "Eliteblogger" oder noch schlimmer… bemitleidenswerte Menschen in der Spielebranche sind. Es sind Menschen. Es ist nicht wichtig, wie berühmt oder unbekannt sie sind, es ist nicht wichtig, ob sie nüchtern oder besoffen sind, es ist nicht wichtig ob das neue Spiel nun ein paar mehr Bugs hat als erträglich. Es ist auch überhaupt nicht wichtig, ob diese wahr und richtig ist, was ich jemandem um die Ohren haue, den ich vielleicht nie getroffen habe. Ganz egal, ob das in Twitter geschieht, in Facebook oder sogar in Ello.com (nein, vielleicht nicht in Ello) - nicht einmal in der DHL-Hotline, wenn ich ganz ehrlich sein darf. Diese Leute sind nicht die endgültige Deponie für meinen unendlichen Frust oder dafür da, dass ich jede ihrer Äußerungen mit Spott oder Hohn oder schrankenlosem Gebagger kommentiere.

Es ist wichtig, dass ich nicht so oft vergesse, das ich mit Menschen zu tun habe. Vielleicht geht es euch ja auch dann und wann ähnlich - es ist ja nicht so, als hätte ich hier bahnbrechende Neuigkeiten veröffentlicht. Leute, ganz ehrlich: Manchmal in 2014 habe ich mich geschämt. Gegen Krieg und all die großen Sachen kann ich hier und jetzt nicht sofort etwas tun.

Aber ich kann versuchen, so ein paar Sachen im neuen Jahr besser zu machen, Sachen die ich oben beschrieben habe. Nein, ich sollte mich da ein wenig korrigieren, denn es ist nicht so verdammt schwer: Ich werde das einfach besser machen, dazu braucht es keinen Versuch: Einfach tun.

Ich wünsche euch prachtvolle Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Baut keinen Mist.

1 Kommentar

  1. Ein reflektierender Artikel, wozu schon Mut gehört aber auch Einsicht, was ja bekannterweise der erste Weg zu Besserung ist. Das du diesen Artikel veröffentlicht hast, finde ich gut, richtig und wichtig.