„Du solltest mal wieder einen Stift in die Hand nehmen“, dachte ich und setzte mich vor einen Bildschirm.
„Dir muss man einfach sagen, was hier schief läuft und dann lernst du“, dachte ich und anstatt dessen wurde ich wütend.
Selten laufen die Sachen exakt wie ich mir das wünsche. Ich mache mehr Fehler als mir lieb ist. Insbesondere mein Harmoniebedürfnis schadet gelegentlich mehr als dass es hilft. Ich habe zu meinem großen Glück Freund*innen, die mich auf meinen Mist hinweisen.
In letzter Zeit habe ich viel über Männer und ihren Umgang mit Menschen nachgedacht. Das, was wir manchmal „toxische“ Männlichkeit nennen, das kann nur existieren, wenn wir schlechtes Verhalten nicht verharmlosen, aushalten und damit normalisieren. Ich brauche manchmal frustrierend lange, um Muster in meinem Umfeld zu erkennen und im Nachhinein war es in diesem einen speziellen Fall so offensichtlich. Das bisschen Gönnerhaftigkeit, das bisschen unbegründete Vertraulichkeit, das bisschen „ich verwende deinen richtigen Namen nicht, hier ist dieser lustige Spitzname“, das bisschen Abwertung, das kleine bisschen verbale Übergriffigkeit, der unverhohlene Neid auf gute Freundschaften und Beziehungen, verpackt in ungefragte Kommentare.
Der meint es ja nicht böse. Er ist da so ungeschickt. Er merkt nicht, dass er Menschen verletzt. Er sieht nicht, dass er Grenzen überschreitet. Er wird sich nie ändern, ignorier das.
Fair ist es, wenn Menschen eine Chance bekommen, ihr problematisches Verhalten zu ändern. Eine Chance.
Am Ende ist es für die Leidtragenden egal, ob man eine Übergriffigkeit – und sei es ein „lustiger Spruch“ – aus Bosheit verübt oder nicht. Am Ende sind Entschuldigungen wertlos, wenn sich die Vorfälle in schöner Regelmäßigkeit wiederholen. Während wenn man sich selbst als verkannte linke Szenegröße inszeniert.
Am Ende ist es egal, warum du ein Arschloch bist. Du bist einfach nur ein Arschloch. Wenn du ein Arschloch bleibst, dann ist das allein deine Verantwortung und ich kann und will nicht mehr helfen.
Leute, es gibt Männergruppen. Es gibt Therapie. Arbeitet an eurem Konsumverhalten. Tut was. Ansonsten verpisst euch aus meinem Orbit.
Manchmal will selbst der Autor diese Zeilen mit bestimmten Y-Chromosomträgern nicht länger assoziiert werden.
„Das ist doch ein Freund von dir, oder?“ – „Nein. Ist er nicht.“
Nie wieder will ich solche Gespräche führen. Ich fürchte aber, die Realität sieht anders aus.
Das musste jetzt mal raus.
Argh.

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