PC-Selbstbau für einen (fast) Ahnungslosen

Das Phanteks Enthoo Evolv Case nach das Auspacken - und noch ohne Innenleben.

Das Phanteks Enthoo Evolv Case nach das Auspacken - und noch ohne Innenleben.

Ich habe in letzter Zeit einen PC gebaut und darüber geschrieben- genau, das habe ich also die ganze Zeit getrieben. Das geschah auf meinem Pants Blog. Die drei Teile sind stellenweise etwas technisch und vielleicht etwas trocken - ihr solltet aber meine Betrachtungen auch so verstehen können. Hier sind sie trotzdem: Teil 1, Teil 2, Teil 3.

So, inzwischen steht mein neuer Rechner bereits ein paar Wochen und ich muss sagen: Das mit dem Selbstbau ist insgesamt eine sehr positive Erfahrung gewesen. Am Ende etwas „ganz eigenes“ da stehen zu haben - das ist noch einmal ein anderes Gefühl als die ganzen Systeme die ich zwar selbst zusammengestellt habe, aber immer von Dritten montieren lassen habe. Ein paar Gedanken zum Ende möchte ich dann aber doch zusammenfassen, wenn ihr erlaubt.

Die Hardwarezusammenstellung könnt ihr im groben hier nachsehen - allerdings kannte die sonst feine PCPartPicker.com weder mein Netzteil, noch meinen Iiyama Monitor. Ich sollte vielleicht noch sagen, dass ich keineswegs alle Teile auf einen Rutsch gekauft habe - viel hatte ich aus meinem alten System. Ich bin ja nicht Krösus.

Das Gehäuse ist das Gesetz

Das Innenleben mit der GeForce 770 GTX.

Das Innenleben mit der GeForce 770 GTX.

Ich kann gar nicht genug betonen, wie sehr die Wahl eines ordentlichen - also relativ teuren - PC-Cases den Bau erleichtert hat. Gerade im Vergleich mit meinem bisherigen Midi-Tower von Antec (keineswegs ein „Schlechtes“) hat sich der Bau in dem wirklich ganz schön teuren Phanteks ganz erheblich leichter angefühlt als im alten einfach nur mal ein Laufwerk einzubauen. Die Kabelführung, leichter beidseitiger Zugang, werkzeugfreie Montage… das sind alles Faktoren, die mir am Ende die geschätzten 20€ lässig wert waren. Davon einmal abgesehen sieht es einfach verdammt lässig aus und es macht wenig Lärm bei guter Kühlung. Das hier ist ein Punkt, in dem ich ganz sicher auch in der Zukunft nicht allzu sehr sparen werde. Glücklicherweise hält so eine Kiste auch relativ lange und ist eine Investition in die Zukunft. Kauft keinen Scheiß.

Die Innereien

Die Intel Xeon CPU. Nicht besonders beeindruckend.

Die Intel Xeon CPU. Nicht besonders beeindruckend.

Beginnen wir mit dem Prozessor und ich sage: Schaut euch die Preise an. Verglichen mit Intels Core i5 und Core i7 bringt meine Xeon CPU ein Maximum an Leistung fürs Geld. Zwar ist keine eigene Onboard-Grafik für Notfälle dabei, aber die hat das Mainboard dafür selbst dabei. Gute Wahl. Ich habe die „Boxed“ Version gekauft - die mit einem mitgelieferten Kühler also, im Unterschied zur „Tray“ Version. Die kostete dasselbe wie die „ohne“ und hat noch dazu eine deutlich längere Gewährleistung. Ich würde allerdings demnächst noch einmal nach einem anderen Kühler schauen, weil der von Intel doch ein wenig laut ist - keineswegs unangenehm, aber da ist noch Raum für Verbesserung. Auf keinen Fall würde ich in Zukunft auf Solid State Drives (SSD) anstelle der günstigen, aber lauten und lahmen Festplatten alter Schule verzichten, auf jeden Fall nicht als Systemlaufwerke. Ein Traum, Leute. Dafür verzichte ich durchaus mal auf Unmengen von Speicher zugunsten von Speed und absoluter Stille im Betrieb. Für den puren Platz habe ich immer noch die Terabyte-Platte aus dem alten Rechner verbaut, die ich niemals komplett gefüllt bekommen habe.

Mac OS X und Windows 8.1 - endlich vereint

Ein Stück Arbeit: OS X auf einem PC.

Ein Stück Arbeit: OS X auf einem PC. Nicht ohne Grund versteckt es sich hinter meinem MacBook.

Meine Lieben: Was habe ich gelitten. Kurz habe ich auch die Sache mit dem OS-X Gebastel aufgegeben und mich auf eine reine Windows-Zukunft eingestellt - Windows 8.1. auf einem SSD-Laufwerk und mit ordentlich Rechenleistung erinnert nämlich irgendwann tatsächlich an diesen „Spaß“, von dem mir die Leute immer erzählen. Am Ende habe ich es doch geschafft und tatsächlich schreibe ich diese Zeilen an meinem PC unter OS X Yosemite. Ich will kurz erwähnen, dass die ganze „Hackint0sh“ Sache natürlich weiterhin rechtlich keine ganz saubere Sache ist - aber ich bin immerhin Besitzer einer legalen Kopie von OS X und eines Macs… und… reden wir einfach mal darüber, wie ich es am Ende hinbekommen habe. 1. Der Clover Bootloader ist die moderne und saubere Methode. Vergesst die anderen Vorgehensweisen, wirklich. Auch wenn sie zuerst einfacher wirken. 2. Die passende Anleitung Install Mac OS X auf Rampagedev.com ist exzellent und die Autoren liefern sogar für verschiedene Mainboards angepasste Treiberpakete an. Wirklich gut gemacht! 3. Ich habe ein UEFI Bios auf meinem Mainboard und das Windows-Laufwerk sollte für Clover ebenfalls EFI-mäßig formatiert werden- und nicht nach dem altgewohnten MBR-Stil. Daran sind wochenlange Bemühungen gescheitert und ich habe natürlich erst viel zu spät daran gedacht. Kurz: Ihr wollt den „GPT-Partitionsstil“ unter Windows haben. Ich habe zuerst OS X und dann Windows installiert - auf eigenen SSD-Laufwerken. Dann klappt es auch mit dem Bootloader und ihr könnt beim Systemstart zwischen den Betriebssystemen auswählen. 4. Am besten vor dem Hardwarekauf nachforschen, ob der Kram auch Mac-freundlich ist. Ich würde von AMD CPUs abraten.

Ist es die Arbeit wert? Ich würde sagen: Für mich irgendwie schon, weil ich einfach schon Berge von mehr oder weniger geliebten Mac-Apps habe und gern sowohl mit meinem MacBook Air aber auch mit meiner geliebten mechanischen Tastatur tippen. Es ist bedeutend günstiger, als sich einen iMac mit richtig guter Ausstattung zu kaufen. Aber so gut wie ein „richtiger Mac“ ist die Sache auch nicht - es bleibt ein halbwegs brauchbares Stückwerk und immer wieder kommt man an genau die kleinen Ärgerlichkeiten, die einen eigentlich überhaupt erst von Linux oder Windows aus in Apples wartende Arme getrieben haben.

Ach je… ich brauche vermutlich doch irgendwann mal ein Keyboard mit einer „richtigen“ Mac-Tastenbelegung. So ist es auf Dauer wirklich nervig.

Zum Ende

Einen PC kann wirklich jeder bauen. Ihr solltet ein wenig Selbstvertrauen haben und vorher Leute fragen, die ein wenig Ahnung haben - wenn ihr keine greifbar habt, sind die einschlägigen Hardwareforen - auch gern bei den großen Händlern wie Alternate oder Mindfactory - richtig hilfreiche Anlaufstellen. Der Zusammenbau? Der macht einfach Spaß und ihr werdet am Ende mächtig stolz sein. Ihr werdet am Ende mehr PC für weniger Geld bekommen haben und dazu einen Haufen Wissen.

Es fällt bedeutend leichter, wenn man eine Wissende Person an der Hand hat, die notfalls ein wenig helfen kann, wenn man sich unsicher ist. „Fragen“ und „Nachforschen“ bevor man irgendwelche wilden Sachen probiert - das ist eigentlich meine eine große Lehre aus dem Projekt.

Die andere Sache? Der Traum, einen Mac auf handelsüblicher PC-Hardware zu bauen und je nach Wunsch Windows oder OS X zu benutzen - das hingegen kostet Zeit und Nerven und Plan. Wer sich darauf einlässt, sollte sich darüber im klaren sein, für die nächsten Absehbaren Wochen ein neues Hobby zu haben. Am Ende habt ihr ganz sicher keinen Mac, aber ein absolut einsetzbares, mächtig schnelles System mit dem man ganz sicher gut arbeiten kann.

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