Ausgebremst.

Morgen früh gehe ich nach einer Zeit von drei Wochen Urlaub und Krankheit wieder für durchgängig zur Arbeit. Ich freue mich, auch weil das eine ganz schön merkwürdige Zeit hinter mir ist.

Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass man mich zu vielen Zeit als „faulen Hund“ bezeichnen kann. Ich genieße meine Freizeit gern schlafend oder sitzend und setze den größten Teil meiner Energie feiernd um. Nun gut: Vielleicht ist das etwas übertrieben, aber ich verbringe nicht besonders viel Zeit mit körperlichen Aktivitäten.

Allerdings war es in diesem Fall so, dass ich eine gute Weile nicht besonders gut laufen konnte, nicht besonders gut Sport machen konnte und manchmal waren da schon mal ordentlich Schmerzen.

Ich konnte das erste Mal seit Jahren kaum erwarten, Liegestützen zu machen und habe natürlich viel zu früh wieder damit angefangen - das habe ich natürlich sehr bald darauf bereut (Aua!).

Ich wollte keine Bücher lesen, ich wollte keine Texte schreiben, ich wollte nicht am Computer oder der PS4 spielen - nein, ich wollte Menschen sehen - nicht in der Webcam, nicht von ihnen lesen, ich wollte sie treffen. Einfach nur herumlaufen, vorzugsweise schmerzfrei aber wenn es denn sein muß, dann eben auch unter Schmerzen - das war ganz plötzlich ein großes Bedürfnis.

Als es gerade wieder halbwegs ging, war ich dann auch feiern und tanzen und das war so gut, auch wenn ich den halben folgenden Tag mit schwerem Knie-Kater auf dem Sofa verbringen musste.

Dass ich mich wirklich zügeln musste, mir nicht zu viel zuzumuten, das war wirklich neu - ich lerne mich offensichtlich immer noch kennen, selbst nach den paar Jahren.

Vielleicht bin ich in diesen Moment ein klein wenig positiver als zuvor. Vielleicht neige in diesem Moment nicht so sehr dazu, mir die Erinnerung an einen tollen Abend an ein paar winzigen negativen Sekunden zu vergällen.

Mal sehen, was kommt. Ich bin froh, dass es endlich weitergeht.

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