Eisern durchbloggen.

ironbloggerOWL_by_meyola

1 Iron Blogger OWL

Ich bin jetzt ein Eisenblogger. Das bedeutet nicht, dass ich der gebeutelten Schwerindustrie oder niedergelassenen Schmieden durch fortlaufenden Tastendruck Konkurrenz machen will, sondern viel eher, dass ihr in Zukunft mehr von mir lesen könnt.

Wenn ich nämlich unfassbarerweise nicht mindestens einmal in jeder Woche einen neuen Beitrag veröffentliche, dann muss ich zahlen - in eine Bierkasse, die nach einem festgelegten Ritus regelmäßig gemeinsam leergetrunken wird. Ich hoffe, es muss nicht unbedingt immer Bier sein, sondern auch anderes Flüssiges vielleicht sogar ohne Alkohol. "Gemeinsam" bedeutet: Gemeinsam mit anderen Ironbloggern aus Ostwestfalen-Lippe. Es gibt noch ganz viele andere Regionen und Städte, in denen metallisch gebloggt wird - unter anderem Ruhrgebiet, Köln, Berlin, Cambridge (MA) und bald auch Ursa Beta Minor.

Nun also auch in OWL.

Ich finde das Ding spannend, weil es nicht nur eine Möglichkeit ist, mit anderen Leuten zusammen zu kommen und ein wenig das eigene Blog zu befeuern - es ist auch eine Möglichkeit, mit anderen Leuten zusammen zu kommen, die nicht nur ein Blog haben, sondern auch regelmäßig Sachen veröffentlichen.

Das wird cool. Vielleicht machst du ja sogar mit!

www.ironbloggerowl.de

Schlafen.

Ich hatte eine ganze Menge Stress in letzter Zeit - ich denke das meiste davon stammt aus der Arbeit und all der andere Stress den es so geben kann fühlte sich inspiriert und hängte sich hinten dran. Ein ganz ordentlicher Haufens Stress also, der einen nicht schlecht niederdrücken kann, wenn man ihn mit sich herumtragen muss.

In der Wohnung blieb eine Menge liegen, was meiner Laune nicht besonders gut tat und… noch mehr, weil es noch weiter liegenblieb weil du einfach nur noch raus willst oder schlafen gehen musst. Schlafen geht aber nur dann gut, wenn du gaaaanz lange durchpennen kannst. Kein Wecken durch die Kinder über dir oder von Teenies, die vor dem Fenster deiner Erdgeschosswohnung den mächtigen Motor ihres neuen Rollers aufheulen lassen oder von den Nachtschwärmern, die sich gern vor meinen Fenstern einen nächtlichen Streit liefern.

Ach ja, nach einigen Tagen ging es mir so viel besser. Ich habe immer noch etwas Urlaub und ich bin wieder ich selbst. Nach ein paar Tagen hatte ich das Gefühl, denken zu können und mehr unangenehmerweise genau so alt auszusehen wie ich… bin. Schlaf half und ich empfehle ich euch ebenfalls… Schlaf. Ihr werdet wieder Bücher lesen können, ohne den Faden zu verlieren und mehr als eine Folge Breaking Bad anschauen können, ohne verwirrt zu sein. Es war nicht Alzheimer, es war Schlafmangel - glaube ich.

Nun gut, in meinem Urlaub ist sonst ungefähr alles schief gelaufen, ausgefallen und kaputtgegangen was irgendwie denkbar war - zuletzt ein drei Monate alter Geschirrspüler (zum Glück keinerlei Freundschaft) - so dass ich ordentlich Gelegenheit zu pennen hatte. Außerdem hat der Herbst wohl eine meiner Schlummerphasen genutzt und hat sich unerwünschterweise eingeschlichen. Aber ich will mal nicht klagen.

Alter Bekannter

Vielleicht kennt ihr das ja auch.

Ihr trefft einen alten Bekannten, der mal ein Freund war und man erzählt sich verschiedene Sachen. Nach einer Weile bemerkt ihr, wie ihr allmählich aufhört, richtig zuzuhören und wünscht euch ganz weit weg. Nicht, weil ihr etwas gegen die Person gegen euch habt. Das ist es nicht genau. Es ist, weil ihr spürt wie alle Zuneigung zu diesem Menschen schon vor langer Zeit seine Grundlage verloren hat, ihr diesen Menschen einfach nicht mehr sonderlich gern habt. Das ist nichts Schlimmes. Das passiert wohl einfach so.

Schlimm daran ist, dass der Mensch vor euch, dem ihr gleich mit einer mehr oder weniger überzeugenden Notlüge entkommen werdet, niemals den Grund dafür verstehen wird, warum ihr ihn nicht mehr so besonders mögt. Den Grund dafür, dass es irgendwie… vorbei ist.

Das Nichtmehrverstehen, das ist der Grund.

Ich habe keine einzige Sonnenbrille mehr.

Ich weiß ja: Wir wollen alle leben und auch wenn ich eure Jobs gelegentlich ein wenig merkwürdig finde, kann ich sie auch beinahe immer irgendwie nachvollziehen - von ein paar unwürdigen Ausnahmen abgesehen. Von einer dieser Ausnahmen möchte ich euch heute erzählen. Ich beginne einfach am Anfang:

Ich habe mich vorgestern darüber geärgert, dass ich spät abends noch einmal raus musste, weil ich einen leeren Umschlag im Auto vergessen hatte. Ich nahm meinen Schlüssel, ging vor die Tür - der Ärger war nicht besonders groß, weil ich direkt vor der Haustür geparkt hatte - schloss den Wagen auf und hole den Umschlag und schloss die Tür wieder ab.

Letzte Nacht fuhr ich spontan zum AJZ, weil die Nacht so unglaublich lauschig und sternenklar war und ich dachte, das wäre so eine Nacht für Soulmusik im lauschigen Innenhof des AJZ und ich hatte recht. Allerdings stellte ich fest, dass mein Handschuhfach offen stand und die alten Navi-Kabel auf dem Sitz lagen. Ich klappte einfach wieder zu und dachte nicht weiter darüber nach.

Heute allerdings griff ich nach meiner Sonnenbrille, die normalerweise immer treu auf der Mittelkonsole auf ihren Einsatz wartet und meine Hand tastete ins Leere. "Nun gut", dachte ich - "die habe ich wohl im Haus vergessen. Nehme ich eben die alte kaputte Ray Ban, die mir schon mehr als 20 Jahre lang so gute Dienste geleistet hat." Die war aber nicht im Handschuhfach. Nicht einmal das Etui war da. Ah, meine aktuelle Brille war natürlich auch nicht im Haus. Aber das habt ihr euch sicher auch schon gedacht.

Das finde ich traurig.

Nicht nur dass ich nach so langer Zeit gewisse sentimentale Gefühle für das Ding entwickelt habe - ihr ahnt nicht, was das Ding alles schon mitansehen musste, ich hingegen durchaus - ich weiß auch sehr genau, wer vermutlich der zweifachen Sonnenbrillenentwendung verdächtig ist. Derselbe Mensch oder dieselbe Gang von fragwürdigen Gestalten, die mir vor einiger Zeit bereits das Navi aus dem Wagen gestohlen haben. Immerhin macht ihr ja keinen Kratzer, dass muss ich euch lassen. Da kann ich ruhig den Wagen abschließen, ihr bekommt den scheinbar mühelos auf - gute Arbeit.

Wisst ihr… ach, ich gebe einfach auf. Das nächste Mal könnt ihr bitte auch das Leergut mitnehmen und vielleicht den Wagen mal ordentlich aussaugen.

Das wäre eigentlich ganz nett von euch.

(Wo bekomme ich denn nun gute und günstige Sonnenbrillen?)

Dicke Nüsse.

IMG_3069 Das hier ist die tägliche Ausbeute illegal gepflanzter Walnuss-Setzling aus dem Garten meiner Eltern, ohne wirklich nach ihnen gesucht zu haben - nur die jungen Bäumen, die einem so auffallen. Ich will gern mal wissen, welche Unmengen davon die Eichhörnchen auf dem Rückweg in den Wald einfach mal ganz spontan verbuddelt haben, als ihnen die Last zu schwer oder zu lästig wurde. Meine Eltern wohnen scheinbar genau auf der Eichhörnchen-Transitstrecke und ohne entschiedene Gegenmaßnahmen wäre das Grundstück sicher bald ein Hain aus Nussbäumen verschiedener Art.

Nicht die übelste Vorstellung - vor allem natürlich dann, wenn man ein Eichhörnchen ist.

Neue berufliche Perspektiven.

Ich bin kein besonders auffälliger Mann, aber nicht jeder kann von sich behaupten, nur durch Handauflegen zwei Geschirrspüler in drei Tagen vernichtet zu haben. Zuerst mein eigener und dann das Gerät, welches auf der Arbeit seinen Dienst verrichtet.

Besser: Das Gerät, welches bislang Geschirr und Besteck auf meiner Arbeitsstelle gereinigt hat. Jetzt tut es das nicht mehr.

Das war mein Werk.

Mein geschätzter Bruder ist sich ziemlich sicher, dass ich eine besondere Eigenschaft habe, die man "echt Scheiße an den Händen haben" nennt. Wenn der Recht hat - und das hat er leider in vielen Sachen mit beunruhigender Sicherheit (ausgenommen Essen, Musik, Frisuren und einigen anderen Details) - dann sollte ich mir in Anbetracht meines nur durchschnittlichen Durchschnittseinkommens überlegen, diese Eigenschaft zu Geld zu machen.

Ich könnte im Auftrag von Geschirrspülerherstellern und entsprechend zuständigen Reparaturbetrieben Leute besuchen, ihnen anlässlich ihrer hervorragenden Produktwahl Törtchen schenken und dezent die Hand auf ihre Geschirrspülautomaten senken. Selbstverständlich würden diese Termine erst nach Ablauf der Garantiezeit eingerichtet.

Ein ganzer Wirtschaftszweig könnte von mir gerettet werden, die Binnennachfrage wäre innerhalb kürzester Zeit auf einem Aufwärtstrend und ich könnte mir überlegen, mein Hobby - Außerbetriebsetzung von Kaffeemaschinen - ebenfalls professionell zu betreiben.

Die Perspektiven sind mannigfaltig, geneigte Leserinnen und Leser. Wenn nur mein Gewissen nicht wäre…

Surfen im Westen

So ganz viel habe ich ich ja in der letzten Zeit nicht geschrieben. Dafür gibt es einige gute Gründe, die leider trotz ihrer Grundehrlichkeit nicht ganz wie geplant 'rüberkommen - vor allem, weil sie nahelegen dass ich irgendwie "faul" sein könnte.

Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein, wie meine geneigten und informierten Leserinnern und Leser wissen: Ich bin dabei, Abenteuer zu erleben, spannende Begebenheiten und Dinge zu notieren und nebenbei meine Spülmaschine zu reparieren.

Ich finde Erstaunliches. Darunter das verwaiste Wakeboard in der Siegfriedstraße. Hier wartet man immer auf die nächste Welle, die genau dann kommt, wenn man sie nicht erwartet. Aber die Bielefelder rechnen bekanntlich immer mit allem, was Wellengang in der Folge eher selten macht.

Einer hier gibt nicht auf. Das macht mich stolz.

Kein Grund zur Sorge

Hey, du magst zwar gerade in einem Fahrstuhl feststecken - dennoch, keine Panik. Da kommt so ein Smiley gleich enorm beruhigend und ich fühle mich auch ohne Notfall gleich so richtig lässig, wenn ich täglich den Fahrstuhl zur S-Bahn nehme. Möglich, dass ich allein deswegen wiederholt zu spät zu wichtigen Terminen gekommen bin.

Notruf

Bevor du um Hilfe rufst, erstmal locker werden.

Übrigens: Sicher schreibe ich ich Zukunft wieder mehr. Dazu müsste aber erst einmal Teilenswertes passieren. Momentan scheint man aber in erster Linie mit der Suche nach Sachen zu tun zu haben, über die man sich dann ausgiebig ereifern kann. Das mag ich nicht sonderlich.

Die Bahn und ich: Ein Missverständnis.

IMG_2731 Die neue Eigenwerbung der Bahn und vor allem eines ihrer neuen Plakate finde ich erhellend. Ich habe mich lange gewundert, warum die deutsche Bahn in ihrem ganzen Tun anscheinend nie dasselbe im Sinn hat wie ich, es schien mir sogar oft so, als sei ich gar nicht Teil ihrer Zielgruppe. Jetzt habe ich endlich Gewissheit: Diese vielen anderen Menschen - sie suchen einfach nur die Gefahr - Nervenkitzel, den sie bei der Nutzung des deutschen Schienenverkehrsnetzes auch täglich finden.

Ich? Ich bin kein Abenteurer. Ich will doch nur heim.

Wenn ich in einem Buch wohnen soll, dann…

IMG_2705In Klappentexten findet sich nicht selten der Wunsch einer Leserin oder eines Lesers, in einem bestimmten Buch - bitte, bitte - wohnen zu können. Ganz sicher bin ich nicht, ob mir die Vorstellung gefällt. Die Idee, in einem zugigen Taschenbuch ohne Zentralheizung meine restliche Existenz zu verbringen, ist mir nicht geheuer. Ich nehme also einfach einmal an, dass der oben genannte Leser den Text des Buches gemeint hat und seinen Einzeiler als Kompliment an das Werk anlegen wollte.

Hättet ihr mich noch vor einigen Wochen nach meiner liebsten Buchunterkunft gefragt, ich hätte wohl wieder einmal John Crowleys »Little, Big« genannt: Man bekäme ein schönes Haus, eine gelassene Stimmung, viel Raum zur Entfaltung und eine Stimmung wie auf einem frühlingshaften Picknick. Man wäre in einem Märchen und es gäbe trotzdem Sex und alle paar hundert Seiten ein sprechendes Tier, die aber nicht sonderlich aufdringlich daherkämen. Ziemlich gut, oder?

Aber inzwischen bin ich klüger. Endlich habe ich erstmals Kochbuch von Jamie Oliver in die Finger bekommen. Ja - erst jetzt. Ich habe darin geblättert und würde jetzt gern zum nächstmöglichen Termin einziehen, Bitteschön.

Das raue Papier spricht für eine solide Bausubstanz und die Farben - die Farben sind so satt und tief, wie man sie wohl an keinem anderen Ort auf dieser Welt oder in der Bibliothek finden kann, sondern nur in Oliver-England, den Gefilden die Photoshop nicht kennen.Reden wir einfach nicht vom essen, okay? Reden wir von der Nachbarschaft. Fröhliche Menschen verschiedenster Herkunft, die zu Tisch auf angenehmste unordentlich sind. Alle sind so zufrieden, nun gut - das sind sie nicht ohne Grund: Sie werden ja auch recht gut und bio-mäßig achtsam vom Jamie selbst bekocht - das stimmt mit Sicherheit gelassen. Aber in meiner neuen Heimat gelingt eben auch die multikulturelle Gesellschaft so einfach wie ein Trifle.

Ach, schöne neue Kochbuchwelt. Mögest du niemals im Regal verstauben.

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