Fast so langweilig wie Lokalpatriotismus.

Da komm ich wech.

Da komm ich wech.

Nein, wirklich: Eigentlich interessiere ich mich nicht besonders für eure Heimat. Natürlich gehe ich davon aus, dass es sich um eine sehenswerte Ortschaft handelt, in einem durchweg unterschätzten Landstrich gelegen, der seine Schönheit nicht jedem oberflächlichen Beobachter offenbart. Die Ansässigen aber wissen sehr gut, warum sie ansässig sind: Diese Ortschaft in dieser Landschaft ist selbstredend die Beste und daraus folgernd sind die anderen Ortschaft in derselben oder anderen Landschaften höchstens gerade noch erträglich.

Lokalpatriotismus ist in kleinen Dosierungen eine charmante Sache, solange man die Angelegenheit nicht ernst nimmt.

Da wir gerade beim "nicht ernst nehmen" sind, wage ich eine kühne These zu verkünden: Es wäre denkbar, dass eine größere Anzahl der Bewohner Berlins durchaus ganz angenehme Zeitgenossen sein können, solange sie nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit versuchen so zu klingen, als seien sie tatsächlich Bewohner Berlins und zu erzählen, wie viel unvergleichlich schöner, größer und natürlich weniger provinziell Weltstadt Berlin ist. Keine Sorge, liebe Berliner: Dergleichen ermüdende Monologe führen auch andere Gruppen ins Feld, sogar Hamburger, Schwaben und - man mag es kaum glauben - sogar wir Bielefelder. Ihr seid damit nicht allein. Ist das ein gutes Gefühl? Ich bin mir da nicht so sicher.

Manchmal finde ich es schade, wenn man sich so lange über die möglichen Eigenheiten verschiedener Regionen unterhalten muss und wie überlegen (oder alternativ auch außerordentlich bescheuert) die eigene Ecke des Planeten sei.

Dann doch lieber das Wetter, das haben wir wenigstens gemeinsam. Wobei, bei uns in Westfalen regnet es ja doch immer, das macht uns natürlich erst zu diesen sturen, zuverlässigen Charakteren... nicht so wie die leichtlebigen Rheinländer, die können dafür besser feiern, die Westfalen sitzen ja nur herum...

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