Mausezeichen.

2013-02-01 11.57.41-1 Es kommt schon einmal vor, dass wichtige Gespräche schon an konspirativen Orten stattfinden dennoch belauscht werden. Es ist jedoch wirklich selten, dass der Spion versucht in mein Hosenbein zu schlüpfen und ein Stückchen meine angenehme Wollsocke erklimmt. Hier sieht man den Schurken bei einem sehr geruhsamen Fluchtversuch nach gescheitertem Einsatz.

Vielleicht war es auch eine Schurkin.

Freundschaft, Liebe, Kummer, Cost-Benefit-Analyse.

Ich halte mich für einen einigermaßen modernen Menschen. Ich mag moderne Musik, ich mag moderne Technik und so weiter - ganz zu schweigen von den ganzen anderen Errungenschaften der Jetztzeit.

Manchmal ärgere ich mich aber trotzdem und will lieber nicht so modern sein wie man dem Anschein nach von mir verlangt.

Vor allem ärgere ich mich darüber, wie anscheinend solche Sachen wie "Freundschaft" oder "Partnerschaft" von Teilen dieser meiner so überaus modernen und besonders westeuropäisch geprägten Umgebung definiert werden, nämlich als Geben und Nehmen - in einer ganz marktwirtschaftlichen Ausrichtung (Ich wollte "neoliberal" schreiben, entschied mich aber dagegen). Für einen Gefallen will ich einen Gegengefallen, für eine geleistete Hilfeleistung stehe ich in der Schuld des Anderen und es wird erwartet, dass ich mich beizeiten revanchiere.

Soweit kann ich noch folgen - ohne große Sympathie für die Einstellung, versteht sich - aber ich kann folgen.

Man geht wohl davon aus, dass jede Seite zu gleichen Teilen empfängt und gibt und kommt somit rechnerisch auf ein sauberes Ergebnis: Perfekte Freundschaft geht - ordentlich addiert und subtrahiert - immer sauber auf und ergibt Null. Man bleibt sich nichts schuldig.

Bei "Schuld" wird mir schon etwas unwohl. Bei dem Gedanken daran, dass nun zwei Menschen in ihren Investitionen ins Zwischenmenschliche immer völlig im Einklang sein müssen, wird mir etwas Bange. Wenn ich weitergrübele und überlege, was wohl passiert wenn einer der beiden Menschen in Not gerät, dann könnte ich in feiner Regelmäßigkeit kotzen.

Ich habe schon viel zu oft mitbekommen, wie man sich hinter dem Rücken von Paaren darüber unterhält, wie ja wohl der Mann von Frau so und so mit seinem offenbar wenig vorzeigbaren Äußeren doch eher eine Last für "eine wie sie" ist, dass sie ja einen Besseren haben könnte. Der hielte sie nur auf.

Ich kenne Menschen, denen empfohlen wurde sich von einem eher melancholischen Partner zu trennen, um nicht "runtergezogen" zu werden und dass sie es ja viel weiter bringen würden und sicher nicht so oft leidend aussehen müsste - "Selber schuld, wenn man sich so einen angelt."

So jemand will ich nicht sein. Ich finde, dass Beziehungen zwischen Menschen nicht so einfach sind. Ich bin lieber manchmal müde, erschöpft und vielleicht sogar traurig und wütend, als jemanden aufzugeben an dem mir etwas liegt. Ziemlich sicher weiß ich, wann ich auf mich selbst aufpassen muss, aber das musste ich auch erst einmal lernen. Das hat Jahre gedauert, aber nun bin ich ganz gut darin - beim besten Willen nicht perfekt, aber ich komme schon klar.

Freundschaft bedeutet auch mal schlechte Zeiten zu überstehen und einfach mal für jemanden da zu sein, ohne dass man später einen Gefallen dafür erwartet. Liebe bedeutet zwar nicht Leiden, aber... bei Leid nicht einfach zu gehen. Das bedeutet es für mich und vielleicht bin ich darum auch schon einmal müde, traurig, erschöpft, schlecht gelaunt, unausgeschlafen oder unerträglich.

Aber ich will gar nicht anders sein, vielen Dank. Lieber bleibe ich wie ich bin als ein hypermoderner, superglücklicher, extrem unbelasteter und supereffektiver Mega-Arsch zu werden. Vielleicht mache ich so nicht Karriere, aber das kümmert mich herzlich wenig.

Ich bin keine besserer Person als andere, schätze ich. Ich mache das weil diese Leute, die manchmal kein leichtes Leben haben, die Probleme haben, Krankheiten, winzige Charakterschwächen… mit die wunderbarsten Menschen sind, die ich jemals kennenlernen durfte. Ich will nicht eine Sekunde mit ihnen missen, nicht einmal die besonders miesen.

Zu kalt und zu doof.

2013-01-27 16.54.48Nach dem beschissensten Sonntag seit Ewigkeiten und nach einer noch schlimmeren Nacht… würde ich gern dieses Kaminfeuer (inklusive Kamin drumherum) mit nach Hause nehmen und mich davor platzieren. Für die nächsten Jahre.

Wie sehr mich Hilflosigkeit erschöpft.

P.S.: Da ist kein kein Grund zur Sorge um mich. Auch kein Grund für Mitleid. Aber ich sollte mehr unter Leute kommen, denke ich, Kaminfeuer hin oder her.

Ein Stammtisch für Gamer und das noch dazu in Bielefeld?

GamerStammtischIch würde gern mal mit Leuten sprechen, die gern am Computer, an Smartphones, auf Konsolen oder sonstwie spielen. Im "richtigen Leben": Ich finde, das macht eine Menge her, Twitter und Facebook und Google+ sind nämlich bescheuert, weil man nicht mit den Getränk seiner Wahl anstoßen kann, ok?

Es sollte vollständig egal sein, ob ihr nun zwischendurch mal ein paar Level Angry Birds spielt, einem Hardcore-ProGamer Clan angehört oder Bubble Witch-abhängig seid. Das Alter ist eigentlich auch egal - allerdings bedeutet "Stammtisch" Kneipe und dafür sollte man die nötigen Levels drauf haben.

Mir ist eigentlich egal, ob wir nun zu dritt oder in voller Gildenstärke auftreten. In Bielefeld. In einer kuscheligen Lokalität mit fairen Preisen. Das macht sicher Spaß und so etwas wie eine richtige, lokale Community wäre vielleicht gar nicht die schlechteste Idee.

Viele Details habe ich mir noch gar nicht ausgedacht. Ich will nur wissen ob ihr überhaupt Interesse an so etwas habt.

Bitte: Kommentieren. Teilen. Meckern. Freuen.

Im Gebäck ist Weisheit.

Hilfreicher Hinweis.

Hilfreicher Hinweis eines unbekannten Freundes aus der Glückskeksfabrik.

  Ich weiß, es ist eine Weile her. Aber ich hatte Wichtiges zu erledigen. Zum Beispiel musste ich die vielen, vielen wohlgemeinten Ratschläge umsetzen, die ich eher ungenießbarem Gebäck entnahm.

Man bedenke: Jemand backt mir einen Keks, den man kaum essen kann. Jemand backt eine Nachricht in diesen Keks, wohl wissen dass ich ihn kaum verschlucken würde. Jemand, der mein Wohl im Sinn hat.

Es gibt manchmal Wichtigeres als Weblogbeiträge. Bald schreibe ich mehr. Unter anderem darüber, warum Bielefeld einen neuen Stammtisch für Gamer braucht. Das habe ich auch aus einem Keks.

Meistens müde.

Sonderlich aktiv war ich schon in den letzten Tagen vor meinem Urlaub nicht. Aber jetzt? Ich muss dieses Jahr nicht mehr arbeiten, was ich wirklich verdient habe und ich kann mir gutem Recht sagen, dass ich bisher nicht einmal gesündigt habe und auch nur an Arbeit dachte. Ehrlich gesagt habe ich kaum das Haus verlassen. Warum auch? Sieht ja grässlich da draußen aus und meine kurzen Exkursionen in die Außenwelt haben diesen Eindruck eher verfestigt. Ich könnte die ganze Zeit im Bett bleiben, wenn das auf Dauer und vor allem alleine nicht so schrecklich langweilig wäre.

Man könnte mich also mit einem einzigen Wort charakterisieren: Langweilig.

Meinen Freunden scheint es nicht anders zu gehen: Wenn sie sich nicht gerade in Arbeit aufreiben, dann sind sie müde - oder krank. Oder: Krank und müde. Keiner unternimmt etwas, ich habe nicht einmal Gelegenheit oder ehrlicher Energie gehabt, Pläne für Weihnachten oder Silvester zu machen. Nicht die geringste Ahnung, was ich dann anstelle.

Pfff.

Also, ein paar schöne Ideen hätte ich ja schon. Ich wüsste ja schon, wen ich gern sehen würde und was ich gern unternehmen würde. So allmählich, so beim vor-mich-hin-schreiben, da klingt es gar nicht mehr so übel, dass bald Weihnachten ist und ich rein gar nichts festes geplant habe...

Aber etwas Licht und etwas weniger Matsch und mehr pulvriger Puderschnee, das wären Wünsche von mir. Bonuswünsche hätte ich auch noch: Eine große Badewanne und einen Kamin.

Aber ich bleibe doch lieber bescheiden. Schöne Feiertage euch allen.

Eben, im Regionalexpress…

Eben, im Regionalexpress...

Eine Vierersitzgruppe gefüllt mit jungen Frauen, die vielleicht auf der Reise zu einer gemeinsamen Veranstaltung waren. Sie unterhielten sich laut und ich konnte nicht weghören.

"Also, ich habe gar nichts zum rasieren mitgenommen." "Ich auch nicht. " "Ich rasier mich immer mit dem Männerrasierer aus der Kirche." "Aus der Kirche?" "Den nehme ich auch immer. Ich rasiere mich damit überall." "Überall?" "Warum? "Also ich nicht. Ich hab gar nichts zum rasieren mit."

Eigentlich hoffe ich, diesen Dialog nur falsch verstanden zu haben. Sicher bin ich mir nicht.

Meditation in Tüten.

Mediation kann jeder - man kann sie  auch sehr gut in Whirlpools betreiben und sie riecht nach Weihrauch und Vanille. Das haben die zahlreich mitlesenden Fachleute natürlich bereits gewusst. Ein guter Gedanke: In euren Leben wird alles gut, solange nicht die Meditation ausgeht. Aber denken wir weiter: Was wohl passiert, wenn man 'Pure Meditation' mit ein ein wenig 'Dezenter Dekadenz'1 mischt? Mit Bullrich's Universal-Reinigungs-Salz für den überreizten Zivilisationsmagen? Haferschleim? Bubble Tea?

Die Möglichkeiten sind unendlich und vollkommene Ruhe für Körper, Geist, Seele wäre nur der Anfang.

Solange man eine Wanne hat.

P.S.: Ich habe keine Badewanne.

  1. Derzeit nicht lieferbar []

Das Internet ist ganz prächtig, außer…

Na gut, na gut, na gut. Ehrlich: Mich stören schon eine ganze Menge Sachen im Internet. Insgesamt ist es ganz prächtig, jedenfalls wenn ihr mich fragt. "Was stört dich dann?", werden sich einige Leute fragen und da sie sich selbst keine so gut Antwort geben können wie ich selbst, werde ich genau das tun:

Die Leute im Internet stören.

Vielleicht sollte ich das etwas präzisieren.

Die besondere Sorte Leute, die den ganzen Tag lang nörgeln und das auch noch intelligent finden. Klar: Kritisch sein kommt richtig schlau rüber, ganz im Gegenteil zu den vereinzelten Mutanten, die die Frechheit besitzen irgendetwas zu mögen, gut zu finden oder gar zu lieben. Diese Gruppe ist wohl nicht sonderlich einflussreich.

Allerdings ist meckern, nörgeln, beschweren kein Zeichen von Intelligenz - es ist beweist nichts außer einem traurig überentwickeltem Geltungsbedürfnis bei absoluter Abwesenheit von Kreativität. So ist nicht nur eine positive Einstellung ist daher Feind des Nörglertums, sondern vor allem beeindruckend gutes Zeug. Wenn jemand wirklich irgendetwas produziert - selbst eine gute kritische Auseinandersetzung mit einem beliebigen Thema-  fühlt sich der Nörgler plötzlich schlecht und fängt an, überall außer bei sich selbst Fehler zu suchen - bis er endlich überzeugt ist, das die anderen Leute genauso mittelmäßig und öde sind wie er selbst. Das beruhigt enorm.

Den Langweiler, Nörgler, Troll stört ja eigentlich nur eines: Die eigene Kläglichkeit vor Augen geführt bekommen. Zu sehen, wie was er mit seiner Zeit anstellen könnte. Einen kleinen, funkelnden Moment die Welt zu erahnen, in der wir alle leben könnten... wenn es weniger von seiner Sorte gäbe.

 

Die Straßen der Senne kennen kein Erbarmen

Vorgestern musste ich wie so oft Auto fahren und zum ersten Mal seit langer Zeit hatte ich mal wieder so richtig Angst: Da fuhr neben mir so ein junger Mensch mit Wollmütze in seinem Audi A3 und hatte trotz 18 Uhr und Regen kein Licht an.

Ich überlegte mir, ob ich vielleicht hupen oder vielleicht aufblenden sollte, entschied mich aber aus gutem Grund dagegen: Der Fahrer hätte sich womöglich fatal erschreckt, denn er brauchte unbedingt beide Hände, um auf seinem Smartphone unbekannter Herkunft zu tippen. Nicht auszudenken, wenn er da noch auf die Straße oder gar sein Lenkrad achten müsste - wer sowieso nicht hinschaut, braucht auch kein Licht, dacht ich…nicht.

Ich dachte: Ich will so nicht sterben, nicht heute! Ich beschloss, lieber hinter diesem Menschen zu bleiben. Er fuhr mal über die linke Spur, dann wieder rüber auf die rechte Spur, alles natürlich ohne kostbaren Strom für den Blinker zu verschwenden. Ich hielt Abstand. Irgendwann bog er dann ab, ohne Licht, ohne Blinker, ohne auf den Gegenverkehr zu achten - so etwas wie Lichthupe konnte den nicht aus der Ruhe bringen. Sehr cool. Vermutlich war er verliebt.

Egal.

Ich hatte überlebt.

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