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Noch so ein merkwürdiges Jahr

23. Dezember 2021 - Lesezeit: 3 Minuten

Wenn wir ganz ehrlich sind – und ich gebe mir hier die allergrößte Mühe, geneigte Lesende – dann sind doch eigentlich alle Jahre mehr oder weniger merkwürdig. Wenn ich so darüber nachdenke, dann muss 2021 dem Vorjahr sehr ähnlich sein: Ich bringe nämlich immer wieder meine Erinnerungen aus 2020 mit denen von 2021 durcheinander. So viel äußerst ermüdende Wartezeiten, so viel „bald wird es besser… hoffentlich.“, dass sich dann doch als „also, nicht ganz so bald…“ entpuppte. Oder?

Ich fand 2021 nämlich um Einiges besser:

  • Wir sind alle geimpft (jedenfalls hoffe ich, dass ihr geimpft seid!) und das war eine nicht ganz wichtige Sache, die ich mir Ende des letzten Jahres sehr gewünscht habe. Yeah! Ich bin sicher, wir bekommen unsere Leben wieder zurück, wenn das richtig durchgezogen wird. Auch wenn es anstrengend wird. Wird die Welt danach wieder die alte sein? Nein. Aber das ist sie ja nie, das ist der Lauf der Dinge: Nichts wird wieder ganz das Alte. Glücklicherweise.

  • Armin Laschet ist nicht Bundeskanzler und dabei belasse ich es zu diesem Thema (Don’t get me started…).

  • Ich habe 2021 dank der Inspiration einer geschätzten bald-nicht-mehr Arbeitskollegin damit angefangen, mehr Curry zu kochen und damit herum zu experimentieren. Exzellent! Sowieso: Ernährung! Ich achte deutlich mehr darauf und tja, komische Sache, liebe Leute: Ich fühle mich besser damit.

  • Meditieren wirkt, Leute. Ist ja irre.

  • Ich habe eine PS5 und habe weniger davor gesessen als ich erwartet habe. Nun, ich bin nicht so sicher, ob das nun eine gute oder schlechte Sache ist …

  • Oh, ich habe mehr geschrieben und übersetzt und in dieser Hinsicht auch viel gelernt. Was Lesen angeht: Ich schaffe es allmählich wieder, Bücher wirklich bis zum Ende zu lesen und mich auch über ein paar Stunden auf sie zu konzentrieren. Darin war ich vor der Krise viel besser, es fiel mir einfach leichter Ruhe zu finden.

Tja, ich habe mich immer für eine Person mit einzelgängerischen Tendenzen gehalten und nun… ich denke, es reicht festzuhalten, dass ich meine Leute noch deutlich mehr schätzen gelernt habe. So ein kleine Nettigkeit dann und wann ist doch unsäglich viel wert und wenn man die ganzen Gesichter zwischenzeitlich mal selten oder gar nicht sehen kann… nun, es fehlt mir mehr als ich möglicherweise zuzugeben bereit bin. Meine Welt ist kleiner geworden in diesen Pandemiejahren und es gefällt mir gar nicht, dass ich so wenige herumkomme. Es gilt einiges nachzuholen, es gibt Leute zu sehen und - Achtung, jetzt kommt’s - einige zu umarmen und Orte zu besuchen.

Oh, feiern. Das auch.

Ich glaube wirklich, dass wir das alles hinbekommen.

Passt gut auf euch auf. Lasst von euch hören, habt gute Feiertage.