Notizen aus der Warteschleife

„Der nächste freie Mitarbeiter ist bereits für sie reserviert.“

Es gibt keine freien Mitarbeiter, weil alles Personal beschäftigt ist. Darum befindest du dich übrigens gerade in der Warteschleife. Herzlich Willkommen.

„Nur noch einen kurzen Moment.“

Merkwürdigerweise wartest du bereits vier länger als einen sehr langen Moment. Nach deiner Definition. Nach der Definition der Warteschleife endet ein kurzer Moment niemals vor einer Viertelstunde. (Siehe auch: "ganz kurzer Moment")

„Gleich sind sie an der Reihe.“

Die Reihe ist sehr lang und langsam nähern wir uns ihrem Ende und dürfen uns endlich anstellen und noch viele kurze Momente länger warten.

„Wir sind gleich für sie da.“

Nicht ganz. Denn wenn sie gleich für dich da gewesen wären, dann hättest du a) vermutlich nie diese Warteschleifen-Ansage gehört und b) offensichtlich ist selbst dann nicht gleich jemand verfügbar gewesen.

„Die mögliche Wartezeit könnte länger als 5 Minuten betragen […]. Bitte rufen sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal an […].“

Ich kann mich kaum erinnern, einmal weniger als 5 Minuten in einer Warteschleife verbracht zu haben. Was sie sagen ist: „dein Problem ist nicht wichtig für uns. Du hast ganz sicher noch viel zu tun, vielleicht hast du schon lange kein Buch mehr gesehen? Oder Sherlock? Die Serie soll ja richtig gut sein. Schau sie dir an. Alle Staffeln. Entweder vergisst du irgendwann, warum du mal hier angerufen hast, jedenfalls… ach, ruf einmal noch mal an und beginn das Spiel von vorn.

Hintergrund: Ich habe aufgrund eines heiß ersehnten Paketes, das DHL lieber für sich selbst will einige kurze Momente mit deren Hotline gehabt. Es gibt derzeit nämlich eine „Störung“.

Die großen Erfolge. Teil 3: Old-School 90s.

Platten, die mich entscheidend beeinflusst haben, irgendwann in meinem Leben. Qualität ist hier ausnahmsweise nicht wichtig. Teil drei von drei und damit der letzte, Gottseidankesreicht. Den ersten davon findet ihr hier, den zweiten hier.

Wipers - Is This Real? (1979)

isthisreal624Ab den 90ern habe ich angefangen, mehr ältere Musik anzuhören und dazu gehörten auch die ganzen Punkgeschichten. Natürlich mag ich die Ramones, natürlich mag ich die Dead Kennedys - aber die erste LP der Wipers ist cooler. Ich bin auch gar nicht so sicher, ob das hier wirklich Punkrock ist - der „Band“ (eigentlich ein Soloprojekt von Greg Sage) war das mit Sicherheit vollkommen egal. Ernsthaft und emotional, Gitarren wie ein aufkommendes Gewitter, eigentlich jeder Song ein Hit. Ich hätte zu dieser Zeit natürlich auch Pennywise hören können. Aber, äh, lieber nicht.

Madness - One Step Beyond (1979)

R-395329-1350228772-4837Wie so viele fehlgeleitete Seelen der 90s begann ich Sia-Punk und Ska zu hören - allerdings ging ich nie so weit, dem fürchterlich anstrengenden Latin-Ska zu verfallen. Ich brauchte Jahre um festzustellen, dass es sich hier um eine ziemlich einfache Musik handelt, die leider auch langweilige Musiker en Masse anzieht und man die meisten Ska-Bands daher komplett vergessen kann. Eine andere Erkenntnis war, dass ich Madness liebte und zwar insbesondere die Tatsache, dass sie es mir der „wahren Lehre“ gar nicht so genau Namen und daher laut Puristenmeinung keine Ska-Band sind: Ich finde, sie sind viel besser. Außerdem schreiben sie tolle Songs mit mit guten und sogar wirklich lustigen Texten, was auch nicht gerade viele Ska-Kapellen von sich sagen können.

Dead Moon - Stranded In the Mystery Zone (1991)

Stranded+In+The+Mystery+ZoneDead Moon waren lange Jahre regelmäßig im Forum Bielefeld und vor dem Umzug im Forum Enger zu Gast. Unter verschiedenen Bandnamen sind Fred und Toody Cole schon seit den 60s aktiv und eigentlich immer auf Tour. Entsprechend rauh sind die Stimmen inzwischen, aber das passt ganz toll zum ganz schön wundervoll kaputten Sound. Das ist so eine Art Garagen-Punk-Blues. Eine der besten Livebands überhaupt - die Band spielte immer direkt am Rand der Bühne, Schlagzeuger eingeschlossen. Eigentlich sind alle Aufnahmen von ihnen gut, aber ich mag vor allem den frühen Stoff.

Nächste Woche: Weniger Musik, mehr Text.

Die großen Erfolge. Teil 2: Blöde Schule.

Platten, die mich entscheidend beeinflusst haben, irgendwann in meinem Leben. Qualität ist hier ausnahmsweise nicht wichtig. Teil zwei von drei. Den ersten davon findet ihr hier.

The Pogues - If I Should Fall From Grace With God (1988)

9d2733a6616a123bebbcc81d89232abcIch bin meinen Schulkameraden ganz sicher enorm mit meiner Vorliebe für die Pogues auf die Nerven gegangen, aber ich bereue überhaupt nichts. Von allen angepunkten Folkbands haben sie wirklich die besten Songs, am wenigsten süßlichen Kitsch und Touch-Guy Gehabe. Zugegeben - allein aufgrund von Frontmann Shane haben sie sicher auch die wenigsten durchschnittlichen Zähne pro Mitglied. Sie haben nicht eine einzige Platte ohne Füllmaterial zustande gebracht, aber diese hier hat wirklich eine Unmenge an Hits. Immer noch toll. Vergesst Eric Fish. Danke. (Liebe Ex-Mitschüler, dankt mir.)

U2 - The Joshua Tree (1987)

R-1112974-1192994098Manche Leute mögen Bono nicht. Manche Leute mögen U2 -Platten nicht einmal mehr geschenkt haben. Die mögen alle ihre Gründe haben, aber diese LP hier ist ein Klassiker. Wegen Bono habe ich damals einigermaßen regelmäßig für Greenpeace oder den WWF gespendet und wegen dieser unglaublich tollen Musik habe ich ganz schön lange nichts anderes gehört. Das ist in Ordnung für mich.

Ich verstehe wirklich nicht, warum U2 diesen Spott und sogar Hass verdient haben. Wegen Bono? Was macht der Fürchterliches? Nun, auf jeden Fall hat er mal tolle Platten gemacht, die als Kind richtig cool fand. Wisst ihr was? Die sind immer noch gut und diese hier vor allem.

Pixes - Bossanova (1990)

R-664574-1145095656Ich bin damals aufgrund einer euphorischen Besprechung von Hollow Skai im Stern auf die Pixies aufmerksam geworden und habe Bossanova gekauft, ohne je auch nur einen Akkord von ihnen gehört zu haben. Ich war nicht ganz sicher, was ich aus all dieser Aggression und gleichzeitig diesen süßen Melodien machen sollte, dazu Texte in die ich keinen Sinn bekam. Ich habe sie zwei Tage nach dem Kauf einem Typen vorgespielt, mit dem ich… natürlich absolut legal… Atari ST - Spiele tauschte. Er mochte Southern Rock und bat mich „doch bitte sofort diesen Lärm auszumachen.“ Ich wusste spätestens dann, dass ich genau die richtige CD erworben hatte. Das war meine Erste.

Dinosaur jr. - Bug (1989)

PENTAX ImageGenau die Band zu meiner langen freudinlosen Zeit in den letzten Schuljahren. Eigentlich hatte ich zu gar nichts Lust und schon gar nicht auf die Oberstufe und erst recht gar nicht auf meine Mitschüler und von den Lehrern will ich erst gar nicht anfangen. Verdammt laut. Verdammt traurig und so… aber da war auch immer so ein merkwürdiger, verdrehter Humor. Verdammte Gitarrensoli. Nun, irgendwann, nach der Schule, da hatte ich auch eine Freundin. Aber Dinosaur jr. mochte ich immer noch lange danach. Ich war immer schon besser im Bands-gutfinden als im Beziehungen-halten.

Lesen sie wieder mit, wenn es nächste Woche weitergeht.

Die großen Erfolge. Teil 1: Die frühen Jahre

Kürzlich fragte mich Bernd auf Facebook nach den zehn LPs/CDs die mich am meisten beeinflusst haben, unabhängig von der Qualität. Eigentlich sollte ich da direkt auf Facebook machen, ich verlagere es aber hierhin, weil ich vermutlich wieder so richtig Platz brauche. Außerdem sollt ihr ja mein Blog lesen. Wusstet ihr das noch nicht? Lest mein Blog. So, nachdem das gesagt wurde, fange ich mal von vorn an. Damit meine ich… meine frühesten musikalischen Meilensteine. Ich denke, das werden drei Teile.

Dschinghis Khan - Dschinghis Khan (1979)

Cover_for_Dschinghis_Khan's_album_Dschinghis_KhanOh ja, genau - eine von Ralph Siegels größten Sünden. Natürlich kann man da mit fünf Jahren auch wundervoll mitsingen - „Dsching- Dsching- Dschingis Khhhaaaan…“ geht eben immer, vermutlich sehr zum Leidwesen meiner Eltern. Eigentlich fand ich die auch aufgrund ihrer eher bunten Bühnenshow und insbesondere aufgrund der beeindruckenden Gesichtsbehaarung des bandeigenen Tänzers toll - das ist der mit dem Umhang.

Ich bin sicher, jeder hat sich für mich geschämt. Nicht zu unrecht, wie ich zugeben muss. Aber dies sündige Werk ist auch gleichzeitig das Coolste im Katalog von Darth Siegel.

Harry Belafonte ‎– Golden Records - Die Grossen Erfolge (1964)

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Diese steht für eine ganze Reihe von Belafonte-Platten in der Sammlung meiner Eltern. Ich liebe die Musik von Harry Belafonte und habe schon früh entdeckt, was für das eine grandiose Untermalung zum Herumtoben ist… in jedem Alter. Ich werde Harry Belafonte immer lieben und dazu toben. Wenn ihr damit ein Problem habt, dann stimmt irgendetwas nicht.

Kommt schon - Harry Belafonte? Day-oooooo. Day-oooooOOoooo!

Wer Harry Belafonte nicht mag, hat ein Problem in Sachen Seele. Das ist jedenfalls meine ehrliche Ansicht und vielleicht solltest du dir jetzt größere Sorgen machen.

Bruce Springsteen - Born in the USA (1984)

born-in-the-usaIch war als Kind ein großer Fan von Bruce Springsteen. Unter anderem auch, weil er diese zerrissenen Jeanswesten trug und diese Stirnbänder. Das beeindruckt einen Viertklässler. Außerdem war er überhaupt nicht wie die 80s-Musiker. Ich fand das cool. Cooler als Boney M. Ich hatte sogar einen Springsteen-Seesack. Wozu ein Seesack gut ist, wenn man nicht zur See fährt - das war mir nicht klar, aber es war der günstigste Fanartikel. Ich legte ihn mir in den Schrank und gehörte dazu. Zum Boss. Sehr zum Unverständnis meiner Mitschüler. Später entfremdeten Bruce und ich uns etwas, weil ich das Album zu unkritisch und patriotisch fand. Dann hatte ich genug Englischunterricht und wir wurden wieder beste Kumpel. So wie früher wurde es aber nie wieder - die Stirnbänder fehlten eben, aber der Boss blieb immer noch ganz schön cool. Bis heute.

Nächste Woche geht es weiter.

Telekom und ich

Netz der zukunft

"…und jetzt alle: Cheeeeeese…"

Nachdem die Telekom mir meinen „klassischen“ VDSL 50 Anschluss gekündigt hat und ich bei deren neuen IP-basieren Verträgen 1 wohl Router und Telefon in der Form nicht ohne weiteres weiter nutzen werden kann, wollte ich eigentlich weiter Kunde bleiben. Man bot mir eine Gutschrift von 120€ als Altkunde an. Dafür bekomme ich keine ordentliche Fritzbox - worauf ich darauf hingewiesen wurde, dass ja meine VDSL Leitung wohl ziemlich schlecht geworden wäre und von den 50 mbit Datendurchsatz maximal 30 geliefert würden; die Verbindungsqualität sei auch schwach. Das würde mit einem ip-basierten Anschluss viel besser - man habe einfach so viele Neukunden, das würde das Netz bei Altkunden unnötig belasten.Ich dachte, damit meinten sie lediglich "besser für die Telekom, weil VOIP-Telefonie für uns viel billiger ist als dieser lästige, weniger ausfallträchtige analoge Telefonanschluss mit dem Kupferkabel". Warum damit die Internet-Bandbreite und die Ausfallsicherheit besser werden sollen, wollte ich erklärt bekommen. Der Mitarbeiter hat dann… einfach wortlos aufgelegt.

  • Punkt A: Dass auch bei mehr Kunden in der Nachbarschaft die VDSL-Leistung "immer" stabil bliebe, war damals das Vertragsargument Nummer Eins - ich war damals sehr gutgläubig, was soll ich sagen? Ächz.
  • Punkt B: Ich soll einen neuen Vertrag abschließen und meine private Hardware zu großen Teilen erneuern, damit ich in Sachen Bandbreite auch geliefert bekomme, wofür ich seit Jahren bereits einen recht beachtlichen Betrag zahle ? Das soll ein Argument für einen neuen Vertrag bei diesem Laden sein? Öh, Nein.
  • Punkt C: Ich bin seit vielen Jahren am Telefon nie so aggressiv und wirklich unverschämt wie von den Telekom-Leute angegangen worden. Ich hatte während dieser Vertragslaufzeit eigentlich eher eine gute Meinung vom T-Support. Letzten Endes bin ich - ich habe nachgeschaut - mindestens 11 Mal allein auf dem iPhone angerufen wurden, immer mit demselben Quark und sicher noch ein halbes Dutzend Male auf dem Festnetz. Als ich sagte, dass ich mich das Angebot nicht überzeugt und mir ein finanzieller Nachteil entsteht und sie sich vielleicht ein besseres Angebot überlegen sollen, wurde mir wiederholt aufgelegt. Ich habe wiederholt darum gebeten, nicht während der Arbeitszeit angerufen zu werden - auch daran hielt sich niemand. Am Ende war es der durchgängig herablassende Tonfall ("Tja, da hätten sie eben einen unserer Speedport Router nehmen sollen! Können sie immer noch!"), der mir den Geduldsfaden reißen lies. Liebe Telekom, geht's noch?

Ich hätte mir vor ein paar Jahren nicht vorstellen können, aufgrund der Verhaltensweisen des Netzbetreibers FttH ("Fiber to the Home")2 tatsächlich abzulehnen. Ab 11.7. bin ich wieder bei Unitymedia3 und mögen mir die Götter gnädig sein - das wird sicher auch ganz schrecklich. Aber für dasselbe Geld bekomme ich von denen die doppelte Leistung und halbwegs nutzbare Hardware gestellt. Ich werde das sicher zwischendurch bereuen, aber vielleicht nicht so sehr wie die letzten Monate mit der Telekom.

Update:

Nun gut. Ich habe ja noch meinen Mobilvertrag.


  1. Der Anschluss der Zukunft, vgl. hier bei Heise und ein kleiner Text über die Zwangskündigungen 
  2. Reines Glasfasernetz 
  3. Da ich hier im Haus keine Satellitenschüssel habe, brauche ich TV aus der Dose - meine Wahlmöglichkeiten sind also sehr eingeschränkt. Derzeit blieb mir da nur das Kabel. 

Pilzbestimmungsrunde!

IMG_5937Ich gehe gern Pilze sammeln und bisher hat sich dabei auch noch niemand vergiftet. Es scheint mir so als ob eine ganze Reihe von euch glaubt, dass man alle Pilze todsicher bestimmen können muss, um entspannt sammeln zu gehen. Nein - es ist viel wichtiger, die gar nicht so vielen wirklich giftigen Arten sicher zu kennen und alles zu vermeiden, was ihnen auch nur ähnlich sehen kann.

Es gibt keine tödlich giftigen Röhrenpilze, was die Sache erleichtert, außerdem gehören sie zu den besten Speisepilzen. Trotzdem will ich von euch wissen, was wir hier für einen Pilz sehen. Was würdet ihr vermuten? Na?

Übrigens habe ich dieses Exemplar auf dem Weg von der Arbeit in Bad Oeynhausen auf einer Verkehrsinsel gefunden. Das Bild habe ich mit meinem iPhone 5S geschossen - erstaunlich, wie gut die Kamera bei Nahaufnahmen ist, noch besser mit iOS 8.

Man findet und wundert sich.

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Ich weiß ja, dass unsere Firmen-Kugelschreiber nicht von der allerbesten Qualität sind - aber nachdem ich diesen hier gefunden habe, wundere ich mich doch sehr, was damit geschehen ist.

"ich hab nur etwas zu fest aufgedrückt…" erklärt es jedenfalls nicht. Vielleicht "ist mir runtergefallen und unglücklich aufgekommen"?

Kein Wunder, dass wir immer bessere Erklärungen brauchen, wenn wir schon wieder Nachschub bestellen müssen.

Chipotles!

Chipotles, endlich auf meinem Tisch.

Chipotle Morita Chilli, endlich auf meinem Tisch.

Ich habe eine ganze Weile damit verbracht, um hier in Bielefeld Chipotles - damit sind geräucherte Jalapeño Chilis gemacht - zu finden1. Am Ende habe ich mir einige für ganz faires Geld2 bei Amazon bestellt und konnte sie wenig später in meinem Briefkasten finden.

Früher habe ich einmal einige Rollenspiel-Regelwerke in einem Lübbecker Spieleladen liegen gelassen, der dann…tragischerweise… ausgebrannt ist. Nach einigen Wochen gab mir der Besitzer (nun Ex-Spielleiter…) die Bände zurück, die nun viel aromatischer rochen - genau diese Erinnerung erzeugten bei mir die Chipotle-Chili. Wow - die sind wirklich rauchig!

In einen ordentlichen Topf Bohnen würde ich höchstens zwei der Schoten verwenden, die man vorher zerreiben oder vorsichtig mörsern kann - vorsichtig, weil allein der Rauch beim vorsichtigen zerstossen mie die Tränen in die Augen trieb: Ganz schön scharf.

Ich hatte wirklich Sorge, meine Bohnen überwürzt zu haben, aber diese erwiesen sich als unbegründet: Zwar war das Ergebnis durchaus scharf, aber eben doch sehr dezent und das Raucharoma war ähnlich harmonisch- klar eine Verbesserung des Geschmacks für mich persönlich, auf jeden Fall aber eine interessante Variante.

Ich will gern mal das klassische Rezept mit schwarzen Bohnen und Chipotle probieren - nun muss ich erst einmal die passenden Hülsenfrüchte auftreiben. Das Spiel beginnt von Neuem…


  1. Ich habe Hoffnung, doch noch welche hier vor Ort in einem Laden in der Altstadt zu finden… wir werden sehen 
  2. Gut 4€ plus Versand für 50g. Das reicht für eine Weile. 

Number 13 Baby.

Der Doctor und Clara. (Quelle: BBC)

Der Doctor und Clara. (Quelle: BBC)

Ich habe den neuen Doctor gesehen und es war gut. ich jedenfalls habe mich großartig mit Freunden, Getränken und Chips amüsiert. Die Episode selbst… nun, darüber kann man streiten. Ich werde versuchen, massive Spoiler zu vermeiden, aber ihr solltet vielleicht "Deep Breath" selbst anschauen, bevor ihr weiterlest.

Es ist vielleicht wert zu bedenken, dass Doctor Who immer noch eine Familienserie ist und gewisse Albernheit ganz sicher immer wieder vorkommen müssen. Die 8jährigen bekommen ihren Sauriersabber, die Großen bekommen die Restaurant-Szene. Ich beklage mich nicht, Sauriersabber amüsiert mich. Das sagt vermutlich einiges über mich aus, aber hier geht es ja nicht um mich, richtig?

Man merkt ziemlich gut, dass die Serie in den USA mit Matt Smith einen ganz ordentlichen Sprung in der Popularität gemacht hat und man sich ganz, ganz große Mühe gegeben hat, den Übergang für ein riesiges Publikum mit relativ wenig Regenerations-Erfahrung erträglicher zu machen. Es gab also viele Auftritte von eingeführten Charakteren und eine Menge Witze und Anspielung auf bereits Geschehenes. Das tat der Geschichte nicht unbedingt gut, aber, hey, ich sehe die ersten Folge jedes neuen Doctors immer als so eine Art Pilot-Episoden an: Traditionell immer die konstruiertesten Teile von Doctor Who - nein, eigentlich jeder Serie, mit großem Erklärbär-Anteil.

Was ich nicht so ganz nachvollziehen kann, ist eine gewisse Abneigung gegenüber der derzeitigen Begleiterin des Doctors, Clara Oswald. Ganz sicher ist mir bewusst, dass sich an den "Companions" immer schon die Geister geschieden haben. Manche Leute mochten Amy Pond nicht. Man stelle sich das einmal vor! Aber Clara - auch ihre Darstellerin Jenna Coleman, war ganz grandios, vor allem jedoch in den letzten drei Folgen. Sie muss sich an einen ganz anderen Doctor gewöhnen, genauso wie der regenerations-typisch aufgewühlte Fandom. Ich finde, ihre Reaktion ist ziemlich glaubwürdig. Sie ist auch wirklich kein nutzloses "Anhängsel" für den Timelord, der nun… wie alt genau ist?… auf jeden Fall keine leichte Aufgabe ist. Ich mag Clara.

"I have a horrible feeling I am going to have to kill you. Thought you might appreciate a drink first."

Und der zwölfte Doctor selbst? Peter Capaldi kann nun zunächst keine schlechte Arbeit abliefern; dazu scheint er in gewisser Hinsicht nicht in der Lage zu sein. Ich befinde mich im Moment noch in der Lernphase, die schottisch-stämmige Doctor-Darsteller mir immer wieder abverlangen und kann nicht behaupten, 100% seiner Dialoge verstanden zu haben, üblicherweise habe ich das aber in ein paar Folgen erledigt und kann ihm weitgehend folgen. Er ist lustig und gelegentlich ein wenig knurrig, aber die Erwartung, dass er nun automatisch "düsterer" und "ernster" als seine sei… nun, ich sehe das bisher nicht erfüllt. Das könnte auch daran liegen, dass er einen Großteil seiner Szenen in einem zunehmend schmuddeligeren Nachthemd absolvierte. Ich hatte das Gefühl, dass die Sache ab der Restaurant-Szene an Fahrt aufnahm und es jetzt richtig losgeht. Wir werden sehen; wir kennen diesen Doctor noch nicht. Oh, vielleicht bringt er jemanden um. So ein paar Fragezeichen haben wir ja doch...

Clara, be my pal. Tell me, am I a good man?

Clara kennt ihn nicht mehr. Er selber kennt sich auch noch nicht so recht, nur dass er ausdrücklich nicht Claras 'boyfriend' ist. Nachdem das geklärt ist, können wir ja weitermachen. Also sage ich: Gut so, Doctor Who war längere Zeit nicht mehr so unberechenbar und ich kann kaum erwarten, die nächste Episode zu sehen und mehr zu erfahren.

P.S.: Ja, ich weiß - da steht "13" in der Überschrift. Ich hatte zunächst den "War Doctor" mitgezählt und nicht darauf geachtet, dass er offiziell nicht gezählt wird. Nehmen wir also an, dass ich die 13 Regenerationen meinte und nicht etwa einen peinlichen Fehler gemacht habe.

Aus der Erinnerung

Mein Lieblingsort als Kind befand sich auf einer größeren Waldlichtung, ein gutes Stück von meinem Elternhaus entfernt. Man brauchte das Fahrrad, um dorthin zu kommen und der Weg hatte so einige schweißtreibende Steigungen. Am Ziel gab es einen flachen See, dazu ein paar Teiche - ich zähle zwei in meiner Erinnerung. Mit großen Fischen, mit Fröschen. Ich glaube, es war eine aufgegebene Lehmgrube. Spuren von Baumaschinen, in denen sich Regenwasser gesammelt hatte.

Es gab dort auch Goldfische, die jemand ausgesetzt hatte. An Ochsenfrösche kann ich mich auch erinnern, die hatten dort wirklich nichts zu suchen. Das war alles natürlich nicht richtig und ich habe mich etwas darüber geärgert.

Was hatte ich dort immer für Spaß! Einfach herumlaufen, Sachen und Tiere anschauen. Bis es einen Regenschauer gab, was oft passierte. Nicht dass die mich großartig störten.

Ich glaube, ich war niemals dort, ich weiß nicht einmal wo genau sich dieser Ort befindet. Wenn ich so darüber nachdenke, weiß ich genau wo es sich befindet, nur das ich den Weg nicht mehr finde: Es gibt diesen Platz nur in meinem Kopf. Wenn es zu regnen anfing, haben nicht etwa meine Eltern gerufen und wir sind nach Hause gefahren, ich wachte auf.

Ich habe ein paar mal davon geträumt und dann den Weg dorthin vergessen. Das ist meine Vermutung, aber richtig sicher bin ich mir nicht.

Ich schreibe diese Zeilen im Zug, etwa eine Stunde nach dem Aufwachen. Eben war die Erinnerung wieder da. Es ist ein merkwürdig unwirkliches Gefühl.

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