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Lichte und schattige Tage.

  • Mauerkatze

    eine kleine grauschwarze Katze auf einer Mauer, die uns ansieht

    Auf einem meiner samstäglichen Spaziergänge passierte ich eine kleine, weiß-graugetigerte Katze, die mich auf diese neugierige bis desinteressierte Weise anschaute, die Katzen eigen ist.

    Ich schaute zurück, wie es von mir erwartet wurde.

    „Miau.“ kommentierte die Katze, dann ging sie fort und ich machte mich ebenfalls auf den Weg.

    Aus dem Augenwinkel bemerkte ich eine Bewegung, es folgte das nächste „Miau.“ und ein paar Minuten später folgte sie mir – ich auf dem Gehweg, meine Begleitung auf den Mauern der Gärten links von mir. Sie sprang über Ausfahrten und gab sich sichtlich Mühe, mit mir Schritt zu halten, ohne zu gehetzt zu wirken. Eine respektable Leistung, denn es handelte sich um eine kleine Katze mit kurzen Beinen.

    Sie blieb sitzen. Ich blieb stehen.

    Sie schaute mich an. Offensichtlich war, dass ich sie nicht gestreichelt hatte und ich in diesem Moment eine Chance bekam, diesen Fehltritt gutzumachen. Ich tat wie mir geheißen und die Katze verschwand.

    Vielleicht sind wir jetzt befreundet.

    Manchmal ist es so, als könnten Katzen sprechen, aber sie verzichteten aus freien Stücken darauf: Es würde nichts ändern.

    Wie die Katze in Peter S. Beagles The Last Unicorn es sagte – sie könnten uns die Dinge einfach sagen wie sie sind oder uns die Wege zeigen, aber sie sind Katzen und keine Katze hat jemals eine klare Antwort auf irgendeine Frage gegeben.

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  • Könnte ich mich von vor zwei Monaten nochmal sehen, bitte?

    Das hier ist mein persönlicher Blog und gleich – das soll als Warnung dienen – schreibe ich einen Absatz über mich und dann mehr über mich und vielleicht ende ich mit einem guten Gedanken. Wenn ihr euch zum Weiterlesen entschlossen habt – vielen Dank, dass Du dabei bist, geneigte Person – dann wappnet euch, denn hier geht es los:

    Wenn ich an dieser Stelle behauptet hätte, dass ich mich die meiste Zeit über gut fände, dann wäre das eine Lüge gewesen. In Sachen Selbstliebe bin ich kein Vorbild, der Begriff allein ist mir suspekt. Trotz alldem: Mit der Zeit habe ich mich damit arrangiert, dass ich womöglich nicht der größte Unmensch dieser Welt bin. Dass ich mit Sicherheit für einige Verwirrung unter den Menschen in meiner Umgebung verantwortlich bin, aber am Ende nicht viel Schaden angerichtet habe – und dann selten aus böser Absicht. Ich kann mich nach vielen Jahren mit mir arrangieren und mich aushalten – über längere Zeiträume. Dass andere mich liebenswert finden könnten, schockiert mich beinahe ebenso wie es mich freut.

    Kurz: Ich habe mich nach langem Zusammenleben an mich gewöhnt. Die Alternativen gefielen mir nicht.

    Dieser Herbst ist hart für mich. Dass die Arbeit hart werden würde, das hatte ich geahnt und bewusst auf mich genommen, nicht aber wie hart und wie viele andere Sachen dazu gekommen sind, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Wenn du jetzt Gedanken hast wie „Das ist Leben, Denis – ich dachte, du weißt, wie das läuft, du Trottel?“, dann müsste ich dir zustimmen: „Ich weiß. Aber ich hatte Hoffnung, weißt du?“ – und du: „Merkste selber, du Trottel, oder?“

    Eine merkwürdige Beobachtung habe ich gemacht, die ich in all dieser hoffentlich endlichen Düsternis teilen möchte: Zu meiner nicht unbeträchtlichen Überraschung entwickle ich etwas wie Sympathie für August-Denis. Der war besser darin, die Leute, die er gern hat, zum Lachen zu bringen, der war entspannter und der hatte seltener das Gefühl, eine Rolle zu spielen und die nicht mal überzeugend zu verkörpern. August-Denis, der war in Ordnung, Moment: Halbwegs in Ordnung – wir wollen nicht übertreiben. August-Denis, der hat mich nicht so hart genervt.

    Ich weiß, es wird mir besser gehen. Ich weiß, dass die eine gute Sache am Winter die Sicherheit ist, dass Frühling nicht mehr weit sein kann – wenn nicht die Jahreszeit, dann das Gefühl.

    Ich werde dafür sorgen müssen, dass ich nie wieder einen Herbst wie diesen überstehen muss. Das ist einfach nicht gesund.

    Diese Zeilen schreibe ich, damit ich nicht vergesse, dass ich mich ein bisschen mehr mögen kann.

    Irgendwie finde ich das auf eine verquere Weise ein bisschen tröstlich. Auch wenn es nur „August-Denis“ sein mag, dieser halbwegs erträgliche Typ.

    Passt gut auf euch auf und macht euch nicht zu viele Sorgen um mich. Hoffentlich bin ich bald wieder ein bisschen mehr ich selbst, das Licht am Ende des Tunnels ist jedenfalls irgendwo da hinten.

    Irgendwo dahinten finde ich mich wieder. Ihr euch auch, wenn ihr euch verloren haben solltet (vielleicht helfen wir uns?).

    Vertraut mir.

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  • Nun ja.

    Unter dieser Adresse ist zuletzt 2023 etwas erschienen und schon zu diesen Zeitpunkt hatte ich nur noch jährlich veröffentlicht. Schließlich habe ich dann ganz aufgehört.

    Nichts zu sagen. Nichts zu schreiben. Keine Worte.

    Aber ich habe das Gefühl, dass sich das ändern könnte. Keine Versprechen.

    Aber wenn ihr mögt, schaut mal wieder vorbei.

    Ich würde mich freuen.

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