Gorgmorgs kleine Medienschau, November 2016

Noch ist November und auch am 30.11. kann ich noch schnell eine Ausgabe nachschieben, oder? Diese hier ist nicht ganz so umfangreich, beim nächsten Mal gibt es dann mehr.

Ultra-HD, 4K und HDR

Ich habe einen neuen Fernseher - einen mit der noch volleren HD Auflösung als Full-HD und diesem aufkommenden HDR-Feature (High Dynamic Range), womit größere Helligkeitsunterschiede als zuvor wiedergegeben werden können - kurz gesagt, die so viel kontrastreicheren Farben “knallen” bei den entsprechend produzierten Filmen und Spielen um einiges besser. Von beiden Neuerungen macht meiner Ansicht nach HDR am meisten aus und wird bisher noch weniger als Ultra-HD bzw. “4K” (dabei handelt es sich um die Kino-Bildauflösung, die beinahe von den Ultra-HDs erreicht wird) unterstützt. Womit ich nicht sagen will, dass es keine Inhalte gibt - sowohl Amazon Prime Video als auch Netflix hat einen ganzen Haufen passenden Stoff, wobei man bei Netflix für 4K und HDR eine geringfügig höhere monatliche Gebühr zahlen muss. Ist es das alles wert? Kommt ganz drauf an, ob man bereits einen großen Fernseher hat. Ich würde sagen, dass Ultra-HD auf einem 32-Zöller vom üblichen Sofa-Abstand aus nicht von Full-HD zu unterscheiden ist. Man braucht schon eine große Kiste, um etwas davon zu haben, aber dann… ist das Bild schon eine Offenbarung. Man sieht einfach so viel mehr - inklusive jedem einzelnen Fältchen bei zuvor makellos wirkenden Stars! Darauf haben wir alle gewartet, richtig? Genau, darauf haben wir alle gewartet.

Mangels entsprechender Konsole habe ich Gaming auf dem großen Teil noch nicht ausprobieren können, aber wenn ihr eh schon so viele Stunden mit dem streamen von Filmen und Serien verbringt würde ich bei einer anstehenden TV-Anschaffung ernsthaft empfehlen, bei nicht gewaltigen Mehrkosten in den neuen Standard einzusteigen. Erwartet nur bloß nicht, dass hierzulande normales (Kabel/Sat…) Live-TV in den nächsten Jahren nachziehen wird - für Fußball braucht ihr das alles nicht.

Cosmos (2014)

Nicht nur über den Kosmos, sondern über die Geschichte der Wissenschaft selbst in ganz großartigen Bildern - eine Dokuserie in 13 Teilen, die “in groß” noch viel großartiger aussieht - auch wenn die ganz hohen neuen HD-Auflösungen zumindest auf Netflix nicht unterstützt werden. Toll von Neil DeGrasse Tyson erzählt, visuell mit dem größten denkbaren Aufwand realisiert- ich denke, auch für etwas ältere Kinder absolut spannend und sehenswert. Die Serie ist schon ein paar Jahre alt und wurde euch vielleicht schon ein paar Male nahe gelegt, da kann eine weitere Empfehlung nicht schaden, oder? Die Serie lief auch unter “Unser Kosmos: Die Reise geht weiter” (Original: “Cosmos: A Spacetime Odyssey”).

Shannara Chronicles (Amazon Prime, 2016)

Einer der ersten von vielen, vielen Fantasyschinken in meiner Jugend war ein dickes Taschenbuch namens "Die Elfensteine von Shannara" von Terry Brooks - damals ein ziemlich typisches Genrewerk der 80er Jahre mit allem was so ein Fantasyschinken braucht - Zauberei, magische Bäume, Elfen, Dämonen und so weiter. Nun ist genau dieses Buch eine Amazon Prime Serie und nicht mehr nur eine Fantasygeschichte, es ist auch gleichzeitig eine ganz entschieden grünere Version von “Mad Max”: Das Geschehen findet auf den Ruinen unserer Welt nach dem “großen Knall” statt. An vielen Orten erkennt man die die Hinterlassenschaften unserer untergegangenen Zivilisation. Davon war in den damaligen Büchern damals nicht unbedingt viel zu lesen und wurde größtenteils später von Brooks selbst und später noch verstärkt von den Serienmachern nachträglich hinzugefügt - der 'Post Doomsday' Aspekt funktioniert allerdings in den meisten Momenten ganz gut. Viel eigentümlicher empfand ich die Besetzung von 99% der Rollen mit Model-Level makellosen, perfekt frisierten Personen - der arme John Rhys-Davies wirkt da bisweilen wie ein Fremdkörper als der einzige einigermaßen normal aussehende Mensch, äh, Elf. Im Großen und Ganzen macht das Personal seine Rolle aber ganz gut. Obwohl es der einzigen vorliegenden Staffel zwischendurch immer mal wieder die Puste ausgeht und es sich ermüdend oft darum dreht, zu welcher der weiblichen Hauptfiguren sich der jugendliche Held Wil Ohmsford in diesem Moment gerade ein klein wenig mehr hingezogen fühlt - immer wieder gibt es ein paar spannende Wendungen und einige beachtliche Schauwerte - Amazon hat offensichtlich nicht geknausert. Die Handlung der ziemlich dicken "Elfensteine"-Romanvorlage ist nach dieser ersten Staffel bereits auserzählt und da man anscheinend keine neuen Heldinnen und Helden für die viel, viel später spielenden Fortsetzungen einführen will, bin ich sehr gespannt, wie es weitergehen soll. Trotz einiger Fremdschäm-Momente aufgrund der Dialoge und einigen echten Blindgängern unter den Handlungsfäden: Ich wäre dabei.

Kommentare sind geschlossen.