Ich und die Medien.

Ich habe mich darüber nachgedacht, wie sich meine Mediennutzung im letzten Jahr geändert hat. Begonnen hat es damit, dass ich tatsächlich nur eine Handvoll Bücher gekauft habe und auslesen habe ich am Ende nur… zwei, drei Ebooks. Ich bin nicht ganz sicher, warum ich so wenig dazu gekommen bin, „richtige“ Bücher zu lesen. Vielleicht, weil sich unterwegs im Zug Ebooks handlicher transportieren lassen und sie auch gut im dunkeln funktionieren. Vielleicht, weil vieles von den Sachen die mich wirklich interessieren… aktuell vergriffen ist und teils nur für Mondpreise oder gar nicht zu bekommen ist.

Ich will gern wieder mehr Bücher lesen, digital oder physikalisch. Aber wann…

Wenn ich so zurückdenke, überrascht mich eines am meisten: Ich habe nur drei Studioalben gekauft und auch die… wieder digital. Ich höre kaum noch Musik zuhause, einfach weil ich froh bin überhaupt etwas Ruhe zu bekommen und außerdem… kann man von Musik gelangweilt sein? Geht das? Darf man das heute noch sagen? Ich mag Livekonzerte so sehr wie immer schon, aber aus der Konserve… ich weiß nicht, da war ich schon sehr, sehr viel begeisterter.

Podcasts habe ich hingegen viel mehr gehört. Audiopodcasts mit Interviews oder guten Geschichten. Übrigens mag ich immer noch Apples dezent fehlerbehaftete Podcasts App - nun könnt ihr lästern.

Habt ihr - diesseits von Quizduell - in diesem Jahr irgendwelche Handspiele gekauft? Ich kann mich persönlich nicht an eines erinnern. Mobile Gaming ist für mich tot und damit hätte ich vor zwei, drei Jahren niemals gerechnet. Ich hoffe, es kommt zurück… aber ich habe irgendwie kein besonders gutes Gefühl.

Ach ja. Streaming! Ich habe zunächst WatchEver probiert und bin glücklich, dann bei Netflix angekommen zu sein… vielleicht, vielleicht könnte ein Großteil der "verlorenen" Zeit bei diesen Diensten gelandet sein. Ich habe nämlich in ganz 2014 auch nur eine einzige Blu-ray gekauft…

Das sind auch Menschen, überraschenderweise.

Eigentlich bin ich nicht besonders gut darin, Jahresrückblicke zu schreiben und darum lasse ich es auch einfach dieses Mal gleich bleiben.

Mein 2014 war auch wirklich nicht so prachtvoll. Beruflich schon, aber sonst… das Beste an diesem Jahr waren meine wundervollen Freundinnen und Freunde. Muss ich da einen Unterschied machen, was "online" und "offline" angeht? Es sind tatsächlich meistens dieselben Personen und einige kamen dazu.

Genau, "online". Mir fiel zuerst auf Twitter auf. Wie merkwürdig man dort bisweilen miteinander umzugehen pflegt, solange man nicht Gefahr läuft, dem anderen in den nächsten Stunden auf der Straße zu begegnen. Das ist alles nichts neues und natürlich wissen wir allesamt Bescheid, dass wir uns benehmen sollen, richtig? Aber wir machen Unterschiede - oder besser gesagt: Ich selbst ertappe mich dabei, Unterschiede zu machen. Wenn Leute ganz, ganz viele Follower haben, dann sind die -gefühlt- sehr weit weg und sicher ist es daher einfach… okay , diesen Personen weise Ratschläge zu geben, ihre Leistung im letzten Spiel fachkundig zu beurteilen oder die neue Platte zu bekritteln. Es scheint für ganz viele Menschen ganz in Ordnung, jede einzelne Zeile zu kritisieren… Kritik, die sie ziemlich sicher niemals unwidersprochen über ihren eigenen perfekten Ergüssen dulden würden - nehme ich einfach einmal an. Oh, und wenn man jemand emotional wird, vielleicht sogar mal ein echtes Tief hat und den Mut hat, darüber zu sprechen? Manchmal geht das gut. Ganz oft habe ich das Gefühl, dass… eine ganze Reihe meiner Mitmenschen nicht damit klar kommt, wenn sie den Menschen hinter den 140 Zeichen allzu deutlich sehen. Wenn man zu groß wird, scheint die Zielscheibe mit zu wachsen. Ich muss daran denken, wie ich mich über die Art und Weise von DHL geärgert habe, als sie eines meiner essentiell wichtigen Pakete in Geiselhaft genommen haben. Das sind ja alles Profis, denen man wer-weiß-was an den Kopf werfen darf, richtig? Der Mensch, dem ich meine Verachtung über die miese Mannschaftsleistung nahe bringe, der ist ja auch nur ein Social-Media Mensch oder ein Support-Profi, richtig?

Ja, sicher. Aber das sind eben auch immer noch Menschen. Komplett egal, ob sie Pakete verbummeln oder ob sie Popstars irgendeiner Art oder "Eliteblogger" oder noch schlimmer… bemitleidenswerte Menschen in der Spielebranche sind. Es sind Menschen. Es ist nicht wichtig, wie berühmt oder unbekannt sie sind, es ist nicht wichtig, ob sie nüchtern oder besoffen sind, es ist nicht wichtig ob das neue Spiel nun ein paar mehr Bugs hat als erträglich. Es ist auch überhaupt nicht wichtig, ob diese wahr und richtig ist, was ich jemandem um die Ohren haue, den ich vielleicht nie getroffen habe. Ganz egal, ob das in Twitter geschieht, in Facebook oder sogar in Ello.com (nein, vielleicht nicht in Ello) - nicht einmal in der DHL-Hotline, wenn ich ganz ehrlich sein darf. Diese Leute sind nicht die endgültige Deponie für meinen unendlichen Frust oder dafür da, dass ich jede ihrer Äußerungen mit Spott oder Hohn oder schrankenlosem Gebagger kommentiere.

Es ist wichtig, dass ich nicht so oft vergesse, das ich mit Menschen zu tun habe. Vielleicht geht es euch ja auch dann und wann ähnlich - es ist ja nicht so, als hätte ich hier bahnbrechende Neuigkeiten veröffentlicht. Leute, ganz ehrlich: Manchmal in 2014 habe ich mich geschämt. Gegen Krieg und all die großen Sachen kann ich hier und jetzt nicht sofort etwas tun.

Aber ich kann versuchen, so ein paar Sachen im neuen Jahr besser zu machen, Sachen die ich oben beschrieben habe. Nein, ich sollte mich da ein wenig korrigieren, denn es ist nicht so verdammt schwer: Ich werde das einfach besser machen, dazu braucht es keinen Versuch: Einfach tun.

Ich wünsche euch prachtvolle Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Baut keinen Mist.

Drei todsichere Geschäftsideen.

Ich bin nicht besonders reich, was lediglich der Tatsache verschuldet sein könnte, dass ich manchmal ziemlich faul sein kann. Die richtigen Einfälle hätte ich nämlich schon - das haben mir bereits viele zuverlässige Personen an der Theke versichert. Weil ich euch so lieb habe und euch die Chance geben will, stinkreich und außerdem berühmt zu werden,veröffentliche ich an dieser Stelle einige wirklich todsichere Geschäftsideen. Ich verklage euch vielleicht nicht, wenn ihr sie klaut. Vielleicht nicht.

Das Whirlpoolkino

Gerade in den Wintertagen wünscht man sich ein wenig mehr entspannung als in der heimatlichen guten Stube gewohnt. Wir haben gewaltige Fernseher, mächtige Sound-Anlagen und noch dazu Sofas, die Bequemlichkeit weit über die Möglichkeiten des üblichen Kinositzes hinaus bieten. Wie soll da das lokale Lichtspielhaus noch mithalten können? Die Antwort ist "Mehr Entspannung bei der spannenden Unterhaltung". Was ist entspannender als ein Whirlpool und außerdem legal? Die Antwort kennen wir alle: Nichts, was uns gerade einfällt. Darum gleich Nägel mit Köpfen machen und den altmodischen Plüsch durch feine Bäder ersetzen! Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Gäste ziehen freiwillig die Schuhe aus und zwischendurch verlassen bedeutend weniger Gäste den Saal, weil sie die mittlere Cola bestellt haben und ihre Blase unterschätzten. Wo ich so darüber nachdenke, möchte das Augenmerk doch lieber auf andere Vorzüge lenken. Denken sie nur einfach "schwimmende Popcorn-Eimer" und fühlen sie das freudige Kribbeln der schier unendlichen neuen Möglichkeiten.

Nachtrag dazu:

Glühfreier Wein

Kennt ihr ihn auch, dieses dunkelrote Getränk das abgesehen vom Geschmack beinahe mit Rotwein verwechselt werden könnte? Genau. Ehrlich gesagt schmeckt es schrecklich, macht Kopfweh und ist nicht mehr als eine genial vermarktete Maßnahme zur Entsorgung von unverkäuflichem Wein und anderen dunklen Flüssigkeiten, über die wir an dieser Stelle lieber nicht viel mehr berichten. Warum lassen wir nicht einfach das Erhitzen weg und ebenso den Industriezucke und noch dazu alle weiteren Gewürze? Mit diesem Schritt "Back to the roots" wird zwar der Massengeschmack verlassen, aber eine kleine Gruppe von genussfreudigen Menschen wird begeistert sein, dieses Getränk - nennen wir es puristisch "Wein" - auch zu hohen Preisen zu erwerben. Alternative: Trinkt Bier. Oder Orangensaft. Oder Wasser. Oder Blasentee. Alles ist besser, außer Red Bull.

Der Nacktanzug.

Ein bequemer, aber dabei enganliegender Overall in einem perfekt auf den jeweiligen Träger abgestimmten Hautton, mit geschickt umgesetzten Nippeln und schmeichelhaften Geschlechtsteilimitationen, zusätzliche Polsterungen oder Webpelzbesatz für einen geringen Aufpreiss möglich. Ich als Bewohner einer Erdgeschosswohnung mit Fenstern zum Gehweg und ebensolchen Fenster zur Küche würde es durchaus unterhaltsam finden, die Fensterläden immer offen zu lassen und meinem Tageswerk in einer für die mehr oder weniger freiwilligen Zuschauer unterhaltsamen Form zu betreiben. Nackt Frühstücken. Nackt essen. Nackte Freiübungen. Nacktes Fensterputzen. Nackt herüberwinken. Aber dabei ist man gar nicht nackt, man sieht nur so aus. Was für eine diebisches Vergnügen wäre das für uns alle!

Notizen aus der Warteschleife

„Der nächste freie Mitarbeiter ist bereits für sie reserviert.“

Es gibt keine freien Mitarbeiter, weil alles Personal beschäftigt ist. Darum befindest du dich übrigens gerade in der Warteschleife. Herzlich Willkommen.

„Nur noch einen kurzen Moment.“

Merkwürdigerweise wartest du bereits vier länger als einen sehr langen Moment. Nach deiner Definition. Nach der Definition der Warteschleife endet ein kurzer Moment niemals vor einer Viertelstunde. (Siehe auch: "ganz kurzer Moment")

„Gleich sind sie an der Reihe.“

Die Reihe ist sehr lang und langsam nähern wir uns ihrem Ende und dürfen uns endlich anstellen und noch viele kurze Momente länger warten.

„Wir sind gleich für sie da.“

Nicht ganz. Denn wenn sie gleich für dich da gewesen wären, dann hättest du a) vermutlich nie diese Warteschleifen-Ansage gehört und b) offensichtlich ist selbst dann nicht gleich jemand verfügbar gewesen.

„Die mögliche Wartezeit könnte länger als 5 Minuten betragen […]. Bitte rufen sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal an […].“

Ich kann mich kaum erinnern, einmal weniger als 5 Minuten in einer Warteschleife verbracht zu haben. Was sie sagen ist: „dein Problem ist nicht wichtig für uns. Du hast ganz sicher noch viel zu tun, vielleicht hast du schon lange kein Buch mehr gesehen? Oder Sherlock? Die Serie soll ja richtig gut sein. Schau sie dir an. Alle Staffeln. Entweder vergisst du irgendwann, warum du mal hier angerufen hast, jedenfalls… ach, ruf einmal noch mal an und beginn das Spiel von vorn.

Hintergrund: Ich habe aufgrund eines heiß ersehnten Paketes, das DHL lieber für sich selbst will einige kurze Momente mit deren Hotline gehabt. Es gibt derzeit nämlich eine „Störung“.

Die großen Erfolge. Teil 3: Old-School 90s.

Platten, die mich entscheidend beeinflusst haben, irgendwann in meinem Leben. Qualität ist hier ausnahmsweise nicht wichtig. Teil drei von drei und damit der letzte, Gottseidankesreicht. Den ersten davon findet ihr hier, den zweiten hier.

Wipers - Is This Real? (1979)

isthisreal624Ab den 90ern habe ich angefangen, mehr ältere Musik anzuhören und dazu gehörten auch die ganzen Punkgeschichten. Natürlich mag ich die Ramones, natürlich mag ich die Dead Kennedys - aber die erste LP der Wipers ist cooler. Ich bin auch gar nicht so sicher, ob das hier wirklich Punkrock ist - der „Band“ (eigentlich ein Soloprojekt von Greg Sage) war das mit Sicherheit vollkommen egal. Ernsthaft und emotional, Gitarren wie ein aufkommendes Gewitter, eigentlich jeder Song ein Hit. Ich hätte zu dieser Zeit natürlich auch Pennywise hören können. Aber, äh, lieber nicht.

Madness - One Step Beyond (1979)

R-395329-1350228772-4837Wie so viele fehlgeleitete Seelen der 90s begann ich Sia-Punk und Ska zu hören - allerdings ging ich nie so weit, dem fürchterlich anstrengenden Latin-Ska zu verfallen. Ich brauchte Jahre um festzustellen, dass es sich hier um eine ziemlich einfache Musik handelt, die leider auch langweilige Musiker en Masse anzieht und man die meisten Ska-Bands daher komplett vergessen kann. Eine andere Erkenntnis war, dass ich Madness liebte und zwar insbesondere die Tatsache, dass sie es mir der „wahren Lehre“ gar nicht so genau Namen und daher laut Puristenmeinung keine Ska-Band sind: Ich finde, sie sind viel besser. Außerdem schreiben sie tolle Songs mit mit guten und sogar wirklich lustigen Texten, was auch nicht gerade viele Ska-Kapellen von sich sagen können.

Dead Moon - Stranded In the Mystery Zone (1991)

Stranded+In+The+Mystery+ZoneDead Moon waren lange Jahre regelmäßig im Forum Bielefeld und vor dem Umzug im Forum Enger zu Gast. Unter verschiedenen Bandnamen sind Fred und Toody Cole schon seit den 60s aktiv und eigentlich immer auf Tour. Entsprechend rauh sind die Stimmen inzwischen, aber das passt ganz toll zum ganz schön wundervoll kaputten Sound. Das ist so eine Art Garagen-Punk-Blues. Eine der besten Livebands überhaupt - die Band spielte immer direkt am Rand der Bühne, Schlagzeuger eingeschlossen. Eigentlich sind alle Aufnahmen von ihnen gut, aber ich mag vor allem den frühen Stoff.

Nächste Woche: Weniger Musik, mehr Text.

Die großen Erfolge. Teil 2: Blöde Schule.

Platten, die mich entscheidend beeinflusst haben, irgendwann in meinem Leben. Qualität ist hier ausnahmsweise nicht wichtig. Teil zwei von drei. Den ersten davon findet ihr hier.

The Pogues - If I Should Fall From Grace With God (1988)

9d2733a6616a123bebbcc81d89232abcIch bin meinen Schulkameraden ganz sicher enorm mit meiner Vorliebe für die Pogues auf die Nerven gegangen, aber ich bereue überhaupt nichts. Von allen angepunkten Folkbands haben sie wirklich die besten Songs, am wenigsten süßlichen Kitsch und Touch-Guy Gehabe. Zugegeben - allein aufgrund von Frontmann Shane haben sie sicher auch die wenigsten durchschnittlichen Zähne pro Mitglied. Sie haben nicht eine einzige Platte ohne Füllmaterial zustande gebracht, aber diese hier hat wirklich eine Unmenge an Hits. Immer noch toll. Vergesst Eric Fish. Danke. (Liebe Ex-Mitschüler, dankt mir.)

U2 - The Joshua Tree (1987)

R-1112974-1192994098Manche Leute mögen Bono nicht. Manche Leute mögen U2 -Platten nicht einmal mehr geschenkt haben. Die mögen alle ihre Gründe haben, aber diese LP hier ist ein Klassiker. Wegen Bono habe ich damals einigermaßen regelmäßig für Greenpeace oder den WWF gespendet und wegen dieser unglaublich tollen Musik habe ich ganz schön lange nichts anderes gehört. Das ist in Ordnung für mich.

Ich verstehe wirklich nicht, warum U2 diesen Spott und sogar Hass verdient haben. Wegen Bono? Was macht der Fürchterliches? Nun, auf jeden Fall hat er mal tolle Platten gemacht, die als Kind richtig cool fand. Wisst ihr was? Die sind immer noch gut und diese hier vor allem.

Pixes - Bossanova (1990)

R-664574-1145095656Ich bin damals aufgrund einer euphorischen Besprechung von Hollow Skai im Stern auf die Pixies aufmerksam geworden und habe Bossanova gekauft, ohne je auch nur einen Akkord von ihnen gehört zu haben. Ich war nicht ganz sicher, was ich aus all dieser Aggression und gleichzeitig diesen süßen Melodien machen sollte, dazu Texte in die ich keinen Sinn bekam. Ich habe sie zwei Tage nach dem Kauf einem Typen vorgespielt, mit dem ich… natürlich absolut legal… Atari ST - Spiele tauschte. Er mochte Southern Rock und bat mich „doch bitte sofort diesen Lärm auszumachen.“ Ich wusste spätestens dann, dass ich genau die richtige CD erworben hatte. Das war meine Erste.

Dinosaur jr. - Bug (1989)

PENTAX ImageGenau die Band zu meiner langen freudinlosen Zeit in den letzten Schuljahren. Eigentlich hatte ich zu gar nichts Lust und schon gar nicht auf die Oberstufe und erst recht gar nicht auf meine Mitschüler und von den Lehrern will ich erst gar nicht anfangen. Verdammt laut. Verdammt traurig und so… aber da war auch immer so ein merkwürdiger, verdrehter Humor. Verdammte Gitarrensoli. Nun, irgendwann, nach der Schule, da hatte ich auch eine Freundin. Aber Dinosaur jr. mochte ich immer noch lange danach. Ich war immer schon besser im Bands-gutfinden als im Beziehungen-halten.

Lesen sie wieder mit, wenn es nächste Woche weitergeht.

Die großen Erfolge. Teil 1: Die frühen Jahre

Kürzlich fragte mich Bernd auf Facebook nach den zehn LPs/CDs die mich am meisten beeinflusst haben, unabhängig von der Qualität. Eigentlich sollte ich da direkt auf Facebook machen, ich verlagere es aber hierhin, weil ich vermutlich wieder so richtig Platz brauche. Außerdem sollt ihr ja mein Blog lesen. Wusstet ihr das noch nicht? Lest mein Blog. So, nachdem das gesagt wurde, fange ich mal von vorn an. Damit meine ich… meine frühesten musikalischen Meilensteine. Ich denke, das werden drei Teile.

Dschinghis Khan - Dschinghis Khan (1979)

Cover_for_Dschinghis_Khan's_album_Dschinghis_KhanOh ja, genau - eine von Ralph Siegels größten Sünden. Natürlich kann man da mit fünf Jahren auch wundervoll mitsingen - „Dsching- Dsching- Dschingis Khhhaaaan…“ geht eben immer, vermutlich sehr zum Leidwesen meiner Eltern. Eigentlich fand ich die auch aufgrund ihrer eher bunten Bühnenshow und insbesondere aufgrund der beeindruckenden Gesichtsbehaarung des bandeigenen Tänzers toll - das ist der mit dem Umhang.

Ich bin sicher, jeder hat sich für mich geschämt. Nicht zu unrecht, wie ich zugeben muss. Aber dies sündige Werk ist auch gleichzeitig das Coolste im Katalog von Darth Siegel.

Harry Belafonte ‎– Golden Records - Die Grossen Erfolge (1964)

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Diese steht für eine ganze Reihe von Belafonte-Platten in der Sammlung meiner Eltern. Ich liebe die Musik von Harry Belafonte und habe schon früh entdeckt, was für das eine grandiose Untermalung zum Herumtoben ist… in jedem Alter. Ich werde Harry Belafonte immer lieben und dazu toben. Wenn ihr damit ein Problem habt, dann stimmt irgendetwas nicht.

Kommt schon - Harry Belafonte? Day-oooooo. Day-oooooOOoooo!

Wer Harry Belafonte nicht mag, hat ein Problem in Sachen Seele. Das ist jedenfalls meine ehrliche Ansicht und vielleicht solltest du dir jetzt größere Sorgen machen.

Bruce Springsteen - Born in the USA (1984)

born-in-the-usaIch war als Kind ein großer Fan von Bruce Springsteen. Unter anderem auch, weil er diese zerrissenen Jeanswesten trug und diese Stirnbänder. Das beeindruckt einen Viertklässler. Außerdem war er überhaupt nicht wie die 80s-Musiker. Ich fand das cool. Cooler als Boney M. Ich hatte sogar einen Springsteen-Seesack. Wozu ein Seesack gut ist, wenn man nicht zur See fährt - das war mir nicht klar, aber es war der günstigste Fanartikel. Ich legte ihn mir in den Schrank und gehörte dazu. Zum Boss. Sehr zum Unverständnis meiner Mitschüler. Später entfremdeten Bruce und ich uns etwas, weil ich das Album zu unkritisch und patriotisch fand. Dann hatte ich genug Englischunterricht und wir wurden wieder beste Kumpel. So wie früher wurde es aber nie wieder - die Stirnbänder fehlten eben, aber der Boss blieb immer noch ganz schön cool. Bis heute.

Nächste Woche geht es weiter.

Telekom und ich

Netz der zukunft

"…und jetzt alle: Cheeeeeese…"

Nachdem die Telekom mir meinen „klassischen“ VDSL 50 Anschluss gekündigt hat und ich bei deren neuen IP-basieren Verträgen 1 wohl Router und Telefon in der Form nicht ohne weiteres weiter nutzen werden kann, wollte ich eigentlich weiter Kunde bleiben. Man bot mir eine Gutschrift von 120€ als Altkunde an. Dafür bekomme ich keine ordentliche Fritzbox - worauf ich darauf hingewiesen wurde, dass ja meine VDSL Leitung wohl ziemlich schlecht geworden wäre und von den 50 mbit Datendurchsatz maximal 30 geliefert würden; die Verbindungsqualität sei auch schwach. Das würde mit einem ip-basierten Anschluss viel besser - man habe einfach so viele Neukunden, das würde das Netz bei Altkunden unnötig belasten.Ich dachte, damit meinten sie lediglich "besser für die Telekom, weil VOIP-Telefonie für uns viel billiger ist als dieser lästige, weniger ausfallträchtige analoge Telefonanschluss mit dem Kupferkabel". Warum damit die Internet-Bandbreite und die Ausfallsicherheit besser werden sollen, wollte ich erklärt bekommen. Der Mitarbeiter hat dann… einfach wortlos aufgelegt.

  • Punkt A: Dass auch bei mehr Kunden in der Nachbarschaft die VDSL-Leistung "immer" stabil bliebe, war damals das Vertragsargument Nummer Eins - ich war damals sehr gutgläubig, was soll ich sagen? Ächz.
  • Punkt B: Ich soll einen neuen Vertrag abschließen und meine private Hardware zu großen Teilen erneuern, damit ich in Sachen Bandbreite auch geliefert bekomme, wofür ich seit Jahren bereits einen recht beachtlichen Betrag zahle ? Das soll ein Argument für einen neuen Vertrag bei diesem Laden sein? Öh, Nein.
  • Punkt C: Ich bin seit vielen Jahren am Telefon nie so aggressiv und wirklich unverschämt wie von den Telekom-Leute angegangen worden. Ich hatte während dieser Vertragslaufzeit eigentlich eher eine gute Meinung vom T-Support. Letzten Endes bin ich - ich habe nachgeschaut - mindestens 11 Mal allein auf dem iPhone angerufen wurden, immer mit demselben Quark und sicher noch ein halbes Dutzend Male auf dem Festnetz. Als ich sagte, dass ich mich das Angebot nicht überzeugt und mir ein finanzieller Nachteil entsteht und sie sich vielleicht ein besseres Angebot überlegen sollen, wurde mir wiederholt aufgelegt. Ich habe wiederholt darum gebeten, nicht während der Arbeitszeit angerufen zu werden - auch daran hielt sich niemand. Am Ende war es der durchgängig herablassende Tonfall ("Tja, da hätten sie eben einen unserer Speedport Router nehmen sollen! Können sie immer noch!"), der mir den Geduldsfaden reißen lies. Liebe Telekom, geht's noch?

Ich hätte mir vor ein paar Jahren nicht vorstellen können, aufgrund der Verhaltensweisen des Netzbetreibers FttH ("Fiber to the Home")2 tatsächlich abzulehnen. Ab 11.7. bin ich wieder bei Unitymedia3 und mögen mir die Götter gnädig sein - das wird sicher auch ganz schrecklich. Aber für dasselbe Geld bekomme ich von denen die doppelte Leistung und halbwegs nutzbare Hardware gestellt. Ich werde das sicher zwischendurch bereuen, aber vielleicht nicht so sehr wie die letzten Monate mit der Telekom.

Update:

Nun gut. Ich habe ja noch meinen Mobilvertrag.


  1. Der Anschluss der Zukunft, vgl. hier bei Heise und ein kleiner Text über die Zwangskündigungen 
  2. Reines Glasfasernetz 
  3. Da ich hier im Haus keine Satellitenschüssel habe, brauche ich TV aus der Dose - meine Wahlmöglichkeiten sind also sehr eingeschränkt. Derzeit blieb mir da nur das Kabel. 

Pilzbestimmungsrunde!

IMG_5937Ich gehe gern Pilze sammeln und bisher hat sich dabei auch noch niemand vergiftet. Es scheint mir so als ob eine ganze Reihe von euch glaubt, dass man alle Pilze todsicher bestimmen können muss, um entspannt sammeln zu gehen. Nein - es ist viel wichtiger, die gar nicht so vielen wirklich giftigen Arten sicher zu kennen und alles zu vermeiden, was ihnen auch nur ähnlich sehen kann.

Es gibt keine tödlich giftigen Röhrenpilze, was die Sache erleichtert, außerdem gehören sie zu den besten Speisepilzen. Trotzdem will ich von euch wissen, was wir hier für einen Pilz sehen. Was würdet ihr vermuten? Na?

Übrigens habe ich dieses Exemplar auf dem Weg von der Arbeit in Bad Oeynhausen auf einer Verkehrsinsel gefunden. Das Bild habe ich mit meinem iPhone 5S geschossen - erstaunlich, wie gut die Kamera bei Nahaufnahmen ist, noch besser mit iOS 8.

Man findet und wundert sich.

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Ich weiß ja, dass unsere Firmen-Kugelschreiber nicht von der allerbesten Qualität sind - aber nachdem ich diesen hier gefunden habe, wundere ich mich doch sehr, was damit geschehen ist.

"ich hab nur etwas zu fest aufgedrückt…" erklärt es jedenfalls nicht. Vielleicht "ist mir runtergefallen und unglücklich aufgekommen"?

Kein Wunder, dass wir immer bessere Erklärungen brauchen, wenn wir schon wieder Nachschub bestellen müssen.

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