John Wick: Kapitel 2 (Chad Stahelski, 2017)

Ich garantiere, dass da weiter unten ein Hund neben John herumläuft. Nicht dass sich da jemand Sorgen macht.

So. Da ist also die Fortsetzung zum “Nein, das mit dem Hund kann nicht passieren!”-Film von 2014, der durch zwei erstaunliche Wiederentdeckungen von sich reden machte: Zum einen die Rückkehr von Keanu Reeves als Actionheld, der sich überaus passabel in sehr, sehr überzeugenden Kampfszenen auch ohne viele Schnitte behaupten konnte und seine ansonsten… sagen wir mal… reduzierte Art des Schauspiels als wortkarger Killer im Ruhestand perfekt einsetzte. Die andere Wiederentdeckung war der klassische, handwerklich gekonnte Actionfilm mit sorgfältig inzenierten Gemetzeln, die für den Zuschauer stets gut nachvollziehbar bleiben - ganz im Gegensatz zu den damals vorherrschenden Wackelkamera-Schnittorgien.

Die guten Nachrichten vorab: Wenn es zur Sache geht, ist der Nachfolger dem ersten John Wick ebenbürtig und sicherlich genauso unterhaltsam. Reeves’ altem Stunt-Double und späterem Kampfchoreographen aus den Matrix Filmen sind offensichtlich die Ideen für einfallsreiche Kabinettstückchen nicht ausgegangen. Leider zieht sich die wirklich dünne Story, sobald nicht geschossen und gemeuchelt wird, trotz oder gerade der offensichtlichen Bemühungen, eine Film-Universum im Stil von Marvel zu basteln, rund um die geheime weltweite Killer-Commmunity. Mir fehlt der Minimalismus des ersten Films - die Story hatte die Aufgabe, der Hauptfigur eine Ausrede für sein etwas ungehaltenes Vorgehen gegen seine Feinde zu geben und das war dann schon alles. Immer wenn eine neue Figur eingeführt wird, die nicht gleich anfängt herum zu ballern, immer wenn bedeutungsvolle Dialoge geführt werden, immer wenn ganz offensichtlich die Bühne für einen dritten Film vorbereitet wird - immer dann kommt das zweite Kapitel fast zum Stillstand. Fast, denn zum Glück nimmt John gerade noch rechtzeitig wieder irgendein Tötungswerkzeug zur Hand und rettet sein Sequel auf ganz sicher glorreiche, wenn auch absolut verwerfliche Weise und sofort sind all diese neuen aufgeblasenen Unwichtigkeiten vergessen. Danke, John Wick.

Trotz all dieser Meckereien macht John Wick: Kapitel 2 richtig Spaß, auch wenn er natürlich nicht mehr so originell daherkommt wie 2014.

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