Kommentare gefixt.

Ich hatte nicht nur einige Problem mit den Userrechten, sondern auch die Kommentare funktionierten nicht. Ab jetzt solltet ihr alle, ob nun registriert oder nicht, kommentieren können was das Zeug hält. Also, los!

Danke, Pinky 🙂

MIB 2 und ein wenig Spirit

In meiner bloglosen Zeit habe ich volle zweimal das Kino aufsuchen können, und habe dort aus verschiedenen Gründen tatsächlich auch Filme angeschaut:

  • Men in Black 2: Recht kurz, das Ganze, oder ? Und viel Story ist auch nicht drin, J (Will Smith) reaktiviert K (Tommy Lee Jones) und danach wird im Grunde die eh recht dünne Story aus dem ersten Teil wieder aufgewärmt. Klingt bisher nicht besonders, oder ? Dazu kommen aber noch exzellente Effekte, vor allem die Aliens von Rick Baker (er wars doch, oder ?) und mal wieder ein besserer Soundtrack von Danny Elfman, der die Scharte des für seine Verhältnisse eher müden Spider-Man Scores mit einer soliden Leistung wieder auswetzt. Letzten Endes entscheiden die zündende Chemie zwischen den beiden gutaufgelegten Stars (vor allem Jones ist sehenswert) und einige recht gelungene Gags die Wertung: Ein netter Popcornstreifen, amüsant, und grade das richtige, um sich einen netten Abend zu machen.

  • Spirit - Der wilde Mustang: Oje, das soll von den Shrek-Machern sein? Ich glaube, ich war von wenigen Trickfilmen der letzten Jahre dermaßen enttäuscht, vielleicht seit Titan AE nicht.
  • Spirit ist eine Art Western, aus der Sicht von Pferden, insbesondere natürlich aus der des behuften Helden. Das Gute zuerst: Die Animation ist mustergültig, die Hauptfiguren bewegen sich lebendig, und gerade die Pferde sind überzeugend;die Charaktere sind auch nett angelegt.Die Pferde reden und singen nicht, übrigens - danke! Auch der dramatische Aufbau der Szenen ist gut gelungen; die Stimmen sind ebenfalls passend. Über die Musik will ich mich ob meines nicht ganz neutralen Einstellung zu sowohl Brian Adams (Original) und diesem Sänger von .. PUR (der macht die deutschen Version) lieber nicht äußern, wobei der Score von Hans Zimmer sich ganz erträglich, wenn auch ein wenig dick aufgetragen einfügt. Der Film ist digital animiert, dennoch wurde versucht, eine zweidimensionale Optik wie in den klassischen Disneyfilmen zu erreichen, im Gegensatz zum eher computermäßig aussehenden Shrek. Das gelingt leider nur in den Szenen gut, in denen keine 3D-Objekte in Bewegung vorkommen, wie Wasser oder einmal eine Lokomotive - in diesen Szenen wird die Optik zu einer unentschlossenen Mischung aus stilisierten Charakteren und realistisch texturierter Umgebung. Das alles reicht nicht zu einem Verriß - aber die übermäßige Verwendung von (Trick-)Tierfilmklischees gibt ihm dann den Rest: Der pferdische Held fällt mindestens 23mal sehr dramatisch von einer Klippe.. in einen reißenden Fluß! Ich glaube, nichtmal kleine Kinder fallen darauf mehr als einmal hinein.Diesen Film habe ich in Berlin mit einer Freundin geschaut, zur Überbrückung der Zeit bis zur Abfahrt meines Zuges. Ich habe selten so viel gelacht...

    Todesstrahlen aus der Firma

    Irgendwie ist das Leben doch erheblich komischer,tragischer und überhaupt sehr viel merkwürdiger als es sich Autoren ausdenken könnten, oder ? Man muß es nur zu verstehen wissen, und alles in einem farbigen Kontext sehen.

    Zum Beispiel bin ich der Mensch, dem die Leute von der Kneipe die Radioantenne vom Auto stehlen. Nicht, das sie abgebrochen wurde, nein: Meine Diebe sind immerhin einigermaßen zivilisiert, und haben das begehrte Teil sorgfältig abmontiert.Ich glaube, ich verkehre in sehr freundlichen Kreisen. Merkwürdig daran war zusätzlich, daß die Antenne schon seit einiger Zeit sichtbar defekt war. Ob man mir am Ende nur einen Versicherungsfall beschehren wollte, damit ich eine Neue bekäme? Ich bin mir wirklich nicht sicher, nur im Klaren darüber, daß ich wegen eines so verhältnismäßig kostengünstigen Teiles den Papierkram nicht über mich ergehen lassen werde. Am Ende gewinnt also, wie üblich, die Versicherung.

    Übrigens, einer der Gründe warum es in diesem Sommer so verhältnismäßig wenig Leben gab ist die Tatsache, daß ich zur Abwechslung mal wieder richtig arbeite, zwar nur für die berühmte "vorlesungsfreie Zeit", aber immerhin. Ich bediene einen machtvollen Industrielaser, um in einer ermüdenden und überaus stinkigen Prozedur aus großen Folien kleinere Folien zu schneiden. Inzwischen wächst in mir der Plan, den Laser heimlich ein wenig umzufunktioneren und bald, sehr bald endlich den Planeten um... eine Million $ zu erpressen.

    Ich glaube, die Dämpfe sind nur gut für mein Denkvermö...

    Na also…

    ... es geht doch! Die Interviews sind endlich wieder da, und dieses Mal sogar einigermaßen sauber formatiert sowie mit den von Anfang an geplanten Bildern der Bands - ist doch interessanter, wenn man weiß mit wessen Wortgewirr man gleich konfrontiert werden soll. Fehlt noch ein Bild von Jenny...

    Es gibt noch ein paar englische Zeilen auf dieser Seite.. ich bin aber nicht so sicher, ob es den Aufwand wert ist, z.B. jede einzelne Fehlermeldung einzudeutschen. Mal schauen, immerhin klappt es mit dieser neuen Seite erheblich besser sich zu registrieren 🙂 Ist doch auch was!

    Willkommen zum neuen alten Gorg

    Ich habe mich entschlossen, das ganze Gorgmorg ein wenig flotter und klarer zu gestalten - fürs erste wird das weblog nicht mehr unter postnuke, sondern mittels b2 laufen, einer schlankeren weblog Software, die zwar (noch) weniger kann, jedoch auch wenige Fehler hat 😉

    Die alten Texte sind nicht verloren, und zumindest eine Auswahl wird sich hier auch wiederfinden, zuerst die Interviews, dann einige 'Leben'.

    Hoffe, wir lesen uns!

    Liebe Lesenden,
    heute will ich ein paar Zeilen über die nicht völlig unproblematische Freundschaft mit schönen Frauen berichten - nicht daß eine Freundschaft mit nicht-schönen Frauen unproblematisch wäre, oder überhaupt irgendeine Freundschaft mit irgendeinem Wirbeltier - das ist nur in diesem Moment mein Thema.
    Schönheit - das ist einer dieser Begriffe, den ich hier eigentlich völlig inkorrekt verwende, und der wohl warscheinlich schon Grundlage diverser blutiger Konflikte war - Schönheit ist so verflucht schwer zu definieren. Also, wenn ich hierin schöne Frauen benutze, dann meine ich darin die Angehörigen des weiblichen Geschlechts, die von der Mehrheit der Lebenden als ausgesprochen angenehme Erscheinung wahrgenommen werden. Vielleicht gilt das ja sogar auch für Männer ähnlichen Aussehens. Ok?

    Dann kann ich ja anfangen.

    Die zu der oben definierten Gruppe zugehörigen Leute sind wohl ziemlich sicher zu ebenso gleichen Teile Nett,weniger Nett, Unangenehm wie andere, weniger auffällige Personen. Nur ist es in der Öffentlichkeit gar nicht so einfach, das herauszufinden - je schöner eine Person ist, desto schwieriger ist es, sie kennenzulernen, und noch schwieriger, ein gutes Gespräch zu führen. Was natürlich leicht zu einem Ruf von Oberflächlichkeit, schlimmer noch Arroganz bei schönen Personen führen kann - kein Wunder, wenn es so schwer ist durchzudringen. Durchzudringen ? Nun: Ich stelle mit gerade die klassische Kneipensituation vor: Bekannte Höchst Attraktive Person sitzt allein an einer Theke. Man begrüßt sich, nicht unfreundlich, beginnt ein Gespräch, welches (beinahe) unweigerlich von anderen begrüßenden, zumeist männlichen Personen unterbrochen wird - gelegentlich von durchaus als eifersüchtig deutbaren Blicken der männlichen Begrüßungeinheit in die eigene Richtung begleitet. Schlimmstenfalls wiederholt sich diese Aktion nicht nur im Minutentakt, sondern wird durch einen der zu Recht gefürchteten Sülz/Charmbolzen/Lautsprecher-Typen durchgeführt, der dann den Ellenbogen auf dem Tisch platzierend jedwede "Nebenbuhler" aus dem Gespräch heraushält. Freundlich lächelnd, versteht sich.

    [Meine Güte, ich klinge jetzt wirklich wie ein erfolgloser, erheblich frustrierter Schürzenjäger, hm ? Lest trotzdem weiter.]

    Angenommen, man trifft jene Unfassbar Attraktive Person nur in solchen Situationen, ist aber "nur" an einer Freundschaft interessiert ? Ich fürchte: keine Chance. Ich persönlich bin nicht an einem Wettstreit mit einem balzenden Männchen meiner Spezies interessiert; ich habe keine Lust, immer um Aufmerksamkeit buhlen zu müssen. Wenn SIE ihn dann vielleicht abgewimmelt hat, kommt der Nächste. Wie schwer muß es für Höchst Attraktive Weibliche Wesen sein, Freundschaften mit Männern zu haben, die sie schlicht... mögen ? Oder gar einen ordentlichen Typen zu finden ? Noch schlimmer: Freundschaften mit Frauen. Knifflig.

    Liebe Lesenden: Ich fürchte, sehr schöne Leute sind in gewisser Hinsicht ebenso einsam wie jene, die scheinbar von der Natur mit einem eher ziemlich unerfreulichen Äußeren geschlagen wurden. Von Menschen gemieden zu werden ist eigentlich ähnlich unerfreulich wie von unzähligen Dünnbrettbohrern umschwärmt zu sein, davon bin ich überzeugt.

    Argh. Ich will mich mit meinen wunderschönen weiblichen Freunden nicht immer im stillen Kämmerlin treffen müssen, um einigermaßen ungestört reden zu können. Wie wärs mit einer Schonzeit, oder einem Artenschutzabkommen? Naturschutzgebiete für Auffällige Personen ?

    Das Äußere ist wirklich nicht alles. Schöne sind nicht automatisch oberflächlich und gemein, Häßliche nicht automatisch von interessantem Charakter. Wenn die Botschaft der heutige Kolumne verdammt abgedroschen ist, dann ist das um so trauriger: Die Inneren Werte sind sicher entscheidend - solange man die Chance bekomt, sie kennenzulernen. Was oftmals so schwierig ist, daß man irgendwann aufgibt.

    Klinge ich etwas frustriert ? Ich bins.

    Fühlst DU Dich irgendwie angesprochen durch den Text ? Kein Wunder, er ist DIR gewidmet. Du bist wirklich schön.

    Jenny und Eskobar

    Eskobar
    Eskobar Bielefeld, Forum 19.2.2002

    Interview mit Robert

    Jenny: Erzähl doch erst einmal ein bisschen über die Band.

    Robert: Ja, also wir sind drei Jungs aus Stockholm, Schweden. Wir spielen seit fünf oder sechs Jahren zusammen, ich glaube seit 1996. Daniel ist der Sänger und Frederik der Gitarrist, ja und ich spiele Drums. Daniel und Frederik haben vorher schon ein oder zwei Jahre zusammen gespielt, damals war mein kleiner Bruder Peter noch in der Band, und für ihn bin ich dann gekommen.

    Jenny: Wie viele Alben habt ihr bisher veröffentlicht?

    Robert: Unser neues Album, das vor kurzem rausgekommen, ist das Zweite, aber unser erstes Album "'Til we're dead" kam Anfang 2000 auf den Markt.

    Jenny: Wenn man etwas über euch liest, werdet ihr als schwedischer Britpop mit ein bisschen Cure, Garbage, Depeche Mode beschrieben.

    Jenny: Wie würdest du selber eure Musik beschreiben?

    Robert: Am liebsten gar nicht. Ich würde sagen, es ist ein bisschen melancholisch, und unser neues Album ist etwas elektronischer als das Erste. Aber ich denke, es hat melancholische, nette Songs drauf. Ein bisschen von Allem, langsame Stücke und auch ein paar Schnellere. Wir sind einfach ein paar Jungs, die das machen, wozu sie gerade Lust haben. Das ist alles. Beschreiben möchte ich unsere Musik nicht. Wenn wir Lust auf Rock'n' Roll haben, spielen wir Rock'n' Roll, oder Jazz egal, wir kümmern uns nicht drum. Wir spielen einfach, und dann denken wir, ja, dass klingt gut und wir probieren weiter. Wenn wir es dann richtig gut finden landen die Stücke hinterher dann auf dem Album.


    Jenny: Woher kommt der Name Eskobar? Schließlich handelt es sich ja um ein spanisches Wort (escobar = Besen).

    Robert: Man kann wohl mit dem Mangel an Fantasie erklären. Wir hatten vorher schon andere Namen für die Band, die uns aber nicht gefallen haben, und als dann unser erstes Album veröffentlicht werden sollte, wollten wir einen komplett neuen Anfang. Also haben wir einen Namen gesucht, der halt zur Band passt. Wir hatten alle möglich Ideen, aber entweder sie waren schon vergeben, oder sie klangen halt scheiße. Letztendlich haben wir auch alle unsere Freunde geben, uns bei der Suche nach einem Namen zu helfen, weil wir selber einfach zu doof waren.

    Eines Tages war hatte jemand von unserem Plattenlabel ein Meeting mit einem amerikanischen Manager und hat ihn halt auch gefragt, ob er einen Vorschlag hat. Tja, und er hatte dann die Idee, dass "escobar" ein cooler Name für eine Band wäre. Uns hat der Name gefallen, und wir haben nur die Schreibweise geändert. Escobar ist ein ziemlich weitverbreiteter Name in Südamerika. Aber mit dem "k" haben wir ihm etwas eigenes gegeben. Im Prinzip ist es uns egal, wie wir heißen, aber Eskobar ist OK.


    Jenny: Eure neue Single "Someone new" kommt in den nächsten Tagen raus und ist ein Duett mit Heather Nova

    Robert: Ja, in Schweden ist die Single schon draußen, und demnächst auch in Deutschland. Es ist die dritte Single von unserem Album und ein Duett mit Heather Nova.

    Jenny: Wie war die Zusammenarbeit?

    Robert: Heather ist wirklich nett. Ich glaube wir waren nur zwei oder drei Tage im Studio um den Song aufzunehmen. Man kann gut mit ihr zusammenarbeiten, und Sie ist sehr professionell. Das letzten Mal als wir in Deutschland waren, haben wir Heather supportet, dadurch haben uns auch viele kennengelernt. Insgesamt sind wir schon das vierte Mal in Deutschland. Aber es gefällt uns und wir sind nur in Schweden erfolgreicher als in Deutschland.

    Jenny: Wohin sollen euch eure nächsten Pläne führen?

    Robert: Wir wollen als Nächstes andere europäische Länder wie Frankreich, Belgien und die Niederlande erobern. Wir wollen überallhin - wenn die Leute uns wollen, kommen wir.

    Jenny: Mir ist aufgefallen, dass unten ziemlich viele Mädels stehen und auf euch warten. Kommen die wegen euch, oder wegen der Musik?

    Robert: Weiß ich nicht, aber dass ist immer so. Ist doch nett. Vielleicht sehen sie in uns ja so ein bisschen was wie eine Boygroup, aber wir versuchen nicht, eine zu sein. Wie gesagt, wir sind drei Jungs, die so sind, wie sie sind, und nicht versuchen irgendwas vorzugaukeln, was nicht ist.

    Jenny: Was habt ihr gemacht, ehe ihr von der Musik leben konntet?

    Robert: So ziemlich alles, um die Miete bezahlen zu können. Ich habe studiert, und die andern beiden hatten verschiedene Jobs. Wir wollten halt Musik machen, und da war fast alles recht um die Miete zu bezahlen und sich über Wasser zu halte. Aber seit ungefähr zwei Jahren können wir von der Musik leben. Das ist ein echt gutes Gefühl.

    Jenny: Ich habe einen Blick auf eure Homepage www.eskobar.com geworfen, und war doch sehr von dem vielsprachigen Angebot überrascht, aber warum ist da so ein Sprachenchaos?

    Robert: Das weiß ich wirklich nicht, ich habe meine eigene Band Seite. Sie ist zwar komplett auf schwedisch, aber dafür einheitlich. Ich glaube, die offizielle Homepage ist ziemlich "light". Ich sehe sie mir nicht so oft an, sondern versuche meine so weit es geht auf dem Laufenden zu halten.

    Jenny: Wie lautet denn die Adresse deiner Page?

    Robert: www.eskobar.nu , aber wie gesagt, es ist alles in Schwedisch. Vielleicht mache ich es ja auch noch auf englisch, wer weiß? Auf jeden Fall sind die Infos da besser.

    Jenny: Wenn man denn Schwedisch kann. Möchtest du zum Abschluss noch was sagen?

    Robert: Heute ist unser erstes Konzert, also kommt und seht selber wie wir sind. Wir lieben es live zu spielen.

    © 2002 by Jennifer Richmond

    Jenny interviewt Powderfinger

    Es ist jetzt schon eine Weile her, da hatte ich das Vergnügen Darren Middleton von der australischen Band Powderfinger zu interviewen, die als Support mit den Manics auf Tour waren.
    Powderfinger
    Jennifer Richmond.: Ich habe euch gestern schon einmal in Hamburg spielen sehen, wo ihr euer neues Album vorgestellt habt. In Deutschland ist es das erste Album, aber ihr habt in Australien schon mehrere veröffentlicht.

    Darren Middleton: Ja, insgesamt ist es unser viertes Album.

    J.R.: Und wie fandest du eure Auftritte?

    D.M.: Die Stimmung heute war besser, aber das liegt vielleicht auch daran, dass unser Raum hier hinten größer ist als der gestern. Wir sitzen hier schon den ganzen Nachmittag.

    J.R.: Ich fand euch heute auch besser als gestern.

    D.M.: Ja, vielleicht liegt es aber auch ein bißchen am deutschen Publikum. Wir sind gewarnt worden, dass es manchmal ziemlich ruhig sein kann.

    J.R.: Im Vergleich zu gestern war heute aber richtig Stimmung.

    D.M.: JA, vielleicht sind die Berliner einfach besser drauf als die Hamburger?

    J.R.: Ich glaube, es lag eher an den 20 Mädels, die gestern schon in Hamburg waren und heute wieder dabei sind. Die meisten fanden euch ganz gut, aber sie sind halt nicht wegen euch da.

    D.M.: Vielleicht nächstes Mal. Wir wollen im August wieder nach Europa kommen und auf ein paar Festivals spielen, da haben wir dann noch mehr Publikum, das uns kennenlernen kann. Ich hoffe dich sehen wir dann auch irgendwo.

    J.R.: Mal sehen wo ich dann stecke. Wie lange macht ihr schon Musik?

    D.M.: In dieser Zusammensetzung spielen wir schon seit zehn Jahren. Wir haben uns schon in der Schule kennengelernt, und auch nichts anderes seitdem gemacht.
    Die meisten von uns sind seit drei Jahren mit der Schule fertig. Und weil wir nicht wussten, was wir sonst machen sollen haben wir uns auf die Musik konzentriert. Wir machen das jetzt seit 1991, aber damals waren wir noch nicht so gut.

    J.R.: Und hast du mal darüber nachgedacht, was du machen würdest, wenn du nicht Musik machen würdest, oder es nicht mehr könntest?

    D.M.: Nein, ich mache ja nur Musik. Also würde ich sonst wohl auch was mit Musik machen. Früher habe ich auch viel gekocht, das kann ich auch ganz gut, aber ich habe keinen richtigen Beruf gelernt. Das was ich jetzt mache liebe ich einfach.
    Wenn ich selber nicht mehr spielen könnte würde ich vielleicht für andere Songs schreiben und produzieren

    J.R.: Habt ihr ein Schema nach dem ihr arbeitet?

    D.M.: Normalerweise fangen wir mit der Musik an. Wir probieren einfach was aus, irgendwann gibt es dann so etwas wie eine Melodie. Bernard nimmt dann die Sachen mit nach Hause und schreibt einen Text. Nach ein paar Tagen kucken wir gemeinsam, was wir haben und probieren dann solange aus und ändern Sachen, bis der Song fertig ist.

    J.R.: Worüber sind eure Songs?

    D.M.: Alles mögliche, Beziehungen, Leute, ein Song ist über das Verhältnis, das man zu sich selber hat. Man schreibt die Songs so, wie man sich am Besten ausdrücken kann und versucht sich damit mitzuteilen.

    J.R.: Ich habe vor einiger Zeit ein Interview mit einer Band geführt, die ausschließlich auf deutsch singt, weil sie sich auf deutsch am Besten ausdrücken können.

    D.M.: Warum auch nicht, Rammstein kommen damit ja auch durch. Sie haben in Australien auf einem Festival gespielt. Wir sind zwar alle keine Fans, aber es war lustig zuzusehen. Wenn sie sich selber in Brand stecken und so. Aber irgendwie müssen sie auch auffallen, wenn sie internationalen Erfolg haben wollen. In Australien sind sie auf jeden Fall aufgefallen. Wir haben davor gestanden und haben gedacht "Gott, was wird das?"
    Wir hatten schon Angst, das alle Deutschen so sind.

    J.R.: Und was für einen Eindruck hast du jetzt?

    D.M.: Oh, es geht. Ich habe schon viele deutsche Schimpfwörter gelernt.

    J.R.: Das ist wichtig.

    D.M.: Ich versuche immer so viel von einer Sprache zu lernen, das ich Hallo, Danke usw. sagen kann. Außerdem bin ich dabei Spanisch zu lernen.

    J.R.:Wie seit ihr in das Vorprogramm der Manics gekommen?

    D.M.: Wir sind kurzfristig für Coldplay eingesprungen, weil ihr Sänger mal wieder was mit den Stimmbändern hat. Wir haben echt Glück gehabt. Wenn wir hier alleine aufgetreten wären, wären die 20 Mädel von gestern bestimmt heute nicht da gewesen.

    J.R.: Euer Album heißt Odyssey Number Five und die Single dazu ist My Happiness.

    D.M.: Ja, das Album soll im Sommer rauskommen, und danach kommen wir wieder auf Tour. Wann kommt der Euro? Ich finde das Geldwechseln immer am Schlimmsten. Man hat lauter Kleingeld in der Tasche und jeden zweiten Tag braucht man eine andere Währung, will man ohne Bargeld auch nicht auskommt. Und das nur weil man 'ne Karte verschickt oder irgendeine Kleinigkeit braucht. Zum Glück gibt es jetzt das Internet, das ist viel schneller und billiger.

    J.R.: Gebt ihr noch mehr Konzerte in Deutschland?

    D.M.: Nein, wir fahren gleich noch nach Zürich und übermorgen nach Wien. Danach geht's wieder nach Hause. Wir waren jetzt fünf Wochen in Europa.

    J.R.: Dann wünsche ich euch eine gute Heimreise. Zum Glück ist es in Australien nicht so kalt wie hier.

    © 2001 Jennifer Richmond

    Die Andere Seite der Theke

    Ich habe die Angewohnheit, abends und nachts recht viel unterwegs zu sein, und nur recht selten meine Standartziele zu wechseln. Natürlich ist es da bei einigermaßen erträglichem Betragen normal, wenn man ein paar der Bedienungen kennenlernt, und sich mit einigen sogar anfreundet.

    Jedenfalls war das bei mir so.

    Man lernt so einiges beim Zuschauen. Und man macht sich so seine Gedanken.
    Der erste Gedanke ist:

    "Meine Güte, ich kann nicht sagen daß xyz nur so freundlich tut. Die ist nett zu jedem. Das könnte ich nie im Leben, das würde ich auch nie im Leben wollen."', ' Was müssen das für großartige Menschen sein, die nicht nur zu Zeiten ins Bett gehen (naja, gut, wie ich) , zu denen andere aufstehen, und dann auch noch arbeiten, für gar nicht mal so viel Geld ? Entweder sie sind sehr nett, in großer Not, mit einem eisbärdicken Fell versehen, oder eine besondere Art Superheld, die es noch nicht in die bekannten bunten Hefte geschafft hat. Ihr besonderer Heldenmut zeigt sich - wie immer- wenn niemand hinschaut.
    Gegen 3 bis 4 Uhr.
    Das ist die Zeit, in der unweigerlich genau eine bestimmte Sorte Person an die Bar tritt. "Och, Du langweilst dich sicher, so allein. Da setz ich mich mal hin..."

    Meistens Älter, auf jeden Fall jedoch entweder ohne oder mit defizitärer Beziehung zum anderen Geschlecht, optional dafür häufig eine inniges Zuneigung zum Alkohol und/oder der Person hinter der Theke, die mangels eines Fluchtweges, dieser Person mehr oder weniger hilflos ausgeliefert ist.
    Die eigentlich immer männliche entfernt humanoide Lebensform auf der zahlenden Seite der Theke hängt meistens halb über der letzteren.. und klagt der zu ihrem Leidwesen leider ansonsten völlig unterbeschäftigten Schankkraft ihr Leid bzw. legt ihre besondere Zuneigung dar. Diese Leute, in unserer Gegend gern im Schützengewandung anzutreffen, riechen bestimmt nicht sonderlich angenehm, es sei den man hat eine besondere Vorliebe für Bierfahne, herb-säuerlichen Schweiß, vor dem sogar das berüchtigt-penetrante, aber unvermeidliche "Old Spice" kapituliert. Sie trinken eine Menge, aber gehen nie fort, um sich der überschüssigen Flüssigkeit zu entledigen (ein weiterer Beweis für die "Nur mit viel Gnade Humanoid"-Theorie. Wer hat schon anstelle eines Hirns eine Aushilfsblase im Kopf?).

    Wer seine freundliche Bedienung (immer noch) nicht einmal ein wenig bewundert, sollte sich einmal folgende Sachen durch den Kopf gehen lassen:


    • "Wer mich als Gast die ganze Zeit erträgt, muß ein wenig engelhaft sein, und ist in jedem Fall unterbezahlt."

    • dann:"Es wird langsam spät. Ich sollte vom Thresen runterrutschen (ich
      rieche sicher interessant, nur bestimmt nicht nach Veilchen. Zahlen und
      heimgehen. Immerhin quatsche ich der Bedienung schon seit einer Stunde ins Ohr
      (ihr linkes). Noch lächelt sie."


    Vielen Dank an Anne für die Inspiration (und viele, viele mit Grazie servierte Flaschen Becks.)

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