Playstation 4 – Tag Eins

Ja, die Uhrzeit stimmt. Nein, ich bin nicht plötzlich Frühaufsteher geworden.

Ja, die Uhrzeit stimmt. Nein, ich bin nicht plötzlich Frühaufsteher geworden.

Ehrlich: Ich hätte mir keine Playstation 4 (PS4) vorbestellen sollen und dann auch noch so tun, als wäre ich nicht viel zu neugierig, um die Bestellung zum "Launch Day" noch vernünftigerweise zu stornieren. Je näher der Tag rückte, desto mehr der ziemlich interessanten ersten Titel für die neue Spielkonsole wurden verschoben und desto mehr meiner Freunde entschieden sich, doch lieber abzuwarten. Ich nicht - ich war inzwischen so weit, dass ich folgenden Gedanken hegte: Der Gedanke, dass ich noch nie beim Launch einer neuen Konsolengeneration vom ersten Tag an dabei gewesen war und es auch mal erleben wollte. Also, da war sie: Die nicht einmal besonders schwere Kiste. Ich kann euch sagen: Es war mal gar nicht schlimm. Hat Spaß gemacht.

It's alive! ALIVE!

It's alive! ALIVE!

Die Konsole selbst ist wirklich klein und leicht, selbst auf Fotos wirkt sie noch größer als in der freien Wildbahn. Der Hauptschalter ist winzig und in der mittleren Spalte versteckt, aber das stört nicht weiter… wenn man ihn denn gefunden hat und auf solche Lächerlichkeiten wie "Kurzanleitungen" nichts gibt.

Die PS4 schließt sich ganz einfach an, man braucht nur eine Steckdose, ein HDMI-Kabel und einen Fernseher. Der wirklich tolle Controller hat einen kleinen Lautsprecher und - ganz groß - man kann ein kabelgestütztes Headset1 oder einen Kopfhörer direkt am Controller einstecken. Das Touchpad darauf kann als eine Art Mausersatz dienen, nehme ich an - bisher benutzt es aber nach meinen kurzen Erfahrungen nur War Thunder und dort funktioniert es eher mäßig.

Das Playstation Network war gestern lange Zeit voll ausgelastet - und das, obwohl Sony ein paar Funktionen ausgeschaltet hatte. Später am Abend lief es dann schon wieder ganz ordentlich - damit hatte ich gar nicht gerechnet. Gameplay-Videos hochladen und teilen funktioniert toll und die Schnittfunktionen etc. sind erstaunlich einfach… ziemlich cool. Leider ist die Videoqualität, wenn sie denn mal auf Facebook etc. ankommt eher mau. PSN… zu diesem Zeitpunkt kaum zu bewerten, aber es tut was es soll, schätze ich.

Ah, die Spiele. Für zwei habe ich Geld ausgegeben:

  • Need for Speed: Rivals - Unsägliches Zeug dummquatschende Sprecher, teils genauso unsäglich nervende Musik für die Kids - aber es macht schon richtig Spaß. Solides, hirnfreies Rennspiel - das, was es sein soll.

  • Assassin's Creed 4 sieht enorm gut aus für einen Titel, der auch auf 7 Jahre alten Konsolen laufen muss. Auf der ganz neuen PS4 sieht es schön aus und macht viel, viel Spaß - aber es könnte noch deutlich prachtvoller sein. "Next-Gen"? Nö - ist aber auch egal, weil Piraten.

  • Resogun ist ein für Playstation Plus-Abonnenenten kostenloses Ballerspiel und echt gut. Die Unmengen von Partikeleffekten… HAHAHA! ES IST EXPLOOODIERT!… sind nett und das wäre vermutlich in der letzten Konsolengeneration nicht so einfach vonstatten gegangen. Gut spielbar und richtig nett.

  • Contrast - Puzzle-Adventure, in dem man von der materiellen 3D-Welt in die entschieden flachere 2D-Welt der Schatten wechseln kann. Tolle Jazzmusik, charmante Charaktere, aber leider auch ganz schön grässliche Steuerung.

  • War Thunder ist ein Free-to-Play Online-Flugsimulator, der auf dem PC richtig Spaß macht… wenn man sich nicht am WKII Hintergrund stört. Die Steuerung per Maus ist am PC toll, die Umsetzung auf die Konsole ist… einfach enttäuschend. Es ist genau dasselbe Spiel, grafisch sieht es toll aus, aber die Schriften sind eben so klein wie in der PC-Version und was sich noch toll mit Maus und Tastatur steuerte, ist über den Dualshock 4 Controller vom Sofa aus nur noch schmerzhaft - eben nicht nur, weil PC-Spieler dieselben Server bevölkern und ich erstmal chancenlos war. Tastatur und Maus (!) sollen später auch an der PS4 kommen, bis dahin… schaut man eine Weile auf den dezenten "Beta"-Schriftzug und wartet ab. Wichtig: Man kann seinen Computer-Account derzeit nicht auf PS4 übertragen, seinen PS4-Account umgekehrt aber durchaus auf PC/Mac.

Ach ja, Watchever ist auch auf der Konsole dabei und es funktioniert super, solange man keinen Film anschauen will - da kam bei mir nämlich bisher nur ein schwarzer Bildschirm. Lassen wir an Launchday mal Gnade walten, würde ich sagen - aber wer seinen Serienabend für diese Wochenende angesetzt hat, kann vielleicht auch noch viel Spaß auf dem Weihnachtsmarkt haben… oder so.

Also, ich würde sagen… man braucht jetzt noch keine PS4. Andererseits habe ich auch nicht das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben - ich habe Spaß. Launch Day: Kann man machen. Muss man aber nicht.

  1. Ein billiges Headset dieser Art wird mitgeliefert []

Day of the Doctor

imageVor sehr vielen Jahren - in den 90ern nämlich - wurde einmal in der sehr, sehr geekigen WunderWelten erwähnt, dass die deutschen Fans der britischen SF-Serie Doctor Who allesamt in einer Telefonzelle Platz fänden.

Die WunderWelten ist seit sehr vielen Jahren eingestellt, Doctor Who dafür ist (wieder) sehr lebendig und feierte sein 50. Jubiläum mit einer gleichzeitigen Ausstrahlung in 90 Ländern und etwa 1500 Kinos weltweit. In einem dieser Kinos saß ich und konnte es kaum glauben: Wenn dieser große Saal nicht ausverkauft war, dann doch beinahe und danach folgte noch eine weitere Ausstrahlung in synchronisierter Fassung. Igitt.

Erstaunlich ist es aber doch, wie salonfähig Geek-Culture geworden ist und wieviele Leute nun wissen, dass der Bindestrich bei Spider-Man keineswegs optional ist.

Was für ein Publikum! So viele Who-Shirts, das allgegenwärtige Summen der Sonic Screwdriver… und ich ohne Fez und ein wenig beschämt - offensichtlich war ich nicht mehr der einzige und außerdem ging ich wohl nun auch offiziell nicht mehr als Hardcorefan durch. Alle haben sich gefreut und manche quietschten sehr laut. Das war schön.

Oh, ja. Das war natürlich alles noch vor der Jubiläumsepisode: Die war in 3D - das Gimmick wurde auch schamlos ausgenutzt - und voller ebenso schamlosem Fanservice. Dazu der immer (immer!) wundervolle John Hurt und ein Cameo der Augenbrauen von Peter Capaldi plus… Sachen, die ich nicht verspoilern möchte. Kurz: Mehr Doctor = mehr gut.

Na klar: Doctor Who stammt aus dem BBC - Kinderprogramm und natürlich merkt man der Serie das noch an, auch wenn sie für die Maßstäbe deutscher Familienserien eine Menge Gewalt, Tod und Drama enthält. Objektiv gibt es sicher oberflächlich anspruchsvollere und nach bestimmten Gesichtspunkten auch bessere BBC-Serien. Aber Doctor Who hat so viel Charme und gerade soviel Selbstironie, dass die Serie irgendwie nie lächerlich oder herablassend daherkommt.

Ah, der Abend hätte nicht besser sein können.

Über Bücher.

Karte.

Eine Karte. Wenn ein Buch schon so beginnt…

Nun, Jochen hat mir ein Blockstöckchen zugeworfen und obwohl ich eigentlich mal wieder etwas "richtiges" schreiben wollte, konnte ich in diesem Fall nicht widerstehen - es geht wieder einmal um Bücher.1.

Welches Buch liest du momentan?

Ich lese gerade The Complete Lyonesse von Jack Vance2 Das ist ein richtig dicker Wälzer, der alle drei Bände des Lyonesse-Zyklus vereint. Außerdem The Claw of the Conciliator von Gene Wolfe unterwegs, in deutlich weniger dicker Ebook-Form. Phantastische Zeiten in der Königlich Gorgmorgischen Republik- wieder einmal.

Und warum liest du dieses Buch?

Lyonesse, weil ich es vor vielen Jahren schon einmal auf deutsch gelesen habe. Das war eine unglaublich verrauchte, ranzige, deutsche Taschenbuchfassung, wenig kunstvoll in Klebefolie verkleistert. Das Buch ist nicht nur einfach eine richtig gut erzählte Geschichte mit so vielen tollen Ideen - daraus könnte man mehrere Jahre TV-Serien basteln, was glücklicherweise bisher niemand gemacht hat. Ich wollte immer schon die englische Fassung lesen und die dicke, gebundene Ausgabe gab es günstig bei Amazon. Es ist immer noch so gut wie damals, aber ich sehe ganz andere Sachen als damals und ein paar Szenen, die ich damals einfach so weggelesen habe, finde ich heute deutlich beunruhigender als damals -unter anderem, weil ich Trauer und Verlust heute viel besser kenne als mit 13.

Gibt es einen Protagonisten / eine Protagonistin, in den / die du einmal regelrecht verliebt warst?

Oft, aber mir fällt gerade nur ein Fall ein: Threnodia in Piers Anthonys Ritter-Geist. Die war sexy und ein klein wenig böse, aber insgesamt doch ganz in Ordnung für jemanden mit halber Seele. Abgesehen davon hat sie mal mit einem echten Macho den Körper tauschen müssen und da tat sie mir leid. Außerdem brauchte sie keine Angst vor einem Technicolor-Sturm haben… äh, ihr hättet das wohl selbst lesen müssen.(Ich war und bin immer noch ein großer Fan der hierzulande eher obskuren Xanth-Reihe.)

In welchem Buch würdest du gern leben?

Darf ich zwei nennen? Little, Big von John Crowley3 und nein, kein Kochbuch von Jamie Oliver, sondern in John Steinbecks Straße der Ölsardinen (Cannery Row).

Welche drei Bücher würdest du nicht mehr hergeben wollen?

Ganz ehrlich? Kein Einziges. Ich bin schlecht im Bücher-hergeben. Wenn ich eines verschenke oder auch nur leihe, dann habe ich den Menschen sehr lieb.

Ein Lieblingssatz aus einem Buch:

Meine aller, allerliebstes Stück Text stammt aus Little, Big, aber das ist mehr als ein Satz, darum kommt etwas aus The Shadow of the Torturer - Gene Wolfe hat erstaunlicherweise Farbtöne, die nur bei ihm vorkommen:

Furthermore, the hue fuligin, which is darker than black, admirably erases all folds, bunchlings, and gatherings so far as the eye is concerned, showing only a featureless dark.

Ich weiß gar nicht so recht, wem ich das Stöckchen geben soll. Wer will? Eigentlich… will ich es von euch allen bearbeitet sehen. Ja!

  1. Ich weiß, Carsten, da steht noch was zum Schmökern aus… ich habe dich nicht vergessen. []
  2. Über Vance habe ich hier schon öfters geschrieben. []
  3. ich schrieb darüber bereits []

Browser ABC. Nun auch hier.

Ich habe zuerst bei Hendrik dieses Ding gesehen und stehle es einfach mal. Es geht einfach darum, im Browser einfach für jedem Buchstaben die empfohlene Seite zu notieren. Vielleicht lernt wir ja interessante neue Fakten über mich. Ich fange einmal an.

  • A - Amazon.de: Nun, das ist nicht spannend. Weiter.
  • B - Bleeding Cool: Eine Seite mit aktuellen Gerüchten über Filme und Comics. Null journalistische Ethik, dafür unterhaltsam.
  • C - Chatcity: Oh, schau an: Ein Webchat, der sich in den letzten 10 Jahren nur minimal geändert hat. Das Ding ist mir heute wirklich etwas peinlich, (viel) früher war ich oft da - Nächte lang.
  • D - Daring Fireball: Blog von John Gruber, einem großen Fan von Apple. Lese ich gelegentlich wegen der Links zu anderen Artikeln, i.d.R Techzeugs und Design.
  • E - Eurogamer: Eine der wenigen erträglichen Spieleseiten. Ich lese fast nur die englische Version.
  • F - Facebook: Naja.
  • G - Golem.de: "IT-News für Profis". Ha.
  • H - Heise.de: Sowas Ähnliches.
  • I - ifun.de: "Apple-News seit 2001". Meine Güte, meine Links werden stetig langweiliger.
  • J - Joshua Topolsky: Tumblr-Seite vom The Verge-Gründer. Merkwürdiges Sammelsurium.
  • K - kompott.org "Jugendkultur satt!" - Termine rund um Bielefeld, dezent alternativ, ganz wenig davon Jugendkultur (Was ist das eigentlich?).
  • L - Laut.de: Musikseite - Ein wenig zu viel Mainstreamkrams für meinen Geschmack, aber ganz gut um den Überblick zu behalten.
  • M - Massively: Spieleseite über MMO, Onlinespiele.
  • N - Google News: Kennt ihr.
  • O - Open Salon: Der "offene" Bereich von Salon.com. Ich nehme an, sowas wie die HuffPost. Ehrlich gesagt habe ich die Seite nie bewusst geöffnet und wusste erst nicht, was ich vor mir habe.
  • P - Polygon: Seite über Video und Computerspiele, die ich wirklich mag - gut geschrieben, gut lesbar, für Erwachsene.
  • Q - Quartz: News. Businesskram? Wie kommt die denn hierher? Keine Ahnung.
  • R - (Login-Seite für eines meiner Projekte. Lasse ich bewusst weg.)
  • S - Sloblog.io: Schlanke, schnelle Blog-Community, in der ich wieder viel aktiver sein sollte.
  • T - The Verge: Technik und Kultur. Ich bin so eine Art Fan ihrer Sachen - abgesehen vom entsetzlich fehlgeleiteten Windows 8 Review.
  • U - URUK - 5000 Jahre Megacity: Ausstellung im LWL Museum Herne. Da solltet ihr unbedingt hingehen, eine gute Freundin hat darin mitgearbeitet.
  • V - Vodafone: Ich bin und war nie Kunde.
  • W - Woopra: Tool für Webseiten-Statistiken. Habe ich nur kurz ausprobiert.
  • X - Xing: Mein Profil habe ich seit Jahren nicht mehr aktualisiert. Schande über mich.
  • Y - Youtube: Sowas mit Videos.
  • Z - ZAM: Noch einmal etwas über Onlinespiele. Besuche ich nicht oft.

Was sich bei den weniger genutzte Buchstaben so für Altlasten finden…

Novembrrr.

IMG_4380Die abendliche Widerwärtigkeit des Novemberwetters ist ja wohl an unangenehmen Eigenschaften kaum zu übertreffen, oder? Ich habe das Bild schon am Freitag geschossen, aber wenn ich es mir nur anschaue, dann bin ich gleich wieder überzeugt davon, auf gar keinen Fall das Haus oder auch nur das Sofa verlassen zu wollen. Ich muss aber.

Das finde ich nicht fair. Aber ich fühle immerhin mit euch, schätze ich und ich brauche eure Hilfe: Abgesehen von Decken, Tee, unglaublich fettem Essen, Grog, Liebe oder Körnerkissen… die Sachen kenne ich schon: Ich bin dankbar für andere Tipps zum Aufwärmen.

("Heizung hochdrehen" ist nämlich irgendwie so wenig kreativ und sehr langweilig und ich muss von der trockenen Luft niesen. Wir verstehen uns?)

Was wärmt am Besten?

Was ich denn so mache. Teil 2.

Vielleicht erinnert ihr euch noch daran, dass ich mich vor kurzer Zeit einmal mit den unangenehmen Leuten auseinander gesetzt habe, die sich vorgeblich für uns interessieren. In den Kommentaren zu "Was ich denn so mache" wurde nicht zu Unrecht angefragt, was man im Ernstfall - nach dem Scheitern aller Abwimmeltechniken - tun kann. Eines ist uns bereits klar: Das kann nur Krieg bedeuten - wer eine der gefürchteten Fragen stellt, will es einfach nicht anders. Wenn also selbst so geduldige und höfliche Menschen - und dazu zähle meine geneigten Leser und wohl auch meiner Wenigkeit will ich einen Platz dieser Gruppe nicht verweigern - wenn diese Leute in Notwehr handeln müssen, dann beispielsweise wie in den folgenden Zeilen beschrieben.

Wir erinnern uns an die Überschrift und die gefürchtete Frage. Und dann antworten wir so:

1. Die Methode der gelassenen Erwiderung

Materialien: Augentropfen.

Man hört sich die Frage geduldig an und nickt danach sehr langsam und sehr knapp. Dann atmet man tief durch und sagt in einem logopdädisch gestählten Ton sehr bedächtig "Also..." und legt danach wieder eine Pause ein, während der man den Fragesteller direkt in die Augen schaut. Man atmet noch einmal tief durch, ohne den Blick zu unterbrechen. Man atme wieder durch, hörbar und voller ruhiger Kraft. Man lege eine Pause ein. Man spreche mit der volltönenden Stimme, die Lesern und Schreibern dieses Blogs zueigen ist:"Nun...". Man atme langsam und ruhig durch, ohne - und das ist von vordringlicher Wichtigkeit - je den Blickkontakt zu unterbrechen. Man beginne wieder von vorn.

Mit etwas Glück ist der Fragensteller bereits nach wenigen Minuten weg gelaufen oder an Altersschwäche verstorben. Auf jeden Fall aber will er auf keinen Fall wissen, was du zu berichten hast.

2. Die Methode der vollständigen und gewissenhaften Antwort

Materialien: Ein vollständiger und aussagekräftiger Lebenslauf. Kein Lichtbild.

Die Methode der vollständigen und gewissenhaften Antwort erfordert einiges an Vorbereitung. Wer sich aber in letzter Zeit bewerben musste sollte es leichter haben: Ihr benötigt lediglich einen außerordentlich vollständigen und gewissenhaft geführten Lebenslauf, wobei ich schon ein Curriculum vitae nicht unter drei seiten in kleinstmöglicher Schrift erwarte. Natürlich ist es selbstverständlich, dieses Schriftstück vollständig im Gedächtnis zu haben, um gelassen auf das nächste Klassentreffen oder eine ähnlich entsetzliche Veranstaltung zugehen zu können.

Die Methode ist recht einfach anzuwenden: Man nickt langsam und bedächtig (das ist außerordentlich wichtig, nicht nur in dieser Methode) - atmet tief durch (das ist außerordentlich wichtig, nicht nur in dieser Methode) und antwortet freudig. Man sagt: "Schön, dass du fragst. Damals habe ich ja meinen Abschluss gemacht und das war - wenn ich mich nicht täusche- der letzte Tag an dem wir uns gesehen haben, richtig? Genau. Ich komme nicht so oft dazu, Leuten etwas über mich zu erzählen, darum bin ich besonders glücklich darüber weil gerade du es tust."

Dann atmet man noch einmal durch, nimmt Blickkontakt auf und beginnt zu berichten.

"Ich bin dann nach Hause gefahren und habe meinen Eltern davon erzählt, dass ich es geschafft habe. Meine Güte, hat Mutti sich gefreut. Sie hatte diese blaue Bluse mit den Rüschen an, habe ich davon schon erzählt? Also, das hat sie drei Jahre zuvor zu Weihnachten bekommen - nicht von mir, aber von meinem Onkel Balduin. Der hatte ihr das aus Frankreich mitgebracht. Ja, der ist nun auch schon ein paar Jahre tot, Altersschwäche - er war gerade im Gespräch mit einem alten Schulkameraden, und gerade als man ins Gespräch kommen wollte, tja - das war's für den alten Balduin. War gar nicht alt, nur 57. Aber die Arbeit - der hatte ja damals zuerst Zimmermann gelernt, aber nach 17 Monaten lernte er ja diese Frau kennen, nein, nicht seine große Liebe, die kam erst später..."

Und so weiter. Meistens braucht man den Lebenslauf überhaupt nicht. Aber es kann nie schaden einen zu verfassen, vor allem dann wenn einem das von einem Weblog vorgeschrieben wird.

3. Die Methode der erfreulichen Entwicklungen

Materialien: Ein weißer Anzug, gebügelt.

Nicht nur erzählt man dem Fragensteller davon, wie unglaublich gut es mit dem eigenen Sexualleben läuft - hehe - und traktiert ihn oder sie ein wenig mit dem Ellenbogen, weil man das eben so macht, wenn man anzügliche Geschichten erzählt. Man berichtet davon, dass man nie gearbeitet hat, weil man einfach mal ein paar Mark - "Damals waren das noch Mark!" - in Google Aktien investiert/Auf ein Pferd gesetzt/Eine Dotcom gegründet/Sozialarbeiter geworden ist - alle hatten uns ja davon abgeraten, aber nun wurde man schon ein paar Wochen nachdem wir uns das letzte mal gesehen haben unsäglich reich. "Tja" - sagt man dann - "Du wolltest ja Arzt, Physiker oder Bundeskanzler werden? Das finde ich gut. Ich hatte ja auch mal ganz andere Träume, aber nun bin ich einfach nur stinkend reich und beliebt. Sag's den anderen nicht, aber es kann auch schlimmer kommen, richtig?" Man klopfe dem bereits durch dauernden Ellenbogeeinsatz geschundenen Fragensteller kräftig auf die Schulter und gehe laut lachend seiner Wege.

Das sind nur einige Methoden. Es gibt noch viele mehr, aber ich kann nicht verantworten, weitere zu veröffentlichen- jedenfalls nicht heute.

Lou Reed.

Ich hörte vorhin davon, dass Lou Reed gestorben ist. Mit 71 Jahren, man weiß noch nicht so recht woran - als ob das wirklich so wichtig gewesen wäre.

Nun, es ist so dass ich keine einzige Platte von Lou Reed besitze, ich habe auch keine von The Velvet Underground wo wir schon einmal bei den Geständnissen sind. Die letzteren mochte ich nie sonderlich, von Lou selbst brauchte ich keine zu kaufen. Ich hörte ihn nämlich eh andauernd.

In der Zeit so Anfang der 90er, als ich in der Oberstufe war und sich The Smiths und die Pixies aufgelöst hatten, da fingen die Wortführer der Oberstufe damit an, sich andere Leitfiguren zu suchen. Zu diesen Zweck ging man (natürlich) zurück in die Vergangenheit, um ganz weit vom Pop der damaligen Zeit anzukommen. Denkt daran, das war die Zeit von Haarspray-Metal und schrecklicher Tanzmusik - die Zeit vor dem großen Grunge-Hype. Man suchte also in den Plattenregalen der cooleren Eltern und fand solche Sachen wie die ganzen alten Bluesmänner und Patty Smith und Iggy Pop.

Ich mag den Blues, aber er macht mich auch sehr, sehr müde - Patty Smith konnte ich nie leiden, Iggy dafür schon. Aber Lou Reed war so schön langsam, er hatte diese angenehme Erzählerstimme und wirkte so unendlich cool und entspannt. Ich habe so viele Songs von ihm in mir drin und ich brauche nur so ein paar Akkorde und ich kann sie fast mitsingen. Ich muss daran denken, wie wir zu dritt oder zu viert zusammengesessen haben und diese Platten anhörten - ganz andächtig, damals. Keiner wagte etwas zu sagen. Jedenfalls ging das so lange, bis wir die Scheibe umdrehen mussten. Wir hörten einfach zu, was Lou zu sagen hatte.

Wenn wir danach wieder in die Stadt gingen, konnten wir viel langsamer laufen, cooler natürlich. Wir gingen so wie man nach Walk On The Wild Side nur gehen konnte.

Welcher Musiker schafft das schon: Leute dazu bringen, anders zu gehen und das über Jahre. Manchmal wandere ich in die Stadt und die Bass-Akkorde kommen mir in den Sinn. Es war nicht nur dieser eine Song; es war Lou Reed.

Hey babe, take a walk on the wild side.

Dann denke ich an all die anderen Songs. Ihr auch: Denkt nur an Perfect Day und werdet nicht traurig bei dem Gedanken, dass es nichts mehr dieser Art geben wird. Die Stimme. Die Haltung. Den Sound der Gitarre.

Mach's gut, Lou.

Die Löcher in der Kurstadt.

Ein Loch in Bad Oeynhausen.

Ein Loch in Bad Oeynhausen.

Bekanntlich mag ich Bad Oeynhausen nicht besonders. Zwar arbeite ich hier, aber ich habe einen ziemlich ausgeprägten Widerwillen gegen die Stadt. Gegen die vielen reichen Leute, die dort Reiche-Leute-Sachen einkaufen und ihre Pelzmäntel durch den Kurpark schleppen. Es gibt da so wenig Dreck und nichts ungeplantes. Kein Moos gibt es da im Pflaster. Lebloses Adrettsein und neoklassische Badehäuser gliedern sich nahtlos ins Stadtbild ein.

Aber hin und wieder geht mal ein Haus kaputt - ich nehme einmal an, das geschieht an diesem Ort absichtlich - und dann ist da ein Loch im Kurort. Für eine kurze Zeit ist da kein Kurort, sondern nichts und nach ein paar Monaten etwas.

Da schaue ich gern vorbei. Ich mache alle paar Tage einen kleinen Umweg und schaue mir meine Lieblings-Baubrache an. Immer gibt es Neues zu sein. Neue Blumen. Neues Gestrüpp. Neue umgefallene Absperrgitter.

So lange es sie gibt, komme ich zu Besuch.

20 Dinge über mich.

Also, wenn die großartige Ninia LaGrande son' Teil über sich schreibt, lass ich mich doch einfach mal inspirieren und mache mit. Möglicherweise nicht so spannend wie bei ihr, denn so fange ich an:

  1. Ich mag Rosenkohl. Tja, mit dieser schockierenden Tatsache muss die womöglich ungläubige Weltöffentlichkeit schlicht klarkommen.
  2. Ich liebe Bücher, aber bei mir zuhause sind sicher nur etwa hundert Exemplare zu sehen. Viele sind immer noch in Umzugskartons im Haus meiner Eltern verstaut und ich werde sie… sicher… irgendwann mal in einer größeren Wohnung angemessen ausstellen. Vielleicht auch nicht. Außerdem habe ich auch immer viel in der Bibliothek ausgeliehen und vermutlich Unmengen mehr gelesen als es scheint. Eigentlich gefällt mir das so.
  3. Ich sehe nicht so aus, aber ich habe Gewichte und hebe sie regelmäßig. Nicht, weil ich ein ambitionierter Gewichtheber oder Bodybuilder bin, sondern weil sie echt gut gegen Frust sind: 100 mal die Kurzhantel bewegt und der Dampf ist erst einmal abgelassen. Das tut echt gut. Außerdem macht die Hantel gut Eindruck bei Besuchern, weil sie in der Garderobe neben meinen Schuhen wohnt. Neben dem Spiegel. Don't judge me.
  4. Ich habe keine besondere Vorliebe für Süßigkeiten und kann 363 Tage im Jahr sehr gut auskommen, ohne zuckriges Zeug zu naschen. Nun ja: Es gibt auch die wenigen anderen Tage.
  5. Ich mag keine Prediger und Besserwisser. Ich mag sie wirklich überhaupt nicht. Ich habe meine erste moralische Grundsatzdiskussion mit meiner Grundschul-Religionslehrerin gehabt, weil ich die Missionierung von Naturvölkern doof fand - "Die hatten doch schon Götter und die waren doch sicher auch gut". Das ist sicher nicht der Hauptgrund, warum ich kein Android-Smartphone (mehr) habe oder warum ich bislang kein Vegetarier geworden bin - aber es spielte sicher eine Rolle bei meinen Entscheidungen. Ein dezenter, aber kaum zu unterdrückender Widerwille.
  6. Ich würde gern meinen Bauch ein wenig flacher haben, aber ich fürchte, dass Teile des Trainingsstrategie "weniger Bier" und "weniger besonders leckeres Essen" und generell "weniger gieriges Schlingen" sein werden: Dann doch lieber etwas Bauch. Noch.
  7. Ich würde gern einen Krimi schreiben und ich habe auch schon eine richtig gute Idee.
  8. Die Gründe, warum ich gern eine andere Wohnung hätte, haben alle mit Wasser zu tun. In meiner Dusche ist das Wasser nie in dem Moment warm, in denen ich das erwarte und außerdem ist da keine Badewanne.
  9. Ich kann richtig gut schwimmen. Ich tauche auch gern und habe irgendwo eine richtig gute Schnorchelausrüstung liegen.
  10. Ich finde, Konzerte müssen nicht unbedingt länger als 60 Minuten plus Zugabe sein.
  11. Ich liebe Comics. Ich liebe Superheldencomics. Ich liebe anspruchsvolle Kunstcomics. Ich liebe Cartoons. Ich liebe Vertigo-Comics. Ich liebe Horrorcomics. Ich liebe Undergrundcomics. Ich liebe Comics einfach und der Gedanke, ein paar tausend Euros einfach mal so für… Comics auszugeben ist wundervoll für mich.
  12. Ich gehe gern essen und probiere mit Freuden Neues aus.
  13. Vermutlich bin ich nicht besonders gut darin, mit anderen Menschen zusammen zu leben. Ich habe es noch nie länger als ein Jahr ausgehalten. Aber ich habe eigentlich nichts dagegen.
  14. Ich bin 'immer schon' Gamer, aber nie besonders gut gewesen. Vermutlich fehlt mir der Ehrgeiz.
  15. Ich habe lange für ein Spieleportal geschrieben - News und Testberichte.
  16. Ich habe einmal kurze Zeit für Geld in der Spielebranche gearbeitet, nämlich an der Übersetzung von Warhammer Online - Age of Reckoning. Sie haben das Spiel 2013 eingestellt. (Schnüff.)
  17. Ich habe mal einen wirklich schrecklichen Podcast gemacht und würde gern einen guten Podcast machen- vielleicht über Spiele. So in etwa ab jetzt.
  18. Ich bin in Fußreflexzonenmassage ausgebildet und lass das einfach mal so stehen.
  19. Ich liebe Lakritz. Ich liebe es nicht, wenn Lakritz an meinen Zähnen klebt.
  20. Ich hatte noch niemals Karies und es musste noch nie bei mir gebohrt werden. Zahnärzte verdienen wohl eher schlecht an mir.

Das ist eigentlich ein Stöckchen und ihr könnt es aufheben und selber beantworten. So habe ich es auch gemacht. Hebt es jetzt auf. Morgen. Egal. Do it!

Wald zu meinen Füßen.

Fast mein ganzes Leben lang bin ich diese Strecke gewandert; wenig hat sich geändert. Trotzdem sehe ich jedes mal Neues.

Das Licht im Herbst ist ganz anders als in anderen Jahreszeiten. Ich bemerke das oft aber erst, wenn ich mir Bilder am Rechner anschaue und mit denen früher oder später im Jahr vergleiche. Eigentümlich.

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