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Dieses merkwürdige Jahr

Dezember 24, 2020 - Lesezeit: 4 Minuten

Jetzt sitze ich an Heiligabend allein zu Hause und… nun, ich hatte auch nicht erwartet, noch einmal irgendetwas in irgendein Blog zu tippen. Tja, es kam anders. Aber so war 2020, oder?

Was auch immer das hier für Jahr für euch gewesen sein sollte – ganz bald ist es jedenfalls auf jeden Fall vorbei. Was mich betrifft, weine ich ihm keine Träne nach – allerdings hat 2020 sicher auch so seine positiven Aspekte für mich gehabt und ich hoffe, das gilt auch für euch.

Ich habe viele Sachen umgesetzt, die ich immer schon einmal machen wollte und bei denen ich mir sicher war, niemals in diesem Leben dazu zu kommen: Ich habe Sachen von mir in Print gesehen und ich war inzwischen schon in einigen Podcasts und sogar in einem Live-Twitch-Stream (Unter uns: Die beiden letzten Dinge hatte ich beim besten Willen nicht auf der Pfanne, aber auch die haben unerwarteter Weise viel Spaß gemacht). Ich habe also so einiges erreicht, was meine Nerd-Hobbys angeht. Beruflich? Es war nicht leicht im Bildungssektor, aber ich bin nicht in der Pflege und ich arbeite nicht in der Schule. Also: Ich bin einfach mal ein bisschen stiller und sage leise „Danke“ für das, was ihr täglich unter diesen Bedingungen tut. Ich denke an meine Freund:innen die Kunst und Gastro und Veranstaltungen machen und daran, wie ihr durchs Jahr kommen musstet. Meine Güte: Ganz ehrlich, bei allen Einschränkungen und bei allen anstrengenden Umständen bin ich doch recht abgesichert. Das gilt lange nicht für Alle. Kümmert euch um eure Leute. Meldet euch bei Ihnen.

Mein soziales Umfeld, mein ganzes Privatleben ist seit… meine Güte, schon so lange… ganz schön am Boden. So wie alle Gelegenheiten, sich zu treffen – die gibt es seit mehr als einem halben Jahr nur noch eingeschränkt, seit dem Herbst gar nicht mehr. Als alleinlebender nichtgläubiger Single bedeutet das weitgehend no Fun und manchmal fällt es mir sehr schwer zu ertragen, wie komplett unzumutbar es scheinbar ist, mal für eine Weile die christlichen Gottesdienste oder gar – ganz und gar undenkbar – Schulen oder Lohnarbeit auch nur minimal einzuschränken, um Leben zu retten und diesen ganzen Mist zu verkürzen. Es sind manchmal sehr einsame Zeiten und es ist bisweilen schwer, nicht zynisch zu werden. Aber bisher gehts noch – vielen Dank der Nachfrage!

Was für ein Glück, dass wir diese schrecklichen sozialen Medien oder die entsetzlichen Smartphones haben, um nicht komplett wahnsinnig zu werden!

Geht es auch auch, dass ihr euch kaum auf Bücher, komplexere Filme usw. konzentrieren könnt? Ich finde kaum die Ruhe. Hoffentlich ist das nur eine krisenbedingte Phase und ich kann danach wieder halbwegs denken. Zum Glück muss ich jetzt keine Hausarbeit oder Ähnliches schreiben und wenn du gerade an so einem Stück sitzt – du hast meine Bewunderung und ich fühle sehr mit dir. Ich tue wenig Sinnvolles – so fühlt es sich jedenfalls an, auch wenn es objektiv sicher anders sein wird – und es ist trotzdem so dermaßen ermüdend.

Wenn ich mir etwas für das neue Jahr wünschen darf – wenn das neben dem offensichtlichen Traum von „Normalität“ nicht zu viel verlangt sein sollte: Ich will, dass meine Freund:innen auch nach diesem ganzen Mist noch ebensolche für mich sind und ich will mit euch allen anstossen, egal ob es Leitungswasser oder Unaussprechliches ist, mir egal. Ich habe so unendlich viel Umarmungen nachzuholen, so unsäglich viel langweilige Geschichten zu erzählen und schlechte Witze zu machen, so viele Konzerte zu besuchen und Sachen zu tun. Aber eben vor allem: Wir sehen uns wieder, ja?

Alles Liebe für das neue Jahr und kommt in einem Stück herüber. Passt bitte gut auf euch auf.


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Die schlimmste Zeit des Jahres.

Januar 19, 2019 - Lesezeit: 2 Minuten

Schon seit vielen Wochen gibt es wenig Licht in unseren Tagen. Wenn es Licht gibt, dann ist es matt und grau. Winter. Noch dazu ein Winter, der wenige klare, helle Tage hatte, was wohl an den wenigen frostigen Tagen lag. Das ist nicht meine liebste Jahreszeit und ich bin mir reichlich sicher, dass ich mit dieser Meinung nicht alleine bin. Richtig, meine geneigte Leserschaft? Ich werte euer Schweigen einmal als stillschweigende Zustimmung. 

Ich glaube, gerade leben wir in einer ziemlich einsamen Zeit. Es fällt mir schwer, mich zu irgendetwas zu motivieren - ihr würdet mir kaum glauben, wie lange ich gebraucht habe um den zerrissenen Schnürsenkel in meinen Halbschuhen auszutauschen… ich habe einfach ein anderes Paar getragen. Faul? Ja, verdammt - faul oder so. Ich weiß ja nicht wie ihr das macht, aber ich kontere diese graue düstere Stimmung in verstärktem Ausgehen und entsetzlich ausgeprägter Internetnutzung. Solo-Videospiele? Keine Energie, Leute. Keine Energie. Es ist ein verdammter braungrauer Matschwinter.

Was war das eine Gute am Winter? Na, er kannte die Antwort; er hatte das Buch schon gelesen. Wenn der Winter kommt, kann der Frühling nicht weit hinterher sein.  Aber, o doch, dachte er. Doch, er kann; sehr sehr weit.

(Little, Big, John Crowley)

Vielleicht sollte man sich einmal die paar Sekunden Zeit nehmen und jemandem den man schon lange nicht mehr gesprochen hat, einmal schreiben. Vielleicht könnte man sogar einfach telefonieren und das sogar, ohne vorher lange zu fragen und einen Termin auszumachen, old school sich-mal-melden. Ich bin sicher, ihr fühlt euch danach beide besser. Vielleicht rettet ihr jemandem den Tag, die Woche und vielleicht auch einmal ein Leben. 

Die Sonne kommt bestimmt wieder und ich bin fast sicher, dass ich sie heute morgen einmal für eine Weile gesehen habe. Passt auf einander auf und haltet durch oder auch einfach so: 

Be excellent to each other.

(Bill S. Preston)

 

 

 


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2018 im Rückblick und was (vielleicht) kommt.

Dezember 31, 2018 - Lesezeit: 2 Minuten

Ich mag keine Jahresrückblicke und ich ertappe mich in diesem Moment dabei, dass ich offenbar bereits einen zweiten Entwurf für genau so einen Text begonnen habe. Das ist auch so ungefähr, wie ich in weiten Teilen 2018 beurteilen würde:

Ich mochte das Jahr 2018 nicht besonders. Ich habe auch nicht das Gefühl dass die Welt in einem besseren Zustand als zu Jahresbeginn in 2019 übergeht. 2018 war wohl eines der anstrengendsten Jahre meines Lebens, bisher. Andererseits ist niemand in meiner Familie schwer krank geworden, niemand aus meinem allernächsten Kreis ist gestorben. Wir haben keinen Krieg und zumindest ich muss mir aktuell keine großen Sorgen machen, dass mir etwas Schlimmes passiert, dass ich auf die Straße gehen kann. Das sieht für viel zu viele andere Menschen leider gar nicht so aus.

2018 war auch mal so gar nicht langweilig, das kann ich auf jeden Fall sagen - auf keiner Ebene gab es Stillstand und ich habe auf jeden Fall ein paar fantastische neue Freundinnen und Freunde kennen gelernt, die ich auf keinen Fall mehr missen möchte… ebenso wie viele ganze alte Freundschaften, die immer noch da sind und es auch hoffentlich weiter tun.

Allerdings habe ich wirklich extrem wenig auf diesem Blog geschrieben und das soll sich nun doch ändern. Ich habe dieses Jahr sehr viel Text produziert, aber das war doch eher an anderen Stellen als in sozialen Medien - ich habe zum ersten Mal einen langen Text in einem Spiele-Fanzine veröffentlicht und Sachen in dieser Ecke wird es auch im neuen Jahr weiter geben, soweit alles gut geht. Aber hier soll es auch ein paar neue Sachen geben. Ich habe das Gefühl, jeder schreibt über Filme und Serien und Musik und wollt ihr das wirklich auch von mir lesen? Die ganz tiefe Seelentieftaucherei möchte ich nun auch nicht mehr betreiben.

Vielleicht schreibt ihr mir ja mal, was ihr am liebsten von mir lesen wollt. Habt vor allem ein gutes 2019 und passt gut auf euch auf.