Gorgmorgs kleine Medienschau, September 2016

3D

Essentielles Zubehör für Filme wie "Der Schrecken vom Amazonas"

Brooklyn Nine-Nine (Netflix)

Im Moment sind die großen Netflix-Eigenproduktionen wie Narcos nicht ganz zu Unrecht in aller Munde und ich bin da natürlich voll dabei. Meine meistgeschaute Serie ist zur Zeit allerdings Brooklyn Nine-Nine, eine in den USA auf Fox Television laufende Sitcom mit Andy Samberg, André Braugher, Terry Crews und einem ganzen Haufen anderer relativ hochkarätiger Akteure. Sie sind allesamt Cops, die (zu?) wenig zu tun haben und unter dem neuen, strengen Chef doch zu kämpfen haben, ihre gewohnten Zeitvertreibe durch solche Sachen wie Vorschriften oder Arbeit nicht einschränken zu müssen. So weit, so wenig ungewöhnlich - und sicher darf man die Frage stellen, ob heute bei den vielen, vielen Fällen von Polizeigewalt in den USA das NYPD so harmlos-sympathisch dargestellt werden darf. Allerdings hat Brooklyn Nine-Nine anderen Genrevertretern eines voraus: Die Serie ist wirklich lustig, die Charaktere sind sympathisch und bis in die Nebenrollen glänzend besetzt, allen voran der großartige Terry Crews.

Fritz Leiber im O-Ton

Wer sich mal mit mir über meine Lesevorlieben unterhalten hat, wird früher oder später mal den Namen Fritz Leiber gehört haben - einem 1992 verstorbenen Autor aus den USA, der sich vor allem in den Bereichen Horror, Science-Fiction und Fantasy einen Namen gemacht hat, aber immer in vielen anderen Genres seit den 1930er Jahren (!) erfolgreich gearbeitet hat - so hat er auch einen Haufen Geschichten mit Katzen als ProtagonistInnen verantwortet, die angeblich auch ziemlich gut sein sollen. Ich habe aber noch nicht den Mut aufgebracht, mir diesen Teil des Werkes zu geben - sicher haben sie aber auch den feinen Humor, der Leiber immer auszeichnete. Für mich sind die Nehwon-Stories mit Fafhrd und dem Grauen Mausling der Einstieg in sein Werk gewesen und ich liebe sie noch immer am allermeisten. Ich höre nicht allen Autoren, die ich in Schriftform mag gern zu - allen voran Tolkien, den ich entschieden einschläfernd fand - aber in diesem Fall mochte ich schon die Stimme und die ganze unaufgeregte Art von Fritz Leiber. Ich habe da ein paar Audiodokumente gefunden, die ich sehr hörenswert finde und die gibt es auf der Fanseite Scrolls of Lankhmar. Beginnen würde ich mit dem 1997er Interview. Leiber hat gegen Ende seiner gut fünfzigjährigen Karriere noch härter als zuvor getrunken und leider schlug sich das auch in der Qualität seiner sonst wenigstens handwerklich herausragenden Arbeit nieder, hier ist er aber noch voll auf der Höhe und so klingt er auch: Mächtig inspiriert.

Der Schrecken vom Amazonas (Creature from the Black Lagoon, Jack Arnold 1954)

Der Kiemenmensch aus Jack Arnolds 3D-Klassiker ist nicht ganz so bekannt - schon gar nicht in der 3D-Fassung, für die man die rotblauen Brillen braucht. Ich finde, es ist nach wie vor ein sehr unterhaltsamer Film, auch wenn natürlich der Zahn der Zeit ein ganz klein wenig an einigen der Schockmomente genagt hat und man vielleicht nicht passend zu jeder Einstellung mit der Kreatur der Soundtrack dramatischst anschwellen lassen muss, um anzuzeigen wann man sich nun gefälligst zu gruseln hat. Die Geschichte ist einfach, dafür aber gekonnt in Szene gesetzt - insbesondere die Unterwasseraufnahmen sind immer noch sehr reizvoll. Der 3D Effekt wirkt mal besser und mal schlechter, auf jeden Fall war wohl nicht nur ich aufgrund meiner enormen Kopfschmerzen aufgrund angestrengten “Schielens” dankbar, dass es in der Mitte des Films eine kleine Pause gab. Ich wohne in Bielefeld und dort gibt es ein besonders umtriebiges Offkino, das diesen und noch eine ganze Menge mehr sehenswerter Filme gezeigt hat. Sehr empfehlenswert!

The Epic (Kamasi Washington, 2015)

Ganz sicher bin ich kein Experte für Jazz, aber diese dreistündige live(!) eingespielte Aufnahme von Kamasi Washington finde ich dennoch so gut, dass ich sie empfehlen möchte. Richtig gute Musik, die aber ein wenig Zeit und Aufmerksamkeit braucht. Ein klarer roter Faden fehlt trotzi einer schwindelerregenden Anzahl von Stilwechseln und eigentlich jazzfremden Einflüssen nie - bewundernswert! Gebt euch das mal.

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