Die Bundestagswahl und ich.

Zufrieden bin ich nicht mit dem Ausgang der Bundestagswahl. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich mit einem anderen Ergebnis als diesem auch nicht gerechnet hätte - damit meine ich vor allem das Abschneiden von Frau Merkel.

Denn es ist ja doch vor allem Merkel, die beinahe eine absolute Mehrheit erreicht hätte - sie und schon gar nicht irgendjemand von ihrem Verein. Man könnte ja nur zu leicht vergessen, dass sie ja einmal auch eine Art Partei hatte - irgendetwas mit "C" am Anfang - es will mir gerade einfach nicht einfallen. Es ist unsere "Angie" allein gewesen, die anderen waren irgendwie auch da, ja.

Ich glaube nicht, dass man ein ausgesprochener Trottel sein muss, weil man Merkel gewählt hat. Das waren ganz normale Leute, nicht dümmer und nicht ungebildeter als andere auch. Ich habe nur so das Gefühl, dass die meisten meiner Mitbürger gar nicht recht begründen können, was sie uns nun in den letzten vier Jahren gebracht hat. Man findet sie recht sympathisch (wenn ich den Umfragen glauben darf... was ich wohl muss) und irgendwie hat sie ja doch ihre Arbeit gut gemacht und eigentlich will man ja auch gar nicht weiter darüber nachdenken - nur bisweilen daran erinnert werden, dass wir ein tolles Land sind und ein paar richtig knuffige Jahre unter Merkel hinter uns haben. Weiter so... weiter so?

Seitdem Merkel an der Macht ist, ist es ruhig geworden in Deutschland. Meistens jedenfalls sind die Debatten eher verhalten geführt worden, bis sie von unserer Kanzlerin für beendet erklärt wurden. Wir wollen auch wirklich von niemandem regiert werden, der aneckt. Wir wollen jemanden, der entscheidet, damit wir unsere Ruhe von all dem Ärger haben.

Denken wir wirklich so? Wollen wir einfach nur ein Ruhe gelassen werden, weil sich ja doch nichts ändert, egal wer an der Macht ist? Die macht es doch ganz gut. Es könnte ja schlimmer kommen. Natürlich könnte es schlimmer kommen.

Aber es könnte auch besser werden - mutiger, streitbarer, diskussionsfreudiger, offener, demokratischer (mutiger?).

Ich mag übrigens überhaupt keine Artikel, die in der "Wir-Form" verfasst sind und mir sagen, wie ich angeblich denke, fühle und handeln soll. Die mir sagen, wo meine Probleme liegen. Die mir ungefragt Lösungen nennen, um die ich gar nicht gebeten habe. Die mir sagen, was mich nicht zu interessieren hat und was ich lieber manchen sollte.

Ich mag auch keine Parteien, deren Mitglieder nicht hin und wieder streiten. Ich mag keine Regierung, die für mich völlig unberechenbar ist in allen anderen Zielen außer Machterhalt, Personenkult und Populismus.

Ich mag an einer Regierung nicht, wenn Debatten durch unsere Kanzlerin beendet werden und dann entschieden wird. Einfach, weil Frau Merkel es kann und das eine große Anzahl der Wähler genau so will.

Ich habe ein erstes Problem mit einem Land, das so viel verdammtes Vertrauen nicht in die Demokratie oder gar die Politik hat - sondern viel mehr nur zu gern die Zügel in die Hände einer Person ohne jedes Profil, ohne jede feste Überzeugung gibt.

Hauptsache, kein nerviges Gelaber? Das ist es, was wir wollen? Ich will es einfach nicht glauben.

Eisern durchbloggen.

ironbloggerOWL_by_meyola

1 Iron Blogger OWL

Ich bin jetzt ein Eisenblogger. Das bedeutet nicht, dass ich der gebeutelten Schwerindustrie oder niedergelassenen Schmieden durch fortlaufenden Tastendruck Konkurrenz machen will, sondern viel eher, dass ihr in Zukunft mehr von mir lesen könnt.

Wenn ich nämlich unfassbarerweise nicht mindestens einmal in jeder Woche einen neuen Beitrag veröffentliche, dann muss ich zahlen - in eine Bierkasse, die nach einem festgelegten Ritus regelmäßig gemeinsam leergetrunken wird. Ich hoffe, es muss nicht unbedingt immer Bier sein, sondern auch anderes Flüssiges vielleicht sogar ohne Alkohol. "Gemeinsam" bedeutet: Gemeinsam mit anderen Ironbloggern aus Ostwestfalen-Lippe. Es gibt noch ganz viele andere Regionen und Städte, in denen metallisch gebloggt wird - unter anderem Ruhrgebiet, Köln, Berlin, Cambridge (MA) und bald auch Ursa Beta Minor.

Nun also auch in OWL.

Ich finde das Ding spannend, weil es nicht nur eine Möglichkeit ist, mit anderen Leuten zusammen zu kommen und ein wenig das eigene Blog zu befeuern - es ist auch eine Möglichkeit, mit anderen Leuten zusammen zu kommen, die nicht nur ein Blog haben, sondern auch regelmäßig Sachen veröffentlichen.

Das wird cool. Vielleicht machst du ja sogar mit!

www.ironbloggerowl.de

Schlafen.

Ich hatte eine ganze Menge Stress in letzter Zeit - ich denke das meiste davon stammt aus der Arbeit und all der andere Stress den es so geben kann fühlte sich inspiriert und hängte sich hinten dran. Ein ganz ordentlicher Haufens Stress also, der einen nicht schlecht niederdrücken kann, wenn man ihn mit sich herumtragen muss.

In der Wohnung blieb eine Menge liegen, was meiner Laune nicht besonders gut tat und… noch mehr, weil es noch weiter liegenblieb weil du einfach nur noch raus willst oder schlafen gehen musst. Schlafen geht aber nur dann gut, wenn du gaaaanz lange durchpennen kannst. Kein Wecken durch die Kinder über dir oder von Teenies, die vor dem Fenster deiner Erdgeschosswohnung den mächtigen Motor ihres neuen Rollers aufheulen lassen oder von den Nachtschwärmern, die sich gern vor meinen Fenstern einen nächtlichen Streit liefern.

Ach ja, nach einigen Tagen ging es mir so viel besser. Ich habe immer noch etwas Urlaub und ich bin wieder ich selbst. Nach ein paar Tagen hatte ich das Gefühl, denken zu können und mehr unangenehmerweise genau so alt auszusehen wie ich… bin. Schlaf half und ich empfehle ich euch ebenfalls… Schlaf. Ihr werdet wieder Bücher lesen können, ohne den Faden zu verlieren und mehr als eine Folge Breaking Bad anschauen können, ohne verwirrt zu sein. Es war nicht Alzheimer, es war Schlafmangel - glaube ich.

Nun gut, in meinem Urlaub ist sonst ungefähr alles schief gelaufen, ausgefallen und kaputtgegangen was irgendwie denkbar war - zuletzt ein drei Monate alter Geschirrspüler (zum Glück keinerlei Freundschaft) - so dass ich ordentlich Gelegenheit zu pennen hatte. Außerdem hat der Herbst wohl eine meiner Schlummerphasen genutzt und hat sich unerwünschterweise eingeschlichen. Aber ich will mal nicht klagen.

Alter Bekannter

Vielleicht kennt ihr das ja auch.

Ihr trefft einen alten Bekannten, der mal ein Freund war und man erzählt sich verschiedene Sachen. Nach einer Weile bemerkt ihr, wie ihr allmählich aufhört, richtig zuzuhören und wünscht euch ganz weit weg. Nicht, weil ihr etwas gegen die Person gegen euch habt. Das ist es nicht genau. Es ist, weil ihr spürt wie alle Zuneigung zu diesem Menschen schon vor langer Zeit seine Grundlage verloren hat, ihr diesen Menschen einfach nicht mehr sonderlich gern habt. Das ist nichts Schlimmes. Das passiert wohl einfach so.

Schlimm daran ist, dass der Mensch vor euch, dem ihr gleich mit einer mehr oder weniger überzeugenden Notlüge entkommen werdet, niemals den Grund dafür verstehen wird, warum ihr ihn nicht mehr so besonders mögt. Den Grund dafür, dass es irgendwie… vorbei ist.

Das Nichtmehrverstehen, das ist der Grund.

Ich habe keine einzige Sonnenbrille mehr.

Ich weiß ja: Wir wollen alle leben und auch wenn ich eure Jobs gelegentlich ein wenig merkwürdig finde, kann ich sie auch beinahe immer irgendwie nachvollziehen - von ein paar unwürdigen Ausnahmen abgesehen. Von einer dieser Ausnahmen möchte ich euch heute erzählen. Ich beginne einfach am Anfang:

Ich habe mich vorgestern darüber geärgert, dass ich spät abends noch einmal raus musste, weil ich einen leeren Umschlag im Auto vergessen hatte. Ich nahm meinen Schlüssel, ging vor die Tür - der Ärger war nicht besonders groß, weil ich direkt vor der Haustür geparkt hatte - schloss den Wagen auf und hole den Umschlag und schloss die Tür wieder ab.

Letzte Nacht fuhr ich spontan zum AJZ, weil die Nacht so unglaublich lauschig und sternenklar war und ich dachte, das wäre so eine Nacht für Soulmusik im lauschigen Innenhof des AJZ und ich hatte recht. Allerdings stellte ich fest, dass mein Handschuhfach offen stand und die alten Navi-Kabel auf dem Sitz lagen. Ich klappte einfach wieder zu und dachte nicht weiter darüber nach.

Heute allerdings griff ich nach meiner Sonnenbrille, die normalerweise immer treu auf der Mittelkonsole auf ihren Einsatz wartet und meine Hand tastete ins Leere. "Nun gut", dachte ich - "die habe ich wohl im Haus vergessen. Nehme ich eben die alte kaputte Ray Ban, die mir schon mehr als 20 Jahre lang so gute Dienste geleistet hat." Die war aber nicht im Handschuhfach. Nicht einmal das Etui war da. Ah, meine aktuelle Brille war natürlich auch nicht im Haus. Aber das habt ihr euch sicher auch schon gedacht.

Das finde ich traurig.

Nicht nur dass ich nach so langer Zeit gewisse sentimentale Gefühle für das Ding entwickelt habe - ihr ahnt nicht, was das Ding alles schon mitansehen musste, ich hingegen durchaus - ich weiß auch sehr genau, wer vermutlich der zweifachen Sonnenbrillenentwendung verdächtig ist. Derselbe Mensch oder dieselbe Gang von fragwürdigen Gestalten, die mir vor einiger Zeit bereits das Navi aus dem Wagen gestohlen haben. Immerhin macht ihr ja keinen Kratzer, dass muss ich euch lassen. Da kann ich ruhig den Wagen abschließen, ihr bekommt den scheinbar mühelos auf - gute Arbeit.

Wisst ihr… ach, ich gebe einfach auf. Das nächste Mal könnt ihr bitte auch das Leergut mitnehmen und vielleicht den Wagen mal ordentlich aussaugen.

Das wäre eigentlich ganz nett von euch.

(Wo bekomme ich denn nun gute und günstige Sonnenbrillen?)

Dicke Nüsse.

IMG_3069 Das hier ist die tägliche Ausbeute illegal gepflanzter Walnuss-Setzling aus dem Garten meiner Eltern, ohne wirklich nach ihnen gesucht zu haben - nur die jungen Bäumen, die einem so auffallen. Ich will gern mal wissen, welche Unmengen davon die Eichhörnchen auf dem Rückweg in den Wald einfach mal ganz spontan verbuddelt haben, als ihnen die Last zu schwer oder zu lästig wurde. Meine Eltern wohnen scheinbar genau auf der Eichhörnchen-Transitstrecke und ohne entschiedene Gegenmaßnahmen wäre das Grundstück sicher bald ein Hain aus Nussbäumen verschiedener Art.

Nicht die übelste Vorstellung - vor allem natürlich dann, wenn man ein Eichhörnchen ist.

Neue berufliche Perspektiven.

Ich bin kein besonders auffälliger Mann, aber nicht jeder kann von sich behaupten, nur durch Handauflegen zwei Geschirrspüler in drei Tagen vernichtet zu haben. Zuerst mein eigener und dann das Gerät, welches auf der Arbeit seinen Dienst verrichtet.

Besser: Das Gerät, welches bislang Geschirr und Besteck auf meiner Arbeitsstelle gereinigt hat. Jetzt tut es das nicht mehr.

Das war mein Werk.

Mein geschätzter Bruder ist sich ziemlich sicher, dass ich eine besondere Eigenschaft habe, die man "echt Scheiße an den Händen haben" nennt. Wenn der Recht hat - und das hat er leider in vielen Sachen mit beunruhigender Sicherheit (ausgenommen Essen, Musik, Frisuren und einigen anderen Details) - dann sollte ich mir in Anbetracht meines nur durchschnittlichen Durchschnittseinkommens überlegen, diese Eigenschaft zu Geld zu machen.

Ich könnte im Auftrag von Geschirrspülerherstellern und entsprechend zuständigen Reparaturbetrieben Leute besuchen, ihnen anlässlich ihrer hervorragenden Produktwahl Törtchen schenken und dezent die Hand auf ihre Geschirrspülautomaten senken. Selbstverständlich würden diese Termine erst nach Ablauf der Garantiezeit eingerichtet.

Ein ganzer Wirtschaftszweig könnte von mir gerettet werden, die Binnennachfrage wäre innerhalb kürzester Zeit auf einem Aufwärtstrend und ich könnte mir überlegen, mein Hobby - Außerbetriebsetzung von Kaffeemaschinen - ebenfalls professionell zu betreiben.

Die Perspektiven sind mannigfaltig, geneigte Leserinnen und Leser. Wenn nur mein Gewissen nicht wäre…

Surfen im Westen

So ganz viel habe ich ich ja in der letzten Zeit nicht geschrieben. Dafür gibt es einige gute Gründe, die leider trotz ihrer Grundehrlichkeit nicht ganz wie geplant 'rüberkommen - vor allem, weil sie nahelegen dass ich irgendwie "faul" sein könnte.

Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein, wie meine geneigten und informierten Leserinnern und Leser wissen: Ich bin dabei, Abenteuer zu erleben, spannende Begebenheiten und Dinge zu notieren und nebenbei meine Spülmaschine zu reparieren.

Ich finde Erstaunliches. Darunter das verwaiste Wakeboard in der Siegfriedstraße. Hier wartet man immer auf die nächste Welle, die genau dann kommt, wenn man sie nicht erwartet. Aber die Bielefelder rechnen bekanntlich immer mit allem, was Wellengang in der Folge eher selten macht.

Einer hier gibt nicht auf. Das macht mich stolz.

Kein Grund zur Sorge

Hey, du magst zwar gerade in einem Fahrstuhl feststecken - dennoch, keine Panik. Da kommt so ein Smiley gleich enorm beruhigend und ich fühle mich auch ohne Notfall gleich so richtig lässig, wenn ich täglich den Fahrstuhl zur S-Bahn nehme. Möglich, dass ich allein deswegen wiederholt zu spät zu wichtigen Terminen gekommen bin.

Notruf

Bevor du um Hilfe rufst, erstmal locker werden.

Übrigens: Sicher schreibe ich ich Zukunft wieder mehr. Dazu müsste aber erst einmal Teilenswertes passieren. Momentan scheint man aber in erster Linie mit der Suche nach Sachen zu tun zu haben, über die man sich dann ausgiebig ereifern kann. Das mag ich nicht sonderlich.

Die Bahn und ich: Ein Missverständnis.

IMG_2731 Die neue Eigenwerbung der Bahn und vor allem eines ihrer neuen Plakate finde ich erhellend. Ich habe mich lange gewundert, warum die deutsche Bahn in ihrem ganzen Tun anscheinend nie dasselbe im Sinn hat wie ich, es schien mir sogar oft so, als sei ich gar nicht Teil ihrer Zielgruppe. Jetzt habe ich endlich Gewissheit: Diese vielen anderen Menschen - sie suchen einfach nur die Gefahr - Nervenkitzel, den sie bei der Nutzung des deutschen Schienenverkehrsnetzes auch täglich finden.

Ich? Ich bin kein Abenteurer. Ich will doch nur heim.

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