Stromsparmodus

Seit Wochen läßt du den Rechner solange laufen wie es geht, den kleinen Tragbaren. Oder sogar den noch kleineren iPod, den nimmst du mit aufs Sofa und läßt einen Messenger laufen. Das Handy ist sowieso nie richtig ausgeschaltet obwohl du gerade nicht eben viele Anrufe bekommst und noch weniger Textnachrichten. So ganz nebenbei läuft das alles, das kostet nicht viel Aufwand und wirkt höchstens ein wenig merkwürdig, aber man gewöhnt sich daran und bald sieht es ganz normal aus für die Leute, die dich kennen.

Es geht dir gar nicht darum ständig im Internet zu sein, es ist dir nicht wichtig, ständig für jeden erreichbar zu sein; du könntest wohl wirklich ganz gut auf den ganzen Kram verzichten, wenn es sein muß, davon bist du jedenfalls ziemlich überzeugt. Du würdest ungern verzichten, aber es gibt Wichtigeres. Du wartest.

Auf Nachricht von ihr, vielleicht sogar einen kleinen Chat, wenn sie es schafft. Sie meldet sich bei dir und du freust dich sehr darüber, weil es schön ist, weil es nicht einfach ist für sie und weil die Gelegenheit so selten ist. Sie ist zuverlässig und gibt sich Mühe; das weißt du.

Aber dann bist du gerade in einem anderen Raum, dann kochst du etwas, dann bist du am Telefon oder machst einen Tee und da sind die paar Zeilen, "Bist du da?". und sie ist schon wieder fort und du weißt nicht, wie du dich fühlen sollst. Du weißt, du kannst nicht immer da sein und dass du nicht den ganzen Tag auf der Lauer liegen kannst, meine Güte, das wäre ja vollkommen obsessiv. Aber ein anderer Teil von dir fühlt sich leer und enttäuscht, der wünschte sich so eine Art eingeabaute Telefonklingel, irgendwo im Mittelohr, die dir sagt, wann du wirklich verdammt nochmal am Rechner sein solltest.

Wenn es dir so geht, dann kann ich dich ziemlich gut verstehen. Es ist wie ein Telefonat mit der allzu richtigen Nummer im Display, das man zu spät abnimmt und nur noch ein Freizeichen bekommt.

Das Exklusive Interview. Zweiter Teil.

Gorgmorg: Schön, dass sie wieder etwas Zeit für mich gefunden haben. Sie glauben nicht, wie viele Fragen ich an sie habe!

Denis: Nun, ich finde schon, dass wir uns trotz allem inzwischen duzen können. Wir haben ja nun schon eine Weile miteinander zu tun. Ich habe fast das Gefühl, du…?

Gern.

…du könntes nicht ohne mich existieren. Das klingt etwas merkwürdig und nun sollten die Fragen besser gestellt werden, bevor meine Kopfschmerzen wiederkommen. Zack zack!

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Beunruhigend: Schleichende Invasion der Innenstädte aufgedeckt

Zweimal an diesem Morgen ist es mir aufgefallen und ich kann nicht länger schweigen, auch wenn mir so ein Schicksal Schlimmer Als Der Tod zuteilwerden könnte - Männer mit rasierten Beinen in kurzen Hosen unterwandern unsere Städte. Im Winter haben sie sich noch notdürftig in schlabbrigen Hosenbeinen tarnen müssen. Nun haben sie ihre Coming Outs.

Blasse, krumme, Häkelnadelbeine. Unbestrumpfte Füße in Slippern. Viel zu kurze Hosen.

Ein Exemplar wankte an der Straße entlang, die Haare fettig hinabhängend, aber die O-Beine akurrat enthaart.

Das andere legte erst vor der Bank etwas vorsichtig in einen dunklen Winkel. Er sah suspekt aus, mit seinem Sparkassen-Kinderregenponcho mit "Knax" Schriftzug. Ich habe einen Blick in den dunklen Winkel geworfen: Da lag eine brennende Zigarette, neben einem halben Dutzend halbgerauchter kalter Exemplare; offensichtlich verzichtet der Mann - ich brauche seine dünnen, blaugeaderten, säuberlich rasierten Beine nicht extra erwähnen - darauf, sein Rauchwerk nach erledigten Finanzgeschäften wieder aufzunehmen. Ich bin sicher, es gibt noch mehr von ihnen. Aber ich weiß nicht was sie sind.

Ich muss wachsam sein. Wir müssen wachsam sein.

Bierernst

Wenn man zu viel Zeit hat, dann schreibt man auch irgendwann Mist. Oder man kommt ins Grübeln. über die Lage der Nation und trinkt dazu ein Bier.

Ich finde ja, dass es gar nicht so übel ist mit uns Deutschen. Kein Bürgerkrieg, Wohlstand, fließend Wasser und all solches Zeug. Ein paar Sachen finde ich auch unangenehm, zum Beispiel die typisch deutsche - sagen die Deutschen - Selbstüberschätzung mit dem gewissen Funken Größenwahn. Sieht man gleich beim Bier. Da sind wir scheinbar immer noch Weltmacht der Herzen (oder so) -  scheinen manche Leute zu glauben.

03062009063.jpgWir sind so überzeugt davon, dass wir das Allerbeste zusammenbrauen, dass uns inzwischen sogar Einige diese fatale Fehleinschätzung abnehmen. Unser Bier ist genauso wenig immer das Beste wie englisches immer fürchterlich schlecht ist. Tatsächlich mag ich englisches Bier ziemlich gern - nehmen wir zum Beispiel dieses exquisite Boddington's Bitter. Eine listige Dosenbierkreation mit einer kleinen Düse unten drin, die eine feine, cremige Schaumkrone ins Glas zaubert1 - ein funkelndes Spitzenprodukt britischer Bieringenieurskunst. Schmeckt echt gut, auch wenn es nur ganz wenig Alkohol hat. Egal, Starkbier schmeckt meistens ja eher eklig süß, oder?

Ich habe mal eben probiert, ob das Zeug auch gegen meine bohrenden Kopfschmerzen und meinen verspannten Rücken wirkt, aber nur meine Laune ist deutlich verbessert worden. Reicht doch. Wird sicher nicht bessser durch das Detmolder Weizen; schmeckt ja erstaunlich gut. Zugegeben.

Mein Beitrag zum kulturellen Verständnis ist getan. Erst zur Europawahl gegangen und dann das. Da kann man schon mal echt stolz auf sich sein. Prost.

  1. Hinweis: Dieses Zeug auf keinen Fall direkt aus der Dose trinken, das kann peinlich werden. Glaubt mir. []

I fought the Wok (and the Wok won)

Ich habe zu meinem Geburtstag einen kleinen Wok geschenkt bekommen und nachdem er die anstandsmäßige Wartezeit über im Keller verbracht hat, war es langsam Zeit ihn das erste Mal zu verwenden und das Chili nach Thai-Art zu kochen, welches Saciel freundlicherweise auf Fressmorg1 veröffentlich hat.

Angeblich ist das für Anfänger geeignet. Ich hätte aber das Fleisch noch etwas länger anbraten sollten, es hätte noch etwas braun werden können. Nun gut; fürs erste Mal gar nicht mal so schlecht. Ich muss sagen, es war tatsächlich nicht sonderlich schwer zu kochen und noch dazu wahnsinnig schnell und ohne großartigen Aufwand - klar, Gemüse und Fleisch müssen nach wie vor geschnitten werden, aber ich werde noch lange nicht so weit gehen, mir "Wok-Gemüse" aus dem Tiefkühlfach zu kaufen. Man hat ja noch seinen Stolz.

Hat ziemlich gut geschmeckt- und für meine Begriffe gar nicht mal scharf, die Warnung im Rezept war für mich unnötig - und ich wollte euch nur daran teilhaben lassen. Ich bin ziemlich stolz auf mich und ich denke, ich werde demnächst wieder einmal ein paar Rezepte veröffentlichen - schließlich habe ich ja gerade Zeit zum richtig kochen.

  1. Natürlich unter fressmorg.wikia.com zu finden. Trag deinen Kram ein! []

Das exklusive Interview. Erster Teil.

Gorgmorg: Guten Tag, ich freue mich, dass ich Ihnen ein paar Fragen stellen darf! Es ist ja gar nicht so einfach, einen Termin zu finden.

Denis:Tut mir leid, dass ich erst jetzt Zeit für sie habe. Ist mir jedenfalls ein Vergnügen. (Glaube ich).

Seit wann schreiben sie denn an ihrem Internettagebu…

Oh nein, das fängt ja schon gut an. Nein, ich schreibe kein öffentliches Tagebuch. Um ehrlich zu sein, schreibe ich auch sonst keins. Das ist mein Weblog. Ich sage meist einfach "Blog." Ich mache das seit vielen Jahren, ernsthaft sicher seit 2003. Oder 2004? Keine Ahnung. Ganz schön lange.

Entschuldigen Sie bitte. Wo ist denn der Unterschied zwischen Blog und Internettagebuch?

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Endlich eine ordentliche Chatlösung?

Nach all dem Ärger mit dem zeitweise nicht funktionierendem Google Chatback hier auf Gorgmorg habe ich etwas nachgeforscht und hab.la scheint die Lösung zu sein - der 1:1 Chat lauert oben rechts und ist nach einem Klick sofort zu Diensten, ohne irgendwelche zusätzlichen Maßnahmen wie in der Vergangenheit. übrigens ist er auch bedeutend schneller als die Googlelösung.

Wichtig: Dabei seid ihr nach wie vor ganz und gar anonym, auch an etwas obskuren Orten wie dem Browsercache sollten sich keine Dialogleichen finden lassen; für einige von euch ist das wichtig und ich gedenke, Rücksicht darauf zu nehmen.

Bisher bin ich sehr zufrieden damit. Helft mir doch bitte mal etwas beim Testen.

Der Kommentator.

Habe ich nicht schon ein paarmal erwähnt, dass ich mich sehr über Kommentare freue und eigentlich ohne sie gar nicht mehr bloggen würde? Trotzdem moderiere ich euren allerersten Kommentar - bedeutet, einmal muss ich euch freischalten , danach könnt erscheint euer neues Zeug sofort und ungebremst auf gorgmorg. Das finde ich nicht besonders kompliziert und es hat sich bewährt. Als ich heute morgen den Hinweis auf einen neuen Kommentator in meiner Mail fand, habe ich gleich seinen ersten Beitrag lesen dürfen:

bild-2

Bedauerlicherweise konnte ich das nicht gleich freischalten; ich habe schließlich gepennt. Er blieb also zumindest die nächste Dreiviertelstunde fleißig und schrieb - offenbar enttäuscht darüber, dass ich nicht wach und freischaltwillig zu Diensten war - eine Menge weiterer Kommentare, wie diesen:

bild-3

Damit wurde es ihm dann wohl doch langweilig… bild-41 … und das war das letzte, was ich von ihm zu lesen bekam. Da ich vermute, dass ich unter "asdf@xygfe.de" niemanden erreichen werde, hier zwei kurze Nachrichten, nur für dich:

  1. Lieber "Der Türke": Ich glaube, Du bist gar kein Türke. So dämliche Türken kenne ich nämlich (bisher) gar nicht. Ich glaube sogar, Du bist kartoffeliger als der Durchschnittsdeutsche.Vielleicht bist du sogar selbst ein aufstrebender Nachwuschsfaschist? Du hast ausschließlich Beiträge zu kommentieren versucht, in denen ich mich über die erstaunliche Dummheit deutscher Neonazis lustig gemacht habe. Leider schaltet sich die Kommentarfunktion für ältere Beiträge automatisch aus. Sorry. Hast du nicht den Hinweis gelesen?
  2. Ich kann dich leider nicht freischalten und so deinen Unterhaltungswert herabsetzen. Das wäre unverantwortlich; ich hoffe, du kannst mir so weit folgen und sogar zustimmen. Dich freizuschalten wäre ein Verbrechen. Ich bitte dich, kommentiere nur fleißig weiter und ich werde ebenso fleißig daran arbeiten, meine geschätzte Leserschaft daran teilhaben zu lassen.

Ich bleibe dabei: Der Charme der Kommentare auf meinem Blog ist unerreicht. Allerdings holt der Charme der Kommentare in meinem Spamfilter langsam auf.

Milchmond

Jemand hatte offenbar eine verkratzte Scheibe Plexiglas vor den Halbmond montiert, so dass er nur unscharf zu sehen war und ein milchiges Licht in die Straße hinabschickte, die ich entlanglief. Ich wollte eigentlich nur schnell zu Geldautomaten und beeilte mich, nicht zuletzt weil es entschieden kälter als erwartet geworden war.

Rufe von weit her sind ja nichts Ungewöhnliches, selbst gegen Mitternacht. Zuerst dachte ich, der übliche später Beziehungsstreit wäre im Gange, aber das Gebrüll näherte sich. Ich ging schneller; das hatte mir gerade noch gefehlt. Für den durchschnittlichen alkoholbefeuerten öffentliche Ehezank scheine ich einen seltsamen Magnetismis zu haben; er sucht gern in meine unmittelbare Nähe, um dort zu detonieren.

"Hannaaaa!"

"Hannaaaa! Wo bist du?"

Es kam näher. Der Schreihals war schon ordentlich heiser.

"Komm raus, bitte?"

Näher. Nun konnte ich ihn sehen - ein Typ mit Mütze und einer Art modischem Doppelripphemd. Er schwankte weniger, als ich erwartet hatte.

"Versteck dich doch nicht. Ich such dich schon so lange. Hannaaaa!"

Er schluchzte leise und tat mir gleich leid. Vielleicht hatte er sich auch nur geräuspert und versucht seine Stimme wieder in Schwung zu bringen, nach all dem Geschrei; für mich klang es traurig. Vermutlich empfanden die Anwohner deutlich weniger Mitgefühl, schließlich hatte ihre Nachtruhe sicher ein jähes Ende gefunden.

"Ich liebe dich doch."

Er holte keuchend Luft.

"Ich habs echt nicht so gemeint."

Drehte nach rechts und beschaute sich das Gebübsch am Wegesrand.

"Hannaaa! Bitte. Komm raus."

Und dann war er an mir vorbei gewankt, bog um die Ecke und war nicht mehr zu sehen.

"Hannnaaa!", leiser.

Dings (mit Dings, die ich vergessen hatte aktualisiert)

Wer sich noch an aufeinander.de erinnert, könnte wohl viele der erfreulichen Erlebnisse von dort in flitter.fm wiederfinden, Hendriks neuestem Projekt. Allerdings benötigt man einen Twitter-Account. Ja, der ist kostenlos. Und ich bin auch dabei.

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Die Nacht der Klänge an der Bielefelder Uni ist ein merkwürdiges Ding. Aber sie ist auch unterhaltsam, wenn man eine Menge Toninstallationen aushalten kann. Audimax: Ping Pong vor hallenden Tauchergeräuschen und Gewummer. Nicht genial, aber überaus erträgend.

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Ich veröffentliche demnächst ein Interview mit dem Betreiber dieses Blogs. Wer drängende Fragen an diesen hat, möge sie bitte bekanntgeben, damit ich sie verwenden kann.

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Der Herr Glumm darf ruhig mal eine Westfalen-nahe Lesung machen. Scharen pünktlich angereister Bielefeld-basierter Blogger würden die Sache garantiert enorm lukrativ und wohl auch künstlerisch höchst befriedigend gestalten. Jemand sollte ihm das mal sagen, wurde mir gesagt. Also tu ich das hier.

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Wird heute eigentlich gar nicht mehr eingearbeitet? In den allermeisten Fällen werden die alten Angestellten ihre Stelle bereits verlassen haben, wenn ihre Nachfolger auftauchen. Macht das Sinn? Scheinbar ist das ein Trend. Ich bin mal in eine Stelle eingeführt worden, indem man mir das Computerpasswort gab und man mir zeigte, wo ich neues Papier bekomme. Sogar die Kaffeemaschine musste ich selbst suchen, stellt euch vor.

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Die von mir geliebte AJZ D.I.S.C.O. kackt so langsam richtig ab und ich weiß gar nicht so recht warum. Na, die Negativpunkte sind zahlreich, aber die Toiletten waren damals ja auch schon schlimm. Kaum noch einer kommt - die Musik ist ja auch nicht immer schrecklich und die Getränkepreise sind konkurrenzlos fair kalkuliert. schade, eigentlich.

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