Kein Grund zur Sorge

Hey, du magst zwar gerade in einem Fahrstuhl feststecken - dennoch, keine Panik. Da kommt so ein Smiley gleich enorm beruhigend und ich fühle mich auch ohne Notfall gleich so richtig lässig, wenn ich täglich den Fahrstuhl zur S-Bahn nehme. Möglich, dass ich allein deswegen wiederholt zu spät zu wichtigen Terminen gekommen bin.

Notruf

Bevor du um Hilfe rufst, erstmal locker werden.

Übrigens: Sicher schreibe ich ich Zukunft wieder mehr. Dazu müsste aber erst einmal Teilenswertes passieren. Momentan scheint man aber in erster Linie mit der Suche nach Sachen zu tun zu haben, über die man sich dann ausgiebig ereifern kann. Das mag ich nicht sonderlich.

Die Bahn und ich: Ein Missverständnis.

IMG_2731 Die neue Eigenwerbung der Bahn und vor allem eines ihrer neuen Plakate finde ich erhellend. Ich habe mich lange gewundert, warum die deutsche Bahn in ihrem ganzen Tun anscheinend nie dasselbe im Sinn hat wie ich, es schien mir sogar oft so, als sei ich gar nicht Teil ihrer Zielgruppe. Jetzt habe ich endlich Gewissheit: Diese vielen anderen Menschen - sie suchen einfach nur die Gefahr - Nervenkitzel, den sie bei der Nutzung des deutschen Schienenverkehrsnetzes auch täglich finden.

Ich? Ich bin kein Abenteurer. Ich will doch nur heim.

Wenn ich in einem Buch wohnen soll, dann…

IMG_2705In Klappentexten findet sich nicht selten der Wunsch einer Leserin oder eines Lesers, in einem bestimmten Buch - bitte, bitte - wohnen zu können. Ganz sicher bin ich nicht, ob mir die Vorstellung gefällt. Die Idee, in einem zugigen Taschenbuch ohne Zentralheizung meine restliche Existenz zu verbringen, ist mir nicht geheuer. Ich nehme also einfach einmal an, dass der oben genannte Leser den Text des Buches gemeint hat und seinen Einzeiler als Kompliment an das Werk anlegen wollte.

Hättet ihr mich noch vor einigen Wochen nach meiner liebsten Buchunterkunft gefragt, ich hätte wohl wieder einmal John Crowleys »Little, Big« genannt: Man bekäme ein schönes Haus, eine gelassene Stimmung, viel Raum zur Entfaltung und eine Stimmung wie auf einem frühlingshaften Picknick. Man wäre in einem Märchen und es gäbe trotzdem Sex und alle paar hundert Seiten ein sprechendes Tier, die aber nicht sonderlich aufdringlich daherkämen. Ziemlich gut, oder?

Aber inzwischen bin ich klüger. Endlich habe ich erstmals Kochbuch von Jamie Oliver in die Finger bekommen. Ja - erst jetzt. Ich habe darin geblättert und würde jetzt gern zum nächstmöglichen Termin einziehen, Bitteschön.

Das raue Papier spricht für eine solide Bausubstanz und die Farben - die Farben sind so satt und tief, wie man sie wohl an keinem anderen Ort auf dieser Welt oder in der Bibliothek finden kann, sondern nur in Oliver-England, den Gefilden die Photoshop nicht kennen.Reden wir einfach nicht vom essen, okay? Reden wir von der Nachbarschaft. Fröhliche Menschen verschiedenster Herkunft, die zu Tisch auf angenehmste unordentlich sind. Alle sind so zufrieden, nun gut - das sind sie nicht ohne Grund: Sie werden ja auch recht gut und bio-mäßig achtsam vom Jamie selbst bekocht - das stimmt mit Sicherheit gelassen. Aber in meiner neuen Heimat gelingt eben auch die multikulturelle Gesellschaft so einfach wie ein Trifle.

Ach, schöne neue Kochbuchwelt. Mögest du niemals im Regal verstauben.

Anzeichen für Aufregung

IMG_0001_2 Es gibt hin und wieder todsichere Anzeichen für bestimmte Sachverhalte. So wie zum Beispiel die hier beschriebene (und illustrierte) Symptomatik, die auf "Eine Turbulente Woche" schließen lässt.

Ich hatte in den letzten sieben tatsächlich in genau zwei Fällen braune Lederschuhe aus unterschiedlichen Paaren kombiniert. Aufgefallen ist es mir erst Stunden später, weil ich ein so unerklärliches wie schmerzloses Humpeln an mir bemerkte.

Nun, anscheinend gab es doch eine einfache Erklärung - für das Humpeln, nicht jedoch für die Schuhverwirrung.

Möglicherweise gibt es im Moment dramatische Neuigkeiten in meinem Leben. Vielleicht hat die ungewöhnliche Schuhverpaarung kultische Hintergründe?

Vielleicht bin ich auch einfach nur ein wenig zerstreut und sollte mein Schuhregal in Zukunft geschickter einsortieren.

Montag.

Montag, nach einem entsetzlichen Wochenende:

Bläääurrgh. "Das geht ja schon wieder so richtig entsetzlich weiter - mit Arbeit."

Montag, nach einem prächtigen Wochenende:

Bläääurrgh. "Die Pracht ist ja nun wohl vorbei. Arbeit."

Ich glaube, der Montag hat es gar nicht leicht dabei, irgendwie Punkte bei mir zu machen. Außer natürlich, er ist ein Feiertag, dadurch gewinnt er enorm an Attraktivität. Beinahe könnte mir Montag ja aus alter Sympathie für den Underdog ein wenig gefallen, dummerweise ist er eben der gefürchtete und gehasste erste Tag der Woche. Nichts zu machen.

Escape from Cologne.

Köln ist ja nicht wie andere Städte. Vor allem nicht, wenn zufällig gerade Karneval ist und die Kölner Gastgeber es tatsächlich fertig brachten, dieses Detail zunächst zu vergessen.

Die ganze Sache ist noch ein wenig interessanter, wenn man selbst stocknüchtern ist und irgendwann spät abends auf einer wichtigen Mission zunächst von Köln nach Köln und dann von Köln nach Bielefeld fahren muss.

Die Leute sind ja nicht zurechnungsfähig und benehmen sich... eigentlich wie alle Leute, die sich einfach viel zu lange auf dem zu einem Open Air Festival gehörigen Zeltplatz aufgehalten haben oder ganz normale Gäste eines Schützenfestes sind. Nur gesungen wird inbrünstiger und vielleicht auch schöner. Vor allem immer nur ein Lied in verschiedenen Variante, in dem es darum geht, wie privilegiert es doch ist, aus Köln zu stammen. Wie schlimm das Heimweh ist. Wie toll es ist, einfach mal ein wenig an den Dom zu denken.

So etwas versteht man als Westfale nicht. Hey. Bielefeld?

Wenn man also diese Stadt verlassen will, braucht man zunächst ein wenig beruhigende aber nicht einschläfernde Musik, um die erforderliche Nervenstärke zu erhalten. Man braucht einen Weg durch die leider nicht nur legendär sondern auch ganz real unglaubliche Menge an Baustellen in der Innenstadt zu finden. Man braucht eine gelassene Begleitung, die notfalls auf lebensmüde/betrunkene/jecke Gestalten hinweist, die auf die Fahrbahn fallen/gehen/tanzen zu drohen.

Dazu einen vollen Tank und vielleicht - nur vielleicht - hat der Fluchtversuch so etwas wie eine realistische Chance auf Erfolg bei minimalen Opferzahlen.

Ich mag Köln.

Warum ich so selten einen Sitzplatz in der Bahn bekomme.

Regionalbahn Manche Leute brauchen ein Mauspad, eine Fußablage, ein Büro oder einfach mehr Stauraum für ihre viel zu schweren Rucksäcke. Dafür habe ich natürlich vollstes Verständnis und kann niemals verantworten, diese Menschen auch noch durch ein "Entschuldigen sie bitte, ist da noch frei?" bei ihren überlebenswichtigen Beschäftigungen zu stören. Ich stehe nämlich nach einem (sehr) langen und (sehr) nervigen Arbeitstag besonders gern und bin glücklich darüber, meinen Mitreisenden bei dieser Gelegenheit meine überlegene Fitness demonstrieren zu können.

Ich glaube, damals lief ‚Batman Begins‘.

Nach dem Kino.

Ich war auf der Heimfahrt und dann kam die SMS. Ich war zu neugierig und zu gelangweilt, um nicht während der Fahrt nach dem Handy zu suchen und es aus der Jeanstasche zu holen.

Die Nachricht war von ihr und es war die erste seit Monaten und ich fuhr rechts ran. Mein Herz schlug viel zu schnell. Sie dachte an mich, sie war in einer Jugendherberge (oder was auch immer) - und sie wünschte sich, ich wäre bei ihr.

Ob ich noch wach wäre.

Ja.

Wie es ihr geht?

Einsam. Ob ich zu ihr kommen kann? Jetzt gleich?

Ja! Oh, ja. Wohin denn genau?

Und dann kam keine Antwort mehr. Aber ich, ich konnte nicht mehr fahren. Ich saß da an dunklen Rand der Landstraße in einem Gold Diesel und versuchte meinen Herzschlag zu beruhigen. Eine halbe Stunde lang wartete ich und es kam nichts mehr von ihr. Ich schrieb ihr und schrieb ihr.

Ich war so glücklich und so aufgeregt und es war alles so geheim und wundervoll und sie hatte nur an mich gedacht, bis sie wohl eingeschlafen ist bevor sie mir antworten konnte. Genau so muss es gewesen sein.

Viel später fuhr ich los und hielt an jeder Ampel, um nachzuschauen ob vielleicht doch eine Nachricht gekommen war. Ich glaube, ich habe mehr als eine Stunde für die läppischen 10 Kilometer gebracht.

Viele Jahre später, jetzt - das warme Gefühl ist gleich wieder da, wenn ich zurückdenke. Es war ja immer da.

Es wird nie verschwinden.

Mausezeichen.

2013-02-01 11.57.41-1 Es kommt schon einmal vor, dass wichtige Gespräche schon an konspirativen Orten stattfinden dennoch belauscht werden. Es ist jedoch wirklich selten, dass der Spion versucht in mein Hosenbein zu schlüpfen und ein Stückchen meine angenehme Wollsocke erklimmt. Hier sieht man den Schurken bei einem sehr geruhsamen Fluchtversuch nach gescheitertem Einsatz.

Vielleicht war es auch eine Schurkin.

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